Es heißt CoDe – Costa Design Collection – und ist das erste Museum an Bord eines Kreuzfahrtschiffs. Im Zentrum des Schiffs erwartet Sie auf einer Ausstellungsfläche von 400 qm das Made in Italy von Gestern und Heute, von der Mode bis zum Transport. Wir wollen Ihnen das Co.De vorstellen, indem wir die Kuratoren zu Wort kommen lassen: Adam Tihany, Kreativdirektor der Costa Smeralda und Designer des Museums, und Matteo Vercelloni, der am Polytechnikum in Mailand gelehrt hat, für renommierte italienische und internationale Zeitschriften schreibt und Kurator der Sammlung ist.

"Der neueste Trend sind bunte Laufschuhe mit «Stoßdämpfern» – er kommt aus der Hauptstadt des Joggens, New York"

Ein Projekt, das seinesgleichen sucht

„So wie ein Museum, dass die Kulturschätze einer internationalen Stadt zeigt, soll das Co.De das authentische Wesen der Costa Smeralda verkörpern, indem es die herausragenden Qualitäten Italiens präsentiert, denen die Schaffung dieses Ausstellungsorts zu verdanken ist“. Mit diesen Worten führt Adam Tihany in diese außergewöhnliche Sammlung ein, die Sie nicht nur mit den Ausstellungsstücken, sondern auch mit einer einzigartigen Gestaltung beeindrucken wird, die ebenfalls ihresgleichen sucht. Das Museum ist nämlich auf Deck 7 untergebracht, über das man zu den Hauptrestaurants des Schiffs gelangt. Es ist das Herzstück einer Kreuzfahrt und muss für die Gäste leicht erreichbar und nutzbar sein. Ein geschlossener Raum hätte jedoch den Strom der Menschen, die sich auf diesem Deck bewegen, gestört. Die Lösung? „Wir haben einen spektakulären und denkwürdigen Parcours angelegt“, erklärt der Kreativdirektor der Costa Smeralda, „der durch einen von innen beleuchteten Tunnel aus Edelstahl führt. Er setzt sich aus einer Reihe von separaten Ringen zusammen, zwischen denen sich Öffnungen befinden, durch die die Gäste gehen können, um zu den zu beiden Seiten eingerichteten Ausstellungsflächen zu gelangen“.

Die Sammlung: ein Porträt des italienischen Stils

Wir machen uns mit dem Kurator Matteo Vercelloni an die Entdeckung der Ausstellung, angefangen bei dem Prinzip, das dem Co.De zugrunde liegt: „Es ist als eine Art Wunderkammer konzipiert, in der die Ausstellungsstücke ein faszinierendes Porträt des italienischen Stils zeichnen. Das Museum umfasst fünf Abteilungen, Memorabilien, Mode, Transport, Wohndesign, Geschirr, und jedes Ausstellungsstück erzählt seine Geschichte: Das Jahr, in dem es entworfen wurde, der Name des Designers, das Unternehmen, das es hergestellt hat, ob es noch hergestellt wird ... Zusammen ergeben diese Erzählungen eine faszinierende ´Geschichte, die sich aus vielen Geschichten zusammensetzt` und ein weiterer ganz besonderer Aspekt des italienischen Designs ist“.

Die Vitalität des italienischen Designs

Wir begeben uns zu den Memorabilien, eine der spannendsten Abteilungen: „Sie umfasst Gegenstände, die zur Alltagskultur der Italiener gehören und in vielen Haushalten zu finden sind“, erzählt der Kurator, „von der neapolitanischen Kaffeemaschine, der „Napoletana“, bis zu Boccia-Kugeln, Pinocchio-Figuren und Coccoina, einem 1927 auf den Markt gebrachten Klebstoff, der in den Schulen verwendet wurde“. Neben diesen Alltagsgegenständen werden die Ikonen des italienischen Designs von den 1930er Jahren bis heute ausgestellt. „Ich freue mich besonders darauf hinzuweisen, dass 85 % dieser Gegenstände noch produziert und verkauft werden, was die Vitalität des italienischen Designs bezeugt, das nicht von Moden abhängt. Die Ausstellung zeigt Stücke aus den 1950er Jahren, die es heute noch gibt und absolut modern sind. Manche sind sogar noch älter, wie die Tennisschuhe von Superga, die 1925 designt wurden und weiterhin sehr beliebt sind“.

Eine Sammlung voller Stil

„Wenn wir von der Geschichte von ´Made in Italy` sprechen, kommt die Rede natürlich auch auf die Mode”, erklärt Vercelloni, als wir in den Bereich des Museums kommen, der den italienischen Modedesignern gewidmet ist. „Mit den Kuratoren dieser Abteilung, Roberto Dassoni und Augusta Grecchi, haben wir eine Reihe von originalen Kleidungsstücken gefunden – von Fendi-Blusen bis zu Armani-Hosen – die die Geschichte der italienischen Mode von den Fünfzigerjahren an erzählen und an Schneiderpuppen ausgestellt werden. Dazu kommt eine virtuelle Modenschau, bei der ein Mannequin in einem Video, das auf großen vertikalen Bildschirmen gezeigt wird, berühmte Kleidungsstücke trägt, eine Art endlose Modenschau der italienischen Mode der letzten Jahrzehnte“.

Von der Vespa zu den Costa Schiffen

Die Abteilung für Transport war eine besondere Herausforderung. „Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Transportmittel ein besonders wichtiger Bereich des italienischen Designs: der Zug Settebello, die Lambretta, die Vespa, Autos, Fahrräder, Ozeandampfer ... Wir haben uns gefragt, wie man eine solche Menge an schönen Gegenständen, die in der ganzen Welt bewundert werden, auf einem begrenzten Raum ausstellen kann und haben eine Lösung gefunden: Neben Einzelstücken wie dem Ciao, der Vespa, dem Mosquito und Fahrrädern von Bianchi und Cinelli oder der Graziella, gibt es ein zwölf Meter langes Diorama (ein dreidimensionales Modell, An. d. Red.), das es uns erlaubt, gleichzeitig in verkleinertem Maßstab legendäre Autos, berühmte Züge und große Schiffe auszustellen, von der Michelangelo bis zu den Costa Schiffen natürlich. Wir denken, dass vor allem Kinder diese Abteilung lieben werden!“

Und zum Schluss: auf ins Kino!

Nicht nur die Mode-Abteilung, die gesamte Ausstellung wird von multimedialen Inhalten begleitet, wobei ein Schwerpunkt auf dem italienische Design im italienischen Kino liegt. „Zusammen mit Roberto Dassoni haben wir Ausschnitte aus berühmten Filmen ausgewählt und montiert, um auf unterhaltsame Weise zu zeigen, wie das hervorragende italienische Design in unser Alltagsleben eingetreten ist. Wir werden zum Beispiel die berühmte Filmfigur Fantozzi mit dem legendären Sessel Sacco sehen, Gregory Peck und Audrey Hepburn auf der Vespa oder einige Designobjekte, die in den James-Bond-Filmen mit Sean Connery erscheinen...“

Das Co.De erwartet Sie für eine aufregende Reise durch das, was Adam Tihany als „das Beste vom Besten Italiens” definiert. „Kein klassisches Museum“, wie Matteo Vercelloni schließt, „sondern ein offener, emotionaler Raum, der spannend zu erkunden ist und in dem die italienischen Gäste ihre eigene Geschichte kennenlernen und die ausländischen Reisenden die zeitlose Qualität des italienischen Designs bewundern können“.