Die Mythen und Legenden der Maya – nirgends sind sie so nah wie auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Schon die Halbinsel selbst birgt in ihrem äußersten Norden ein spektakuläres Geheimnis: Der Chicxulub-Krater, mit 180 Kilometern Durchmesser einer der größten Einschlagkrater der Erde, wird unmittelbar mit dem weltweiten Aussterben der Dinosaurier vor etwa 66 Millionen Jahren in Verbindung gebracht. Auch um die Herkunft des Namens Yucatán ranken sich Legenden. Eine Theorie besagt, dass sich die hier ansässigen Maya mit den Spanischen Eroberern zu Beginn des 16. Jahrhunderts nicht verständigen konnten. So antworteten sie auf die Frage der Eroberer nach dem Namen des Landes mit 'Yuk ak katán', was sich mit 'Ich verstehe nicht' übersetzen lässt. Spätestens das Aufkreuzen der Spanier besiegelte nach mehr als 4.500 Jahren letztlich auch den Untergang der Maya-Kultur. Die Spuren der Maya sind jedoch auf der Halbinsel Yucatán unter anderem in der Ruinenstadt Chichen Itza noch allgegenwärtig. Auch in Tulum an der karibischen Küste der Halbinsel gehören die dortigen Maya-Tempel zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Neben seiner Maya-Geschichte wartet Yucatán aber auch mit traumhaften Sandstränden und Tauchrevieren auf. Die Riviera Maya südlich von Cancún mit ihrem touristischen Zentrum Playa del Carmen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer der beliebtesten Reiseregionen Mexikos entwickelt. Und wer ein Faible für eindrucksvolle Einblicke in die Welt unter Wasser hat, kann vor Puerto Morelos und vor der Insel Cozumel in einigen der schönsten Tauchrevieren der Welt seiner Leidenschaft nachgehen. 

Die Geschichte des Staates

Die frühe Geschichte des heutigen mexikanischen Bundesstaates Yucatán ist eng verbunden mit den indigenen Maya, die von Süden her kommend die Yucatán-Halbinsel zunehmend besiedeln und sie zum späten Zentrum ihrer Kultur machen. Mit der Ankunft der spanischen Eroberer in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wird die Region bis ins Jahr 1821 im Vizekönigreich Neuspanien als autonomes Kapitanat unter spanischer Kolonialverwaltung geführt. 1821 mit der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien schließt sich Yucatán als 'Staat von Yucatán' dem Kaiserreich Mexiko unter Kaiser Augustin I. an. Doch das Kaiserreich hält nur zwei Jahre lang. Nach seinem Untergang 1823 bleibt Yucatán zunächst unabhängig und wird schließlich Bestandteil der ersten mexikanischen Republik. Gegen die Herabstufung Yucatáns zur Provinz durch die mexikanische Zentralregierung 1835 wehren sich die Einwohner zunehmend mit Aufständen. Es folgen turbulente Jahre. Mehrmals erklärt Yucatán sich von Mexiko unabhängig und verabschiedet eine eigene Verfassung. Nach der Niederschlagung eines Maya-Aufstands und dem Ende des mexikanisch-amerikanischen Krieges gliedert sich Yucatán 1848 schließlich wieder als Bundesstaat in Mexiko an. Der westliche Teil des jungen Staates spaltet sich 1858 jedoch wieder ab und bildet seither den Bundesstaat Campeche. Und auch im Südosten verkleinert sich Yucatán, als 1974 das vormalige Bundesterritorium Quintana Roo abgespalten und zum jüngsten mexikanischen Bundesstaat wird.

Die Lage

Die Halbinsel Yucatán im Südosten Mexikos mit ihren drei Bundesstaaten Yucatán, Campeche und Quintana Roo ist die natürliche Abgrenzung des im Norden der Halbinsel liegenden Golf von Mexiko vom südöstlich liegenden karibischen Meer. Die Küsten von Campeche sowie die gleichnamige Hauptstadt des Bundesstaates liegen am Golf von Mexiko. Die Küsten von Quintana Roo mit der Hauptstadt Chetumal hingegen liegen mit Ausnahme seiner Nordküste am karibischen Meer. Quintana Roo und Campeche grenzen im Süden an den mexikanischen Nachbarstaat Belize, die Südgrenze Campeches bildet zugleich einen Teil der Grenze Mexikos zu Guatemala. Der Bundesstaat Yucatán, der die Nordküste der Halbinsel abdeckt, ist im Süden von Campeche und Quintana Roo sowie im Norden vom Golf von Mexiko begrenzt. Yucatán ist flächenmäßig der kleinste der drei Bundesstaaten auf der Halbinsel, zählt jedoch mit knapp zwei Millionen Menschen auch aufgrund der Größe seiner Hauptstadt Mérida die meisten Einwohner.

Playa del Carmen und Tulum

Tauchen, schnorcheln, Nightlife pur oder ganz einfach nur relaxen an einem traumhaften Sandstrand mit leckeren Cocktails und strahlender Sonne am blauen Karibikhimmel? Playa del Carmen bietet das alles, und von allem mehr als genug. Das ehemalige Fischerdorf an der Karibikküste von Quintana Roo war lange Zeit nur als Fährhafen für die Insel Cozumel ein Begriff. In den vergangenen Jahren hat die Stadt eine rasante Entwicklung genommen. Mittlerweile gehört Playa del Carmen zu den Hotspots an der Riviera Maya mit ihren kilometerlangen Sandstränden und kristallklarem karibischen Meerwasser. An den Stränden ist Vielfalt angesagt – von ausgelassen wie in den Clubs am Playa Mamitas bis beschaulich wie am südlich von Playa del Carmen gelegenen Playa del Paraiso in Tulum. Apropos Tulum: Hier lässt sich das Strandleben perfekt mit einer Prise Wissens Befriedigung vereinen, denn der Ort ist eine der bekanntesten Maya-Ausgrabungsstätten Mexikos. Baden im Angesicht des alten Castillo in unmittelbarer Nachbarschaft zum Tempel des herabsteigenden Gottes – das geht nun wirklich nicht überall. Aunahme ist die Playa Ruinas in Tulum.

Cozumel Island

Maya-Stätte, Piratennest und heute eines der eindrucksvollsten Tauchreviere der Welt – das alles ist die Insel Cozumel, die etwa 20 Kilometer vor der Küste der Riviera Maya und vor Playa del Carmen im Karibischen Meer liegt. Ihren Namen hat die drittgrößte Insel Mexikos aus dem Mayathan, der auf der Halbinsel Yucatán einst weit verbreiteten Mayasprache. Aus dem 'Kusamil' im Mayathan wurde Cozumel, wobei der 'Ort der Schwalben' – so die Übersetzung – nicht direkt auf die in Scharen auf der Insel rastenden Zugvögel zurückzuführen ist. Es war der Legende nach Ixchel, die Fruchtbarkeitsgöttin der Maya, die in Dankbarkeit für die Tempelanlagen, die ihr die Maya errichtet hatten, ihren Lieblingsvogel auf die Insel sandte. Die Piraten nutzten die nach den spanischen Eroberungszügen unbewohnte Insel schließlich als Versteck, wie der nach Miguel Molas benannte Punto Molas im Norden Cozumels noch heute zeigt. Seit Jacques Cousteau im vergangenen Jahrhundert die Korallenriffe vor Cozumel einer breiten Öffentlichkeit bekannt machte, ist die Insel ein wahres Mekka für Taucher und Tauchanfänger, die in den örtlichen Tauchschulen die schönsten Reviere von La Herradura bis Palancar entdecken.

Chichen Itza

Die Mythen und Legenden zur Lebensform und zum Untergang der Maya-Kultur sind vielfältig. In Chichen Itza, der bedeutendsten Maya-Stätte der Yucatán-Halbinsel fand die Wissenschaft Antworten auf einige Fragen. Doch längst nicht alles, was die Kultur der Maya über 4.500 Jahre ausmachen, was sie am Leben erhielt und was sie letztlich untergehen ließ, haben die Ruinen der Maya-Stadt verraten. 365 Treppenstufen befinden sich addiert an den vier Seiten der 30 Meter hohen Kukulcán-Pyramide, dem bedeutendsten Bauwerk in Chichen Itza. Liefern sie einen Hinweis, dass die Maya bereits einen Jahresverlauf in Untereinheiten unterteilen konnten? Die Ruine eines Observatoriums, des Caracol zeigt jedenfalls, dass sie die Sterne beobachteten. Und Ballspielplätze belegen, dass die Maya Spiele spielten – wenn auch die Wettbewerbe mit dem religiös motivierten Menschenopfer des unterlegenen Mannschaftskapitäns blutig endeten. Auch in der Cenote Sagrado, im heiligen Brunnen, wurde den Göttern geopfert. Seit 1988 steht Chichen Itza als Weltkulturerbe unter dem besonderen Schutz der UNESCO. So erhalten Besucher der Stadt die Gelegenheit, selbst ein wenig Licht in die Geheimnisse der untergegangenen Maya-Kultur zu bringen.

Akumal Bay

Wie bei der Insel Cozumel lässt sich auch die Herkunft des Namens der Bucht von Akumal aus dem Mayathan herleiten. Akumal, ein ehemaliger Handelshafen der Maya, heißt in deren Sprache 'Ort der Schildkröten', und die zwischen Playa del Carmen und Tulum gelegene Bucht von Akumal ist auch heute noch nichts anderes. Jedes Jahr von Mai bis September gehen hier Hunderte Karettschildkröten und grüne Meeresschildkröten an Land. Mehr als 100 Eier legen sie in den warmen karibischen Sand. Nach etwa neun Wochen schlüpfen die Jungtiere, wobei bei den Grünen Meeresschildkröten die Bruttemperatur das Geschlecht der Jungtiere bestimmt. Bei etwa 32 Grad Bruttemperatur schlüpfen junge Schildkröten Weibchen, junge Schildkröten Männchen geben sich auch mit etwas niedrigeren Bruttemperaturen zufrieden. Zur Eiablage kehren die Schildkrötenweibchen im Laufe Ihres Lebens immer wieder zu Ihrem Geburts Strand zurück. In Akumal kümmert sich seit 1993 mit dem Centro Ecologico Akumal eine Freiwilligenorganisation darum, dass zu Brutzeiten eine nachhaltige Balance zwischen den brütenden Tieren und den Besuchern des Naturschauspiels gewahrt wird. 

Puerto Morelos

Zwischen den beiden Touristenzentren Cancún im Norden und Playa del Carmen im Süden liegt das einst als großer Exporthafen für Kokos, Holz und den schon von den Maya aus dem Saft einiger Bäume in der Region gewonnenen Kaugummi bekannte Puerto Morelos. Bekannt und beliebt ist der Ort besonders bei Schnorchlern und Tauchern, denn vor der Küste Puerto Morelos liegt in einem Nationalpark das Gran Arrecife Maya, eines der größten Riffe der Welt. Neben den   Korallen Formationen im Riff wie La Bocana, Los Jardines und El Punte ist auch ein eigens für die Taucher versenktes ehemaliges Kanonenboot der mexikanischen Marine, die Juan Escutia, ein gern besuchter Tauchspot. An Land ist der Faro Inclinado, der schiefe Leuchtturm ein Wahrzeichen der Stadt. Seit dem Hurrikan Biula im Jahr 1957 verharrt er in seiner Schrägstellung. 

Die beste Reisezeit

Die Tagestemperaturen sowohl im Landesinneren der Halbinsel Yucatán wie auch an den Küsten liegen ganzjährig bei über 23 Grad. In den Sommermonaten Mai bis September werden Tagestemperaturen bis zu 35 Grad erreicht. Zugleich kann es in diesen Monaten aber auch zu teils kräftigen Regenschauern kommen. Auch Hurricanes sind während der karibischen Hurrikan Saison von Juni bis November in der Region nicht ausgeschlossen. Im November beginnt dann die Trockenzeit auf der Halbinsel Yucatán. Sie dauert bis April und ist die angenehmste Reisezeit, Yucatán zu entdecken. Die Tagestemperaturen erreichen dann konstant über 25 Grad, und auch das Meerwasser bietet mit 26 bis 28 Grad Wassertemperatur keinen Anlass, Frostbeulen zu fürchten.

Reisen Sie mit Costa Kreuzfahrten zu den Sehenswürdigkeiten Yucatans

Die Maya-Ruinen von Chichen Itza oder doch lieber die Schildkröten von Akumal Bay? Am besten beides und noch viel mehr! Mit Costa Kreuzfahrten erleben Sie die Höhepunkte der Halbinsel Yukatán vom Wasser aus genauso wie auf unseren Ausflügen vor Ort