Nur wenige Orte im Mittelmeerraum sind in der Öffentlichkeit zwar präsent, doch für die große Masse der Urlauber dennoch weitestgehend unbekannt. 

So auch die Costa Smeralda, die im Nordosten der Mittelmeerinsel Sardinien ein Dasein im Glanz und Glamour des internationalen Jet-Set zur Schau stellt, ohne jedoch eine touristische Hochburg zu sein. 

Dies mag wohl auch daran liegen, dass die Smaragdküste seit ihren Anfängen in den 1960er-Jahren ein Rückzugsort der Schönen und Reichen war – und dass sich dies bis heute nicht geändert hat, auch wenn Roger Moore als James Bond 1977 bei den Dreharbeiten zum 007-Klassiker „Der Spion, der mich liebte“ in Porto Cervo weilte, was dem kleinen Ort schlagartig riesige Aufmerksamkeit bescherte. 

Und dennoch - während ihrer Urlaubstage fühlen sich auch heute noch zahlreiche Stars und Sternchen an der Costa Smeralda heimisch. In diesem Text befassen wir uns mit den interessantesten Orten entlang der Küste und in deren Hinterland. 

Auch einige Tipps zum Besuch der schönsten Strände und der exklusivsten Clubs der Costa Smeralda finden Sie im Folgenden:

Die Geographie der Costa Smeralda

An der Nordostküste Sardiniens erstreckt sich über mehr als 40 Kilometer die Costa Smeralda, die Smaragdküste mit türkisblauem Wasser, Pinienwäldern und zahlreichen versteckten Buchten. 

Vor der Gemeinde Palau geht die Küste in das Maddalena-Archipel über, eine Inselgruppe mit mehr als 60 Inseln. 

Sassari, die im Nordwesten gelegene Provinzhauptstadt der gleichnamigen nördlichsten Inselprovinz auf Sardinien, ist heute das obere Verwaltungszentrum für die Gemeinden entlang der Costa Smeralda, die zur sardischen Region Gallura zählen. 

Im Süden ist die Smaragdküste von der rund 65.000 Einwohner zählenden Stadt Olbia begrenzt, die von 2001 bis 2016 Hauptstadt der Provinz Olbia-Tempio war. Die Provinz, zu der seinerzeit auch die Gemeinden entlang der Costa Smeralda gehörten, wurde 2016 im Zuge einer Regionalreform wieder in die Provinz Sassari eingegliedert.

Mit rund 500.000 Einwohnern und einer Fläche von rund 7.700 Quadratkilometern ist Sassari nach Einwohnern und nach Fläche die größte der fünf Provinzen auf Sardinien.

Arzachena

25 Kilometer nördlich von Olbia, dem Fährhafen zum italienischen Festland und ebenso weit entfernt von Santa Teresa Gallura, wo im Nordosten Sardiniens die Fähren zur 12 Kilometer entfernten französischen Nachbarinsel Korsika ablegen, liegt Arzachena mit seinen Fundstücken aus den frühen Bonnanaro- und Nuraghenkulturen. 

Die Bonnonaro-Kultur entwickelte sich um 2200 vor Christus, sie war ein Vorläufer der Nuraghenkultur, die ab 1600 vor Christus entstand. 

Nuraghen, in der Sprache der Einwohner Sardiniens 'Steinhaufen', heißen auch die Turm ähnlichen, prähistorischen Steinaufschüttungen aus jener Zeit, die aus Steinen unterschiedlicher Größe bestehen und nach oben zulaufen. 

Die Nutzung der Nuraghen ist bis heute nicht exakt geklärt, auf Sardinien existierten einst jedoch etwa sieben- bis zehntausend Nuraghen. Nahe Arzachena ist die Nuraghe La Prisgiona ein Zeugnis aus der Frühzeit der Inselbesiedlung. 

Gemeinsam mit Coddu Veccio, dem Gigantengrab, und der Nuraghe Demuro bildet La Prisgiona nahe Arzachena ein prähistorisches Highlight. 

Porto Cervo

Das Anfang der 1960er Jahre entstandene Porto Cervo, ein direkt an der Costa Smeralda gelegener Ortsteil von Arzachena, ist mit seinem mondänen Yachthafen eines der touristischen Zentren im Nordosten Sardiniens. 

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der von Prinz Karim Aga Khan IV. maßgeblich finanzierte und entwickelte Touristenort als Tummelplatz für den oft mit der eigenen Yacht anreisenden internationalen Jet-Set etabliert. 

Nicht selten flanieren Models, Filmstars und Stars aus der Musikszene zwischen Piazetta, Sottopiazza und La Passegiatta und besuchen die dortigen Luxusboutiquen der bekanntesten Modedesigner der Welt. 

Große Hotelanlagen sucht man in Porto Cervo – oder Poltu Celvu, wie der Ort im lokalen sardischen Dialekt heißt – vergebens. Die Architektur der exklusiven Hotels und Luxusvillen vor Ort passt sich der Umgebung und dem ursprünglichen Baustil im Norden Sardiniens an.

Porto Rotondo

Etwas südlich von Porto Cervo ist Porto Rotondo auf dem Weg in Richtung Olbia der zweite bedeutende Urlaubsort an der Costa Smeralda. Der Ort, der nur über zwei Hauptstraßen, die Via Marinella und die Via Monte Ladu erreicht werden kann, liegt auf einer Halbinsel, die an drei Seiten vom Meer umspült wird. 

Wie in Porto Cervo gibt es auch in Porto Rotondo zahlreiche Luxusvillen, die sich ringförmig um den 'runden Hafen' in die Hügel Porto Rotondos einbetten. Das Herz der Gemeinde schlägt rund um die Piazetta San Marco, an der auch die Passeggiata del Porto vorbeiführt, die Flaniermeile, die einmal rund um den Hafen bis hin zum mondänen Yachtclub von Porto Rotondo führt. 

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehört die 2008 fertiggestellte Kirche San Lorenzo, in der Hunderte von Mario Ceroli erstellte Holzfiguren bedeutender örtlicher Persönlichkeiten einen imposanten Gegenpol zu den im Marmorboden verewigten Profilen der letzten sechs Päpste darstellen. 

Nicht zuletzt gehört auch ein Kunstwerk des britischen Künstlers Emmanuel Chapalain zu den Sehenswürdigkeiten in Porto Rotondo: Chapalains 2016 in der Fußgängerzone der Gemeinde mit Mosaiksteinen aus der Region fertiggestellte 'Food Chain' zeigt die Nahrungskette des Meeres. 

Besonders bei einem Spaziergang im abendlichen Sonnenuntergang ist die 'Food Chain' ein faszinierendes Erlebnis.

Cannigione

Cannigione ist etwa 15 Kilometer westlich von Porto Cervo direkt am Golf von Arzachena gelegen, was die kleine Gemeinde zu einem perfekten Ausgangspunkt für einen Bootsausflug auf die Inseln des Maddalena-Archipels macht. 

In Cannigione leben nur etwa 800 Einwohner, das Leben ist hier etwas ruhiger und beschaulicher als in den beiden nahe gelegenen Jet-Set-Gemeinden Porto Cervo und Porto Rotondo. In Cannigione kommen nicht nur Familien auf ihre Kosten: Der Strand der Gemeinde ist weitläufig und flach, und in der Nähe gibt es in einem Feuchtgebiet noch viele Vogelarten wie Flamingos, Reiher und Wildenten zu sehen. Auch Taucher und Schnorchler fühlen sich rund um Cannigione wohl. 

Wanderer schätzen die kleine Gemeinde als Einstiegsort für einen Aktivtag im Norden Sardiniens.

Die schönsten Strände an der Costa Smeralda

Entlang der Costa Smeralda gibt es – wie eigentlich überall auf Sardinien – eine schier unglaubliche Anzahl an traumhaften Buchten und Stränden.

Beginnen wir südlich von Porto Cervo, wo die halbmondförmige Bucht mit der Spiagga del Grande Pevero zu den weitläufigen Stränden der Costa Smeralda gehört. Noch etwas weiter südlich wird es dann karibisch: Große Granitblöcke ragen an der Cala Capriccioli, von der aus man tolle Ausblicke zu den Inseln Soffi und Mortorio erhaschen kann, aus dem flach ins Meer abfallenden Wasser. 

Porto Rotondo wiederum wartet gleich mit einer ganzen Reihe an Stränden auf, die von der Gemeinde aus fußläufig erreichbar sind: Die Spaggia di Ira liegt westlich der Gemeinde, die Spiaggia dei Sassi und die Spiaggia Punta Volpe liegen nördlich von Porto Rotondo auf einer Halbinsel. 

Hier ist mit der Spaggia di Shirley Bassey auch ein Strand nach der walisischen James-Bond-Interpretin Shirley Bassey benannt, die auf Sardinien viele Urlaubstage verbrachte.

Was es auf Sardinien zu sehen gibt

Strände, Straßen, Städte – Urlaubstage auf Sardinien sind sehr abwechslungsreich, und wer auf der Insel unterwegs ist, sollte sich einige Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen. So zum Beispiel die Panoramastraße SP71, die Strada Panoramica della Costa del Sud, die – wie der Name schon sagt – im Süden Sardiniens an zahlreichen Traumstränden vorbei von Porto Teulada nach Chia führt. 

Weniger Strände, dafür umso mehr spektakuläre Ausblicke bietet die SP83 an Sardiniens Westküste mit der Mine Porto Flavia und dem nach dem Zuckerhut in Rio de Janeiro benannten Felsen Pan di Zucchero. 

Westlich der Stadt Alghero auf dem Weg zur Halbinsel Capo Caccia mit ihrem Leuchtturm gehört die Neptungrotte zu den größten Naturwundern Sardiniens. 

Bei ruhigem Wellengang kann die Grotte per Ausflugsschiff befahren werden. Ansonsten lohnt sich aber auch der nicht ganz unanstrengende Weg über 654 Felsstufen hinab in das vier Kilometer lange Höhlensystem, in dem es geführte Touren gibt. 

Und schließlich gibt es in Orgosolo im zentralen Bergland Sardiniens südlich von Nuoro noch die dortigen mehr als 200 Wandmalereien zu bestaunen. 

Sie stellen aktuelle Anlässe nach und können optional kostenfrei oder kostenpflichtig mit Karte und/oder Audioguide abgelaufen werden. Alternativ zu Orgosolo ist auch das Museumsdorf San Sperate im Süden Sardiniens ein toller Ort, um Wandmalereien zu bewundern.

Entdecken Sie das Mittelmeer mit Costa Kreuzfahrten

Sardinien und die sardische Hauptstadt Cagliari sind ab April 2022 bei unseren achttägigen Mittelmeer-Rundfahrten mit Costa Firenze ein fester Bestandteil. 

Die Kreuzfahrten können zu zahlreichen Terminen im Sommer 2022 ab Civitavecchia/Rom, Genua oder Barcelona gebucht werden. Einmal auf Sardinien angekommen bieten wir Ihnen ein breites Ausflugsprogramm beginnend mit einer Stadtführung in Cagliari und der Fahrt ins Museumsdorf San Sperate über das Nuraghendorf von Barumini bis hin zu einem entspannten Strandtag an den Traumstränden Sardiniens. 

Kommen Sie an Bord und entdecken Sie Sardinien mit Costa Kreuzfahrten