Wer Amsterdam besucht, hat oft ein vorgefertigtes Bild der Stadt vor Augen: Grachten und Giebelhäuser, Brücken und De Wallen, das legendäre Rotlichtviertel Amsterdams. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat Amsterdam auch bedeutende Veränderungen durchlebt. Viele davon stehen im Zusammenhang mit dem Niedergang von Schiffswerften wie der NDSM-Werft, die einst die größte Werft Europas war. Die Not machten die Amsterdamer Stadtplaner zur Tugend: Viele ehemalige Industrie- und Brachflächen erhielten eine neue Bestimmung als Freizeit- und Erholungsgebiete. Künstler siedelten sich an, Museen wurden neu gebaut, Strände und Strandcafés wurden geschaffen. Oder gar ganze Stadtteile, so wie in Ijburg im Osten Amsterdams. Auf den Inselflächen, die dem Wasser abgetrotzt wurden, leben heute Zehntausende Menschen. Wie die Bewohner Amsterdams finden auch sie im Umland der Stadt Küstenorte wie Bloemendaal und Zandvoort mit kilometerlangen Traumstränden. Viele Amsterdamer haben sich in den Dünen der Strandorte gar ihren Zweitwohnsitz erschaffen und nutzen vor allem die Wochenenden, um hier zu neuen Kräften zu kommen. Im folgenden Text lesen Sie mehr zu den folgenden Stränden und Piers rund um Amsterdam:

Sloterplas

Im neuen Westen Amsterdams hat sich mit dem Sloterpark das Gebiet rund um den 30 Meter tiefen Sloterplas in den vergangenen Jahrzehnten grundlegend gewandelt. Der See, zu dem zwei kleine Segel- und Motorboothäfen gehören, liegt etwa vier Kilometer vom Stadtzentrum Amsterdams entfernt. Am nordwestlichen Ufer des Sloterplas vis à vis dem van Eesteren-Museum, das dem langjährigen Amsterdamer Stadtplaner Cornelis van Eesteren gewidmet ist, befindet sich ein kleiner, feinsandiger Strand, der kostenfrei nutzbar ist. Der Strand ist mit der Trambahn der Linie 7 erreichbar, die Station Sloterpark ist zugleich auch die Endstation der Linie. In unmittelbarer Nähe zum Badestrand gibt es einen Kanu- und Segelbootverleih.

Pllek

Das riesige Gelände der 1984 geschlossenen NDSM-Werft, einst die größte Schiffswerft Europas, ist heute Amsterdams hippe Künstlerkolonie, wo coole Cafés auf Industriecharme treffen, Kräne und Schiffe zu Hotels werden und ausrangierte Straßenbahnen zu Kunstobjekten. Die hier regelmäßig stattfindenden Flohmärkte sind so legendär wie die Wandgemälde an den alten Industriehallen der Werft. Die Indoor-Halfpipe im Skate-Café hat Kult-Status, der Beach Club Pllek sowieso. Hier ist gut chillen, mit Cocktail oder ohne, und Badeklamotten können am Mini-Strand des Beach Clubs für ein Bad im Fluss IJ genutzt werden. Erreichbar ist das Werftgelände mit den kostenlosen IJ-Fähren der Linien 905 und 906, die hinter dem Amsterdamer Hauptbahnhof ablegen. 

Dok Amsterdam und Strand Zuid

Streng genommen handelt es sich bei Dok Amsterdam und Strand Zuid nicht um öffentlich zugängliche Strände, sondern eher um Partylocations am Wasser. Sand und Liegestühle gibt es dennoch, insbesondere am Strand Zuid, das zwischen dem Amsterdamer Kongresszentrum RAI und dem Beatrixpark an einem Ausläufer des Boerenwetering zuhause ist und sich als Eventlocation besonders bei Nachtschwärmern einen Namen gemacht hat. DJs legen hier in schöner Regelmäßigkeit auf. Und auch in Dok Amsterdam, einer der jüngsten Amsterdamer Partylocations wird Geselligkeit groß geschrieben. Chilliges Strandgefühl am Tag, heiße Beats und jede Menge Good Vibrations in der Nacht – so lässt es sich in Amstelnähe gut leben. Erreichbar ist Dok Amsterdam über die U-Bahn-Station Overamstel, an der die Linien 50 und 51 halten. Strand Zuid liegt von hier aus nur eine U-Bahn-Station entfernt und wird über die Station Amsterdam RAI erreicht. 

Het Stenen Hoofd

Ein Ort mit Geschichte ist das im Amsterdamer Norden liegende Het Stenen Hoofd. Ursprünglich im frühen 20. Jahrhundert als Pier für die Holland-America-Schifffahrtslinie errichtet, verlor der auf 11.000 Pfosten im Fluss IJ verortete Sandbunker schnell an Attraktivität. Über Jahrzehnte machen hier Segelschulschiffe, Touristenschiffe und Frachtschiffe fest, in den 1960er Jahren wird Het Stenen Hoofd schließlich zur Heimat des schwimmenden Stundentenwohnheims 'Caledonia'. Seit den späten 1970er Jahren, in denen die Frachtumschlaghalle und ein Bürogebäude auf der künstlichen IJ-Insel weichen müssen, wird das Gelände unter anderem als Erholungsgebiet genutzt. Heute finden auf Het Stenen Hoofd Tanzveranstaltungen, Braufeste und Open Air Filmnächte statt.

Bloemendaal

Die Gemeinde Bloemendaal an Zee bezeichnet sich selbst gerne als die niederländische Antwort auf die spanische Partyinsel Ibiza. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: Kilometerlang zieht sich der goldene Sandstrand am Meer entlang, die Partypavilliondichte ist hoch und bietet in warmen Sommernächten neben den coolsten Strandcafés auch die besten Beach Parties der Niederlande. Dass Bloemendaal nebenher zu den wohlhabendsten Gemeinden des Landes gehört zeigt sich auch daran, dass zahlreiche Prachtvillen in den zu Bloemendaal gehörenden Ortsteilen Overveen, Aerdenhout, Bennebroek und Vogelensang ein einzigartiges Kontrastprogramm zu den Strandcafés und Beachpavillons entlang der Strandpromenade bilden. Daneben gibt es in Bloemendaal noch viel Natur zu entdecken, denn ein Großteil des 3800 Hektar großen Nationalparks Zuid-Kennemerland mit seinen Dünenlandschaften, Wäldern und kulturhistorischen Stätten gehört zu der Gemeinde.        

Ijburg und Strand Blijburg

Einer der jüngsten Stadtteile Amsterdams ist das östlich der Stadt liegende Ijburg, das am Ijmeer liegt und mit dem Hauptbahnhof Amsterdam über die Buslinie 26 verbunden ist. Seit 1999 entstanden in Ijburg die künstlichen Inseln Steigereiland, Haveneiland und Rieteilanden, auf denen sich seither mehr als 24.000 Bewohner angesiedelt haben. Zwei weitere künstliche Inseln, Centrumeiland und Strandeiland werden noch hinzukommen, sodass in Zukunft bis zu 45.000 Menschen in Ijburg leben können. Im Süden Ijburgs befindet sich schon heute der schönste Strand der Inseln, Blijburg, an dem es an warmen Sommertagen durchaus trubelig zugehen kann. Die 250 Meter lange Sandbucht ist auch für Wassersportfans geeignet. Es gibt hier unter anderem eine Surfschule und einen Kitesurfbereich.

Zandvoort

Zandvoort ist einer der bekanntesten Urlaubsorte der Niederlande. Bevor der Ort jedoch 1828 mit der Eröffnung seines ersten Badehauses zum Seebad wurde, lebten die meisten Menschen in Zandvoort vom Fischfang. Die Anbindung an das Schienennetz der Niederlande Ende des 19. Jahrhunderts bringt für Zandvoort neben einem Bauboom auch einen frühen Touristenboom. In dieser Zeit entstehen in der Gemeinde die ersten Hotels. Das heutige Gesicht Zandvoorts hat mit den frühen Zeiten jedoch nur noch wenig gemein. In einem zweiten Bauboom während der 1950er- und 1960er-Jahre entsteht das Zandvoort von heute. Neben dem kilometerlangen Sandstrand ist Zandvoort auch für seine Autorennstrecke bekannt, die von 1952 bis 1985 zum Rennkalender der Formel 1 gehörte. Ab 2021 soll der Circuit Park Zandvoort erneut zum Austragungsort für Formel 1-Rennen werden. 

Die Sehenswürdigkeiten Amsterdams

Die Liste der Sehenswürdigkeiten Amsterdams ist lang, und einige Orte sollten Sie wenn Sie Amsterdam besuchen in jedem Fall in Ihre persönliche Favoritenliste aufnehmen. Amsterdam ist eine Stadt der Kanäle und der Kunst, und während man die rund 100 Kanäle mit ihren mehr als 600 Brücken am besten bei einer Grachtenrundfahrt erkundet, ist die Kunst-Metropole Amsterdam in den Museen der Stadt verankert. Mit dem Rijksmuseum, dem Stedelijk Museum, dem Rembrandt-Haus und dem Van Goch-Museum bietet Amsterdam gleich vier Kunstmuseen von Weltrang. Auch die Märkte der Stadt sind beliebt, der schwimmende Blumenmarkt am Singelkai genauso wie der Waterloopein, auf dem noch heute manche Rarität aus längst vergangenen Zeiten gehandelt wird. Spannend ist auch der Besuch der 1991 eröffneten Heinecken-Experience, in der sich alles um die kleinen grünen Bierflaschen dreht, die von Amsterdam aus ihren Siegeszug um die Welt antraten. Und wem die Erlebnisse der Stadt wider erwarten doch nicht ausreichen, der findet in der Umgebung Amsterdams noch Ausflugsziele wie Delft oder den Keukenhof, der als größter Blumenpark der Welt gilt.

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