Seit Kopenhagen im Jahr 1416 zur Residenz des Dänischen Königs und kurze Zeit später zur Hauptstadt des Dänischen Königreichs wurde, ist die Geschichte der Stadt eng mit der Geschichte Dänemarks verknüpft. Kopenhagen übersteht in den folgenden Jahrhunderten Eroberungsversuche, Pestausbrüche und Stadtbrände. Zwei Seeschlachten gegen England setzen der Stadt zu Beginn des 19. Jahrhunderts zu. Im Zweiten Weltkrieg bleibt Kopenhagen, das von 1940 bis 1945 fünf Jahre lang unter deutscher Besatzung steht, vor größeren Zerstörungen verschont. Der 'Fingerplanen', ein Stadtentwicklungs- und Raumordnungskonzept, das nach dem Zweiten Weltkrieg auf geringe Distanzen der Bevölkerung zwischen Wohnort, Arbeitsplatz und Naherholungsgebieten setzt und dem öffentlichen Nahverkehr viel Raum zuspricht, wird zur Grundlage für die in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnete hohe Lebensqualität der Stadt. 65 Prozent aller Pendler nutzen in Kopenhagen das Fahrrad, bis 2025 möchte die 650.000 Einwohner zählende Stadt zur ersten klimaneutralen Hauptstadt weltweit werden. In unserem Text beschreiben wir einige Sehenswürdigkeiten, die zu einem Besuch in Kopenhagen unbedingt dazugehören. Sie finden Informationen zu den folgenden Orten:

Der Tivoli

Mitten in der Kopenhagener Innenstadt zwischen dem Rathausplatz und dem Hauptbahnhof der dänischen Hauptstadt ist mit dem Tivoli einer der ältesten Freizeitparks der Welt zuhause. 1843 öffnen die Tore des Tivoli erstmals, bis heute hat sich hier natürlich viel verändert. Vier Achterbahnen, darunter die 1914 erstmals in Betrieb gegangene Rutschebahnen, rasen heute durch den Vergnügungspark, das 80 Meter hohe Kettenkarussell Starflyer war lange Zeit das höchste Kettenkarussell der Welt. Ein ganz besonderes Flair strahlt der Tivoli auf seine Besucher aus, wenn die mehr als 20 Fahrattraktionen in den Abendstunden beleuchtet sind. Außergewöhnliche Stimmung kommt in Kopenhagen auch beim 'Jul i Tivoli' auf, wenn in dem vorweihnachtlich beleuchteten Freizeitpark, der jährlich von rund vier Millionen Menschen besucht wird, die Weihnachtszeit eingeläutet wird.   

Die kleine Meerjungfrau

Sie ist 125 Zentimeter groß, wiegt 175 Kilogramm und heißt nicht Arielle. Die Rede ist von Den Lilie Havfrue, der kleinen Meerjungfrau, die an der Uferpromenade Kopenhagens sehnsüchtig auf das weite Meer blickt – und das bereits seit 1913. Damals nämlich wurde das heutige Wahrzeichen Kopenhagens am Langelinie-Pier in Kopenhagen enthüllt. In Auftrag gegeben hatte die Bronzeskulptur der Kunstmäzen Carl Jakobsen, gestaltet wurde sie von Edvard Eriksen nach dem Vorbild der kleinen Meerjungfrau aus einem Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen aus dem Jahr 1837. Für die Nixe, die sich im Märchen unsterblich in einen Prinzen verliebt, endet die Geschichte tragisch – sie zerfällt zu Meerschaum und tanzt fortan auf den Wellen. Doch auch das Bronzeabbild der kleinen Meerjungfrau erlebte in den vergangenen Jahrzehnten nicht immer ruhige Tage. Schon mehrfach wurde die Skulptur von Unbekannten beschädigt oder zerstört.

Nyhavn

Wenn ein Ort in Kopenhagen die Wirren der Zeit seit dem Ende des 17. Jahrhunderts hautnah miterlebt hat, dann ist dies Nyhavn, der 'Neue Hafen' der Stadt. Genau genommen ist der Hafen ein Kanal, der einst erbaut wurde um Kongens Nytorf, den Königsplatz im Zentrum Kopenhagens mit dem eigentlichen Hafen der Stadt zu verbinden. In den Giebelhäusern entlang des 400 Meter langen Kanals siedeln sich früh Tätowierläden und Seemannskneipen an. Prostitution und Schlägereien führen das Hafenviertel in Verruf. Mitte des 20. Jahrhunderts versinkt Nyhavn dann in der Bedeutungslosigkeit. Erst mit der Schaffung einer Fußgängerzone und mit zahlreichen Restaurants, die sich am Kanal ansiedeln wird das Viertel wieder aufgewertet. Heute gehört Nyhavn zu den beliebtesten Ausgehvierteln in Kopenhagen.

Schloss Amalienborg

Vier adlige Familien besitzen ursprünglich die vier äußerlich nahezu baugleichen Villen an den acht Ecken des Amalienborger Schlossplatzes. Ende des 18. Jahrhunderts kauft das dänische Königshaus die Villen. Heute kann Palais Moltke als Gästeresidenz der Königsfamilie besichtigt werden, Palais Levetzau beherbergt ein Museum zur dänischen Krone. Die beiden weiteren Villen werden von Mitgliedern des dänischen Königshauses genutzt: In Palais Brockdorff residiert das dänische Thronfolgerpaar, Palais Schack wird von Königin Margarethe als Winterresidenz geschätzt. Ob die Königsfamilie in Amalienborg verweilt, erkennen Besucher unter anderem daran, dass dort um 12 Uhr mittags die Wachablöung der Garden stattfindet. Ist die Königsfamilie hingegen nicht vor Ort, findet keine Wachablösung statt.

Schloss Rosenborg

Das 1607 am Kongens Hava, dem Königsgarten in Kopenhagen erbaute Schloss Rosenborg dient König Christian IV. zunächst als Lustschloss. Bis 1720 wird das Schloss als königliche Residenz genutzt. Seit 1838 ist Rosenborg, in dessen Schatzkammern sich die Kronen und Kronjuwelen der Königsfamilie befinden, mitsamt seiner Innenausstattung ein Museum. Besonders sehenswert ist die Ritterhalle des Schlosses mit den zwölf Rosenborger Wandteppichen aus dem späten 17. Jahrhundert. Auf ihnen werden zwölf erfolgreiche Etappen des dänischen Königs Christian V. im Schonischen Krieg dargestellt, in dem die dänisch-norwegische Armee 1674 bis 1679 an der Seite Brandenburg-Preußens gegen Schweden kämpfte.

Christiansborg

Aller guten Dinge sind drei – diese Weisheit gilt für das auf der Insel Slotsholmen in Kopenhagen gelegene Schloss Christiansborg ganz besonders. Das erste Christiansborg, ein zeitgenössischer Rokokopalast mit Schlosskirche, Hoftheater und Reitbahn, besteht nicht einmal 60 Jahre. Am 26. Februar 1794 brennt das Schloss völlig nieder. Nur wenig länger überlebt Christiansborg nach seinem Wiederaufbau. 90 Jahre nach dem ersten Schlossbrand, am 3. Oktober 1884, fällt das Schloss erneut einem Großbrand zum Opfer. Das heutige Schloss Christiansborg wird ab 1907 erbaut und 1937 fertiggestellt. Seit 1918 beherbergt es mit dem Folketing das dänische Parlament. Seit 1919 ist 'Borgen', wie Christiansborg von den Einwohnern Kopenhagens auch genannt wird, zudem der Sitz des Obersten dänischen Gerichtshofes.

Stroget

Bei ihrer Eröffnung 1962 war Stroget Europas längste Fußgängerzone. Noch heute reihen sich entlang der 1,8 Kilometer langen Einkaufsmeile und in den von ihr abzweigenden Seitenstraßen Geschäfte, Cafés und Boutiquen aneinander. Viele einheimische Designer und Juweliere haben auf der Strecke von Kongens Nytorf, dem neuen Kopenhagener Königsmarkt zum Nyhavn ihr Geschäft eröffnet. Im Juli wird es hier skurril – dann feiern auf Stroget nämlich unzählige Weihnachtsmänner aus aller Welt im Rahmen eines Weihnachtsmannkongresses ihr Wiedersehen. Die anschließende Weihnachtsmannparade führt dann unter anderem auch durch die beliebte Fußgängerzone. 

Das Dänische Nationalmuseum

Im Mitte des 18. Jahrhundert für das dänische Kronprinzenpaar Frederik und Louise in Kopenhagen erbauten Prinzen-Palais befindet sich heute das Dänische Nationalmuseum, das neben einem Wikingerschiff und archäologischen Funden aus der Wikingerzeit auch Antiquitäten aus dem Nahen Osten ausstellt. Die Überreste der Frau von Huldremose, einer Moorleiche aus dem 2. Jahrhundert, gehören ebenfalls zu den eher ungewöhnlichen Exponaten des Museums. Neben dem integrierten Spielzeugmuseum ist ein großer Museumsbereich für Kinder reserviert. Das Klunkehjemmet, eine viktorianisch eingerichtete Wohnung aus dem späten 19. Jahrhundert, rundet die Ausstellung des Nationalmuseums ab.

Christiania

Es ist ein wohl weltweit einmaliges Experiment, das 1971 auf dem verlassenen Gelände einer ehemaligen Kaserne im Südosten Kopenhagens startet. In der Absicht, eine sich selbst regierende Gesellschaft zu schaffen besetzen einige hundert Anarchisten das 34 Hektar große Militärgelände. Sie übernehmen die ehemaligen Kasernen und schaffen sich an den Ufern des Stadsgraven ihre alternative Wohnsiedlung. Trotz einiger Konflikte mit Drogen- und Gewaltkriminalität dulden der Staat Dänemark und die Stadt Kopenhagen die autonome Kommune über Jahrzehnte. 2012 kaufen die Bewohner Christianias das ehemalige Kasernengelände und gründen den 'Freistaat' Christiania, eine Enklave, in dem die dänischen Gesetze keine Gültigkeit besitzen. Heute besuchen Kopenhagen-Reisende die Kommune auch wegen der eigenwilligen Architektur, die die Bewohner hier über Jahrzehnte erschaffen haben. Zu den Regeln, die Besucher Christianias tunlichst beachten sollten gehört ein Fotografierverbot rund um die Pusher Street, in der auch heute noch mit weichen Drogen gehandelt wird.

Die Frederikskirche

Als König Frederik V. 1749 in unmittelbarer Nähe zu den Villen des heutigen Schlosses Amalienborg den Grundstein für die Frederikskirche legt ahnt er nicht, dass die Kirche schon bald zur größten Bauruine im Dänischen Königreich werden soll. 1770 wird der Bau der Kirche gestoppt, erst nach ihrem Verkauf an einen Industriellen nehmen die Bauarbeiten zum Ende des 19. Jahrhunderts wieder Fahrt auf. 1894 wird die Frederikskirche, deren 46 Meter hohe Kuppel mit 31 Metern Durchmesser die größte Kirchenkuppel in Skandinavien ist, schließlich geweiht. In Kopenhagen erhält die Kirche schnell den Beinamen Marmorkirche, da Marmor das vorherrschend in der Frederikskirche verwendete Baumaterial ist.

Entdecken Sie Nordeuropa

Kopenhagen gehört zu den Zwischenstopps auf den Routen der Costa Diadema, die von Mai 2022 an ab Kiel zu achttägigen Nordeuropa-Kreuzfahrten entlang der norwegischen Küste in See sticht. Auch die zwölf- und vierzehntätigen Westeuropa-Routen der Costa Fascinosa machen in der dänischen Hauptstadt Station. Auch bei einer Reise mit der Costa Favolosa steht Kopenhagen im Reiseplan: Im September 2022 ist die Stadt ein früher Stopp auf der Route von Stockholm entlang der französischen, spanischen und portugiesischen Küste ins Mittelmeer nach Barcelona und Savona.