Oft ist Ijmuiden nur ein Durchgangsort für Schiffe, die aus der Nordsee kommend in den Hafen von Amsterdam einlaufen. Dabei hat auch die etwa 30.000 Einwohner zählende Küstenstadt ihre Reize. Der Hafen der Stadt gehört zu den bedeutendsten Häfen der Niederlande. Nach seiner Fertigstellung war er der erste Hafen, der zwischen Den Helder im Norden und Rotterdam im Süden eröffnet wurde. Das örtliche Stahlwerk gehört zu den größten in Europa, im Zweiten Weltkrieg entstanden entlang der Küste der Niederlande und so auch rund um Ijmuiden zahlreiche Bunkeranlagen, von denen einige heute noch zugänglich sind. In der Ijmuiden nahe gelegenen Stadt Haarlem wiederum sind bis heute einige typische Hofjes zu bestaunen. Auch Haarlem ist von Ijmuiden aus einen Tagesausflug wert, wie selbstverständlich auch das nahe gelegene Amsterdam mit seinen Grachten, zahlreichen Sehenswürdigkeiten und hochklassigen Museen. In unserem Text zu Ijmuiden und dem Umland der Stadt befassen wir uns mit den folgenden Themen:

Die Geschichte der Stadt

Als am 1. November 1876 nach elf Jahren Bauzeit der Nordseekanal als direkter Handelsweg aus der Nordsee bis in das 21 Kilometer im Landesinneren liegende Amsterdam eröffnet wird, schlägt am Südufer des Kanals auf der Nordseeseite die Geburtsstunde der Gemeinde Ijmuiden. Viele der ersten Bewohner der heute mehr als 30.000 Einwohner zählenden Siedlung sind seinerzeit am Bau des Kanals beteiligt. Nach dessen Fertigstellung sorgen neben dem 1918 gegründeten Stahlwerk auch die beiden Schleusen an der Kanaleinfahrt für Lohn und Brot. 

Zunächst sind die Schleusen in Ijmuiden nur für Schiffe bis 120 Meter Länge befahrbar, bis 1929 wird das Schleusensystem dann an die wachsende Größe der Schiffe angepasst, die in den Hafen von Amsterdam einfahren möchten. So entsteht 1929 mit der Nordschleuse eine der größten Schleusenanlagen der Welt, die in absehbarer Zeit mit der Fertigstellung der neuen Seeschleuse in Ijmuiden noch einmal übertroffen wird. Die Ende des 19. Jahrhunderts nördlich der Schleusenzufahrt errichtete Festung gehört über Jahrzehnte zum Verteidigungsring Amsterdams, heute hat sie keine Bedeutung mehr. Als Naherholungsgebiet für die Bewohner Ijmuidens dienen heute die nördlich und südlich der Kanaleinfahrt liegenden langen Sandstrände.

Ijgeul und die Leuchttürme

Mit dem Begriff Ijgeul wird eine 43 Kilometer lange und bis zu 600 Meter breite Wasserfahrrinne bezeichnet, die von Ijmuiden in der Verlängerung des Nordseekanals eine Verbindung zu den Schifffahrtsstraßen der Nordsee darstellt. Grund für den Bau der Wasserstraße waren die seichten Küstengewässer vor Ijmuiden und die eingeschränkte Erreichbarkeit des Hafens für große Frachtschiffe. 1967 wurde die Fahrrinne zunächst auf 15 Meter, 1982 dann auf 16,5 Meter vertieft. Eine weitere Vertiefung des Ijgeul macht es seit 2006 Schiffen bis zu 17,6 Metern Tiefgang möglich, den Hafen von Ijmuiden anzulaufen. 

Von hier aus kann der Nordseekanal nur noch von Schiffen mit maximal 13,7 Metern Tiefgang befahren werden. Eine besondere Bedeutung für anfahrende Schiffe in der Fahrtrinne haben die beiden Leuchttürme im Hafen von Ijmuiden, der 42 Meter hohe Hoge Vuurtoren und der 24 Meter hohe Lage Vuurtoren. Die beiden Leuchttürme bilden für sie beim Einlaufen in den Hafen von Ijmuiden eine Feuerleitlinie. Stehen die beiden Feuer der Leuchttürme bei der Fahrt durch den Ijgeul vom Schiff aus in einer Sichtachse übereinander, befinden sich die anfahrenden Schiffe auf dem richtigen Kurs.

See- und Hafenmuseum

Neben dem Hoogovensmuseum, das sich mit der Geschichte des einst staatlichen niederländischen Stahlherstellers befasst, dessen 1918 gegründetes Werk in Ijmuiden noch heute  besteht, ist das See- und Hafenmuseum in der Stadt seit seiner Eröffnung 1994 ein beliebter Ausflugsort. In den Gebäuden der ehemaligen Fischereischule entsteht seinerzeit das Museum, das sich nicht nur der Entstehungsgeschichte des Nordseekanals und der Industrie in Ijmuiden widmet, sondern auch Schifffahrtsthemen wie das Lotsen- und Rettungswesen behandelt. Spannend ist neben dem Besuch der Maschinenhalle, in der eine Sammlung alter Schiffsmotoren ausgestellt ist, die Besichtigung des Radarturms. 

Im Außenbereich des Museums sind mehrere Schiffe und Rettungsboote ausgestellt. Geöffnet ist das Museum außerhalb der Schulferien jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet für Erwachsene sieben Euro, Senioren ab 65 zahlen ermäßigt fünf Euro.

Bunkermuseum Ijmuiden

Als die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg am 10. Mai 1940 in die Niederlande einmarschiert und das Land innerhalb von fünf Tagen ohne großen Widerstand besetzt, wird das deutsche Nachbarland gegen seinen Willen in den Krieg gezogen. Ab 1942 beginnen die deutschen Besatzer auch an der Nordseeküste der Niederlande mit dem Bau von Verteidigungsbunkern, die zum sogenannten Atlantikwall gehören. In Ijmuiden kann einer der Bunkerkomplexe besichtigt werden. In den erhaltenen oder wieder hergerichteten Bunkern informiert die Ausstellung unter anderem über den Bau und die Absichten des Atlantikwalls sowie über das Leben der Soldaten zwischen Schützengräben und Bunkerwänden. 

Eine spannende Geschichte erzählt der Seehund-Pavillon: Hier ist eines von insgesamt 285 im Zweiten Weltkrieg eingesetzten deutschen Mini-U-Booten vom Typ 127 „Seehund“ zu sehen. Mit dem ausgestellten U-Boot zogen zwei Mann Besatzung vor Ijmunden gegen britische Kanonenboote in die Schlacht. Ein weiterer Bunker auf dem Gelände des Museums zeigt jedoch auch die Langeweile des Krieges. Hier verzierten Soldaten die Wände mit Skizzen. Die 'Wandmalereien' wurden restauriert und können bei einem Museumsbesuch besichtigt werden.

Haarlem

Windmühlen, Grachten und Zugbrücken – in Haarlem am Ufer der Spaarne einige Kilometer südlich von Ijmuiden sind einiger der typischen Niederlande-Klischees heute noch lebendig. Stadtrechte erhält Haarlem bereits im Jahr 1249. Bekannt ist die Stadt heute für ihre Hofjes, von reichen Wohltätern gestiftete, typische niederländische Wohnhöfe aus dem 14. Jahrhundert, in denen fromme alte Damen ihren Lebensabend gemeinsam verbrachten. 

Die 21 Hofjes, die auf der Hofjes-Route durch Harlem noch zu bestaunen sind, sind ähnlich aufgebaut: Durch ein Tor betritt man einen zentralen Garten, um den sich die Wohnhäuser der Damen anordnen, von denen als Gegenleistung für ihre kostenfreie Logis ein gottesfürchtiges Leben erwartet wurde. In der Jopenkerk, der ehemaligen Jakobskirche geht es heute nicht mehr ganz so tugendhaft zu. Seit 2010 beherbergt die ehemalige Kirche die erste Haarlemer Brauerei seit 1916. In Anlehnung an die Jopen, historische Bierfässer mit 112 Litern Fassungsvermögen, die in der Hochzeit der Haarlemer Bierherstellung über die Spaarne transportiert werden, wird die Brauerei 'Jopen' genannt.

Die Sehenswürdigkeiten in Amsterdam

Die Liste der Sehenswürdigkeiten Amsterdams ist lang, und einige Orte sollten Sie wenn Sie Amsterdam besuchen in jedem Fall in Ihre persönliche Favoritenliste aufnehmen. Amsterdam ist eine Stadt der Kanäle und der Kunst, und während man die rund 100 Kanäle mit ihren mehr als 600 Brücken am besten bei einer Grachtenrundfahrt erkundet, ist die Kunst-Metropole Amsterdam in den Museen der Stadt verankert. Mit dem Rijksmuseum, dem Stedelijk Museum, dem Rembrandt-Haus und dem Van Goch-Museum bietet Amsterdam gleich vier Kunstmuseen von Weltrang. 

Auch die Märkte der Stadt sind beliebt, der schwimmende Blumenmarkt am Singelkai genauso wie der Waterloopein, auf dem noch heute manche Rarität aus längst vergangenen Zeiten gehandelt wird. Spannend ist auch der Besuch der 1991 eröffneten Heinecken-Experience, in der sich alles um die kleinen grünen Bierflaschen dreht, die von Amsterdam aus ihren Siegeszug um die Welt antraten. Und wem die Erlebnisse der Stadt wider erwarten doch nicht ausreichen, der findet in der Umgebung Amsterdams noch Ausflugsziele wie Delft oder den Keukenhof, der als größter Blumenpark der Welt gilt.

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