November: Die Feiertage kommen näher und damit auch mögliche kulinarische Exzesse! Nicht nur an Weihnachten und Silvester, sondern auch im langersehnten Urlaub, den Sie vielleicht auf einer Kreuzfahrt verbringen, bei der es unendlich viele Gelegenheiten gibt, anzustoßen und Köstlichkeiten zu genießen. Im Kreise von Freunden und Verwandten gibt man der Versuchung gerne nach, mit Aperitifs, üppigen Speisen, Champagner, Gebäck, Nüssen und Süßigkeiten aller Art. Es empfiehlt sich also, sich vorzubereiten, um das neue Jahr nicht mit einer rundlichen Silhouette zu beginnen. Aber wie? Wir haben Prof. Nicola Sorrentino, Arzt und Ernährungsexperte, um Rat gefragt.

"Wir vergessen manchmal, wie gut Wasser beim Abnehmen hilft. Wenn wir vor dem Frühstück, dem Mittagessen und dem Abendessen zwei Gläser Wasser trinken, werden wird sehr viel schneller satt."

Welchen Trick gibt es, um an Weihnachten nicht auf kulinarische Freuden verzichten zu müssen?

In Wirklichkeit ist es viel einfacher, als man denkt: Vor den Feiertagen sollten Sie von allem essen, aber nicht zu viel, und sich vom gesunden Menschenverstand leiten lassen, ohne irgendwelche Lebensmittel zu verbannen. Etwa einen Monat vor Weihnachten können Sie beginnen kalorienarme Speisen, wie Fisch oder weißes Fleisch, zu bevorzugen; essen Sie ausreichend rohes und gekochtes Gemüse, das nicht nur viele Vitamine und Mineralien, sondern auch Ballaststoffe enthält.

Warum sind Ballaststoffe wichtig?

Ballaststoffe sind insbesondere sehr sättigend. Darüber hinaus verlangsamen sie die Fett- und Zuckerabsorption und regeln die Darmtätigkeit. Ein guter Trick, um die Kalorienzufuhr zu verringern, ist es, zu einem üppigen Gericht eine Gemüsebeilage zu essen. Damit lässt sich verhindern, dass sich das Fett als Polster an unserem Körper anlagert.

Was ist zu vermeiden?

Hungerkuren durchzuführen, Mahlzeiten auszulassen oder zu fasten, in der Hoffnung vorbeugend abzunehmen, um dann hemmungslos tafeln zu können: Das ist nicht nur nutzlos, sondern birgt die Gefahr, besonders viel zuzunehmen, wenn Sie wieder normal essen, oder besser gesagt, schlemmen, denn schließlich ist die Rede von Weihnachten.

Ein Beispiel für eine ausgewogene, aber leichte Mahlzeit?

Sie muss das richtige Verhältnis von Kohlenhydraten, Proteinen und Ballaststoffen bieten. Wenn Sie es eilig haben, ist ein Sandwich mit gekochtem oder rohem Schinken oder Räucherlachs empfehlenswert. Am besten ohne Käse, denn die Kombination von verschiedenen Proteinen kann dazu beitragen, zuzunehmen. Wenn Sie dagegen mehr Zeit haben, können Sie eine Portion von ca. 90 Gramm Nudeln essen – am besten Vollkorn: Sie machen nicht dick und versorgen den Organismus mit Energie. Eine gute Alternative stellen auch Quinoa, Hirse, Graupen und Dinkel dar, die leicht und gut verdaulich sind. Dabei dürfen Sie aber nicht vergessen, dass vor allem Saucen oft Kalorienbomben sind! Essen Sie Gemüsesaucen (mit in der Pfanne geschwenktem, gegrilltem oder gedünstetem Gemüse). Am Abend sollten Sie Proteine bevorzugen (weißes Fleisch oder Fisch). Und ganz allgemein: Vermeiden Sie Süßes, denn davon gibt es an Weihnachten genug.

Sind Zwischenmahlzeiten erlaubt?

Ja, aber ausschließlich Trockenfrüchte und Nüsse, Pistazien oder Mandeln. Sie helfen uns, vor den Hauptmahlzeiten weniger hungrig zu sein, da sie sehr sättigend sind.

Ein besonderer Tipp?

Wir vergessen manchmal, wie gut Wasser beim Abnehmen hilft. Wenn wir vor dem Frühstück, dem Mittagessen und dem Abendessen zwei Gläser Wasser trinken, werden wird sehr viel schneller satt. Die Wirkung ist noch stärker, wenn wir kühles kohlensäurehaltiges Wasser trinken.

Wenn der Bauch mit Flüssigkeiten gefüllt ist, verringert sich der Appetit…

Nicht nur das: Wenn wir etwas trinken, setzen wir eine Reihe von Stoffwechselmechanismen in Gang, die als „Thermogenese“ (Wärmeerzeugung mit Energieverbrauch) bezeichnet werden und die Gewichtsabnahme unterstützen.

Und bei Lust auf Süßes?

Nur ein Stückchen Bitterschokolade mit einem Kakaoanteil von 70 bis 90 %. Nicht mehr. Man sollte sich nicht daran gewöhnen, zuckerreiche Süßspeisen zu verzehren, da sie den Blutzuckerspiegel anheben und die Lust auf Süßes anregen. Damit beginnt ein Teufelskreis, der dick macht. Der Gaumen muss langsam erzogen werden, indem man nach und nach weniger Süßes isst. Nur so kann man die Lust auf Süßigkeiten gesund in den Griff bekommen.

Ist Bewegung wirklich so wichtig?

Auf jeden Fall, aber sie kann das Problem „Gewicht“ nicht alleine lösen, wenn wir unsere Ernährung nicht umstellen. Sport zu treiben oder der Gang ins Fitness-Studio dürfen nicht als Ausrede für kulinarische Exzesse herhalten (in der Hoffnung nicht zuzunehmen).

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