Der 8. Juni ist der internationale Tag des Meeres. Seine Einführung wurde 1992 während des Erdgipfels in Rio de Janeiro beschlossen. Er wird seit 2009 von den Vereinten Nationen begangen und soll den Menschen die Schönheit der Meere nahebringen, vor allem aber für den Erhalt der marinen Ökosysteme sensibilisieren, die durch industriellen Fischfang, Umweltverschmutzung und die fortschreitende Versauerung gefährdet sind.

"In dieser ausgedehnten Meeresfläche leben Finnwale, Pottwale, gemeine Delphine, Fleckendelphine (kleine Delphine mit weißer Bauchzeichnung) und einige Tümmlerarten, die man zuweilen auch nahe der Küste beobachten kann"

Obgleich 71% der Erde von Meer bedeckt sind, gibt es nur sehr wenige Schutzflächen (etwas mehr als 2%), allerdings werden es langsam mehr. Hier einige der spektakulärsten und unberührtesten Schutzgebiete weltweit.

Pacific Remote Islands Marine National Monument

Dieses im Pazifischen Ozean gelegene Schutzgebiet erstreckt sich über mehr als zwei Millionen Quadratkilometer und steht unter dem Schutz der USA. Es umfasst einige unbewohnte Atolle im Süd-Südwesten von Honolulu und Amerikanisch-Samoa und bietet zahlreichen endemischen Arten Lebensraum, darunter Meeresschildkröten, Hawaii-Mönchsrobben und weiteren Säugetieren, Sandbankhaien, Soldatenfischen, Krustentieren aller Art und Seevögeln. Zudem findet man am Kingmanriff die seltenen Korallenpilze.

Pelagos

1999 wurde der Sanctuaire Pelagos oder Santuario dei Cetacei zum Schutz des Bestands der Wale und Delphine eingerichtet. Er umfasst mehr als 25.000 km2, die zu Frankreich (Côte d´Azur und Korsika), Italien (Ligurien, Toskana und nördliches Sardinien) und Monaco gehören. In dieser ausgedehnten Meeresfläche leben Finnwale, Pottwale, gemeine Delphine, Fleckendelphine (kleine Delphine mit weißer Bauchzeichnung) und einige Tümmlerarten, die man zuweilen auch nahe der Küste beobachten kann. Im Sommer gibt es eine Reihe von privaten Anbietern, die Bootsausflüge organisieren, auf denen man einige der hier lebenden Arten beobachten kann. Im Angebot ist auch Whale Watching.

Australian Whale Sanctuary

Hierbei handelt es sich um das größte Schutzgebiet weltweit für Delphine und den südlichen Glattwal, der lange Opfer der illegalen Jagd war. Zum Sanctuary gehören die Gewässer im Umkreis von 370 km um Australien sowie weitere Abschnitte zugehöriger Gebiete (eine Reihe von Inseln im Indischen und Pazifischen Ozean, darunter die Weihnachtsinsel und die Norfolkinsel) und einige Abschnitte der australischen Antarktis. Das 1999 eingerichtete Schutzgebiet umfasst eine Fläche von mehr als 8,5 Millionen km2, darunter das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

Parco Marino Nazca-Desventuradas

Hier handelt es sich um ein Schutzgebiet, das 2015 dank der gemeinsamen Bemühungen der chilenischen Regierung und von Oceana, einer Organisation, die sich für den Schutz der Meere engagiert, eingerichtet wurde. Der Name geht auf die Desventuradas-Inseln zurück, die 900 km vor der chilenischen Küste im Pazifik liegen. Auf mehr als 300.000 km2 Meeresfläche (womit es das größte Meeresschutzgebiet Amerikas ist und 12% der chilenischen Gewässer betrifft) leben zahlreiche endemische Arten dank der Entfernung zur Küste weitgehend ungestört. Es handelt sich um einen einzigartigen Lebensraum mit Tiefsee-Haien, Gelbschwanzmakrelen und Langusten, die bis zu 60 cm lang werden. Sie stellen die Lebensgrundlage der einheimischen Fischer dar, die als einzige die Erlaubnis haben, sie zu fischen.

Meeresschutzgebiet Santa Lucia

Wir befinden uns im iSimangaliso Wetland Park, einem der eindrucksvollsten Schutzgebiete Südafrikas (an der Ostküste von KwaZulu-Natal, nahe der Grenze zu Mozambique gelegen), das von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde. Hier gibt es im Indischen Ozean die südlichsten Korallenriffs Afrikas, während die Meerescanyons Tieren wie der Latimeria, einer rezenten Art der Quastenflosser, Lebensraum bieten und die Buckelwale vorbeischwimmen und mit bemerkenswerten Sprüngen beeindrucken.

Fotos: MONDADORI PORTFOLIO/AGE FOTOSTOCK

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