Das kleine Fischerdorf Kalamba an der Mündung des Kelani Ganga in den Indischen Ozean gilt als der Ursprungsort für Colombo, die heute größte und bedeutendste Stadt Sri Lankas. Lange Zeit ist der Ort ein Zentrum des Zimthandels. Um ihn zu sichern, bauen die ab dem 16. Jahrhundert herrschenden Portugiesen ein Fort. Die Gegend um das ehemalige Fort bildete lange Zeit das Zentrum Colombos, doch das Stadtbild der Hafenstadt hat sich grundlegend gewandelt. Viele ehemalige Kolonialhäuser aus der britischen Herrschaftszeit sind mittlerweile aus Colombo Fort verschwunden. An ihrer Stelle bilden Hochhäuser die neue Skyline Colombos, während westlich der alten Kernstadt seit einigen Jahren durch Landgewinnung die neue Finanz- und Hafencity aus dem Meer wächst. Östlich von Colombo Fort, in Pettah, drehen sich die Uhren der Zeit bedeutend langsamer. Im Zentrum des Viertels der muslimischen Händler und Geldleiher steht die gewaltige Jami-ul-Alfar-Moschee, die mehrere Tausend Gläubige zeitgleich besuchen können. Das administrative und kulturelle Zentrum Colombos liegt indes heute in den Cinnamon Gardens rund um den Viharamaradevi Park. Im exklusivsten und grünsten Stadtteil Colombos, einst eine Zimt- und Gewürzplantage, befinden sich das Nationalmuseum Sri Lankas und der Gangaramaya-Tempel, die unter anderem im folgenden Text näher beschrieben werden:

Geschichte der Stadt

Kolonialbauten, Moscheen und heilige Tempel: Die Geschichte Colombos, die sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt, spiegelt im Kleinen die Geschichte Ceylons, des heutigen Sri Lankas wieder. Schon im 5. Jahrhundert ist die Stadt an der Westküste der Insel den Römern als Handelsstadt bekannt, doch auch chinesische und arabische Händler entdecken die Hafenstadt für sich. Die Moscheen von Pettah zeugen noch heute von der langen muslimischen Tradition in Colombo, das im 16. Jahrhundert von den Portugiesen erobert wird. 

1656 werden sie von den Niederländern verdrängt, die wiederum 140 Jahre lang über den Großteil Ceylons herrschen, bis 1796 die Briten von Ihnen die Insel mit Ausnahme des Königreiches Kandy erobern. Als Ceylon 1802 zur britischen Kronkolonie wird, löst Colombo die ehemalige Königsstadt Anuradhapura als Hauptstadt ab. Auch über die Unabhängigkeit Ceylons 1948 und die Bildung der Republik Sri Lanka 1972 hinaus bleibt Colombo, das heute rund 800.000 Einwohner zählt, Hauptstadt des Inselstaates.     Der Regierungssitz des Landes befindet sich seit 1982 in Sri Jayewardenepura im Südosten Colombos.

Der Pettah-Markt

Zahlreiche Märkte liegen über das weitläufige Stadtgebiet Colombos verteilt – so wie der Galle Face Green Night Market mit seinen kulinarischen Köstlichkeiten und der Kala Pola Art Market, der vor allem mit Kunst und Handwerk begeistert. Der größte und spannendste Markt in Colombo ist jedoch der Pettah-Markt, der am Hauptbahnhof Colombos seinen Anfang nimmt und sich wie ein Labyrinth durch die angrenzenden Gassen des Pettah-Stadtviertels zieht. 

Ein Teil des Marktes besteht aus Lebensmittelständen, an denen selbst der oder die passionierte Asienreisende noch manch eine unbekannte Kräuter-, Obst- und Gemüsesorte findet. Durch die Gassen des belebten und beliebten Marktes 'schwimmt' man dann am besten mit dem Menschenstrom. In den Auslagen jeder Gasse finden sich andere Produkte, doch ganz gleich zu welchem Produkt gilt bei Kaufinteresse an jedem Stand: Handeln, handeln, handeln! Denn das gehört im Umgang mit den gewieften Markthändlern auf dem Pettah-Markt einfach dazu, und es steigert die Wahrscheinlichkeit, dass man für ein vermeintliches Schnäppchen nicht am Ende doch noch zu viel bezahlt.

Das Nationalmuseum

Seit 1877 wird die Geschichte Sri Lankas von den mittelalterlichen Königreichen über die Kolonialzeit bis zur Gründung der modernen, multiethnischen Republik in einem schneeweißen Haus in Colombo, dem Nationalmuseum erzählt, das sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus Colombos am Südende des Viharamaradevi Park befindet. Ein Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Geschichte der singhalesischen und tamilischen Königreiche, die Teile der Insel im Mittelalter beherrschten. Der Thron des letzten Königs von Kandy, der 1815 von den Briten abgesetzt wurde sowie die Kronjuwelen des einstigen Königreiches gehören zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken, die das Museum beherbergt. In der zum Museum gehörenden Nationalbibliothek findet sich zudem – verankert durch ein Gesetz aus dem Jahr 1885 – eine Kopie jedes öffentlichen Dokumentes, das in Ceylon seit dieser Zeit erstellt wurde.

Der Gangaramaya-Tempel

Mit rund 70 Prozent der Bevölkerung gehört heute ein Großteil der rund 23 Millionen Bewohner Sri Lankas dem buddhistischen Glauben an, der auch in der Verfassung des Landes einem besonderem Schutz unterliegt. Einer der wichtigsten Tempel der gläubigen Buddhisten ist der Gangaramaya-Tempel, der am Beira-See in Colombo liegt. Er wurde im späten 19. Jahrhundert erbaut und ist nicht nur am Vollmondtag des singhalesischen Monats Navam – dem Februar – ein Zentrum des Glaubens. 

An diesem Tag startet am Gangaramaya-Tempel die Navam Maha Perahera, eine festliche Prozession, zu der neben vielen buddhistischen Mönchen auch Tänzer und Trommler aus dem ganzen Land anreisen. Auch die zur Prozession mit Geschmeiden behangenen Elefanten, die ein Teil der Zeremonie sind, sind für die Besucher der Navam Maha Perahera eine außergewöhnliche Attraktion. Gefeiert wird die religiöse Zeremonie in der Hauptstadt Sri Lankas seit 1979. Regelmäßig zieht sie mehr als eine Million Teilnehmer und Besucher nach Colombo.

Viharamaradevi Park

Im Zentrum Colombos, unmittelbar zwischen dem Rathaus der Stadt und dem Nationalmuseum befindet sich mit dem Viharamaradevi Park der älteste und größte Park der Stadt. Der Park wurde während der britischen Kolonialherrschaft angelegt, was auch seinen frühen Namen 'Victoria Park' zu Ehren der einstigen britischen Königin Victoria begründet. 1958 folgte die Umbenennung des Parks, der seither nach der frühen Königin Viharamahadevi benannt ist, die in vorchristlicher Zeit lebte und als Mutter von König Dutugamunu in Sri Lanka höchste Anerkennung genießt. An der heutigen Stelle eine Buddha-Statue stand in früheren Tagen eine Statue Königin Victorias. Auch sie musste mittlerweile genauso weichen wie auch ein Cricket-Feld, auf dem bis 1995 mehr als 60 Jahre lang sportliche Wettkämpfe zwischen einheimischen und Teams aus anderen Nationen ausgetragen wurden.

Kulinarisches in Colombo

Es ist wahrlich nicht schwer, sich in der Küche Sri Lankas zu verlieren, die natürlich auch in der Inselhauptstadt Colombo allgegenwärtig ist. Von Rotis, kleinen Weizenmehlfladen, die es eingerollt mit Gemüse oder in der süßen Variante mit eingebackenen Kokosraspeln gibt, geht es in Colombo kulinarisch über die kalorienreichen Wadis, frittierte Donuts bis hin zum Watalappan, einem gewürz- und geschmacksintensiven Kokosnusspudding. An Schärfe mangelt es der Küche Colombos indes ganz sicher nicht. Im Gegenteil: Die Bewohner Sri Lankas lieben scharfes Essen. 

Dementsprechend groß ist die Auswahl an Curry-Gerichten nicht nur in den Restaurants in Colombo, sondern auch auf den Märkten und an den Gärküchen in den Straßen und Gassen der Stadt. Insbesondere die roten Curryarten, die aus scharfen Chilis hergestellt werden, bringen im Umgang mit Curry Ungeübte kräftig ins Schwitzen, während weiße, aus Kokosraspeln bestehende Currysorten bei Neuankömmlingen im kulinarischen Sri Lanka weitaus weniger starke Reaktionen hervorrufen.

Was es auf Sri Lanka zu sehen gibt

Die bedeutendsten touristischen Sehenswürdigkeiten auf Sri Lanka bilden zugleich eine spannende Reise durch die Geschichte des Landes. In Anuradahpura, der ersten Hauptstadt des singhalesischen Königreiches, befindet sich mit dem Sri Mahabodhi eine der bedeutendsten buddhistischen Pilgerstätten der Insel. Nach der Zerstörung der Stadt löst Polonnaruwa für mehr als vier Jahrhunderte Anuradhapura als Hauptstadt der Singhalesen ab. Dann wird die Urwaldstadt aufgegeben und erst im 19. Jahrhundert wiederentdeckt. Heute gehört Polonnaruwa als Ruinenstadt zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO. 

Die Zahnreliquie des Buddha, seinerzeit das Heiligtum Polonnaruwas, wird heute im Zahntempel in Kandy aufbewahrt, der wie auch der buddhistische Höhlentempel in Dambulla ebenfalls zu den Welterbestätten Sri Lankas zählt. Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Inselstaates ist auch die Felsenfestung Sigiriya aus dem 5. Jahrhundert. Bis ins 14. Jahrhundert wird die von König Kassapa erbaute Festung als Kloster genutzt. Seit 1890 wird die Geschichte Sigiriyas intensiv erforscht, wobei auf halber Höhe des Monolithen auch die Freskenmalereien der 'Wolkenmädchen' entdeckt werden, von denen mehr als 20 erhalten sind und restauriert werden konnten.

Entdecken Sie Colombo

Bei ihrer nächsten großen Weltreise, die im Januar 2022 beginnt, macht Costa Deliciosa auch in Colombo auf Sri Lanka Halt. Doch bevor es auf die Insel im Indischen Ozean geht, stehen auf dieser Reise spannende Orte in Europa, Südamerika, in der Südsee, Neuseeland, Australien und Ostasien im Reiseplan. In Venedig startet die Costa Deliziosa am 8. Januar 2022. Weitere Zustiegsorte sind Civitavecchia/Rom, Savona und Barcelona. Die unvergessliche Weltreise endet nach einer Weltumrundung und vier Monaten auf See im Mai 2022.