Der Westen Norwegens ist geprägt von seinen atemberaubenden Fjordlandschaften. Im Norden Fjordnorwegens gehört der Moldefjord mit der angrenzenden Stadt Molde zu den nördlichsten Fjordausläufern der Region. 

Nach einer frühen touristischen Geschichte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert ist Molde heute ein Verwaltungszentrum, das als Ausgangspunkt für viele spannende Wanderungen und Ausflüge im Um- und Hinterland dient. 

Spektakulär ist der Aussichtspunkt Varden oberhalb von Molde, von wo aus sich Besuchern bei klarem Wetter ein spektakuläres Bergpanorama mit 222 Gipfeln bietet. 

Auch die Atlantikstraße nördlich von Molde ist ein absolutes Highlight in der Region. Lesen Sie in diesem Text mehr zu den folgenden Themen:

Lage und Erreichbarkeit

Norwegen ist unterteilt in fünf Landesteile. Vestlandet, das Westland, das sich entlang der  Nordseeküste im Westen Norwegens erstreckt, ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern der zweitgrößte Landesteil Norwegens, das insgesamt rund 5,4 Millionen Einwohner zählt. 

Vestlandet ist unterteilt in drei Provinzen. Molde ist die Hauptstadt der nördlichsten Provinz in Vestlandet, More og Romsdal. Am 21. Januar 1916 fiel die Stadt, die im 18. und 19. Jahrhundert ein Zentrum der norwegischen Textilindustrie war, einem Stadtbrand zum Opfer. 

Im Zweiten Weltkrieg stand Molde im April und Mai 1940 unter starkem Beschuss der deutschen Luftwaffe. Der 29. April 1940, an dem Molde im deutschen Bombenhagel nahezu völlig abbrannte, wurde zum schwärzesten Tag in der Geschichte der Stadt. 

Erreichbar ist Molde, das heute rund 32.000 Einwohner zählt, per Flugzeug über den 1972 eröffneten Flughafen Molde-Aro. Am Ufer des Moldefjord verbinden zwei tägliche Schiffslinien die Stadt mit den weiteren großen norwegischen Küstenstädten auf der Route von Bergen im Süden nach Kirkenes im Norden. 

Die Anreise nach Molde mit dem Auto erfolgt von Süden über die Europastraße 39 mit einer Fährpassage durch den Moldefjord.       

Die Rosenmädchenstatue

Zum Ende des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert gehörte Molde zu den beliebtesten Touristenorten Norwegens für britische und deutsche Schiffsreisende. Kaiser Wilhelm II. besuchte Molde ebenso regelmäßig wie sein Cousin, der britische König Georg V., dessen Schwester Maud 1906 den ersten König des neuen norwegischen Königreiches, Haakon VII. heiratete. 

Zu jener Zeit verfügte Molde, dessen Name sich aufgrund der dortigen fruchtbaren Erde vom norwegischen 'mold', dem Wort für 'Mutterboden' ableitet, über zahlreiche Rosen gesäumte Parks und Gärten, die der Stadt den Spitznamen 'Rosenstadt' einbrachten. 

Mit dem Stadtbrand von 1916, bei dem ein Drittel der Stadt zerstört wurde, endete die Ära der Rosenstadt. Seit 1966 jedoch, als das neue Rathaus in Molde eröffnet wurde, wird in einem 2000 Quadratmeter großen Rosengarten auf dem Rathausdach an die Zeit Moldes als Rosenstadt erinnert. 

Die Skulptur des Rosenmädchens vor dem Rathaus gibt es seit 1972. Das Rosenmädchen wurde gestaltet von der norwegischen Künstlerin Ragnhild Butenschön und steht symbolisch für die frühe Ära der Stadt Molde als Rosenstadt.

Das Romsdalmuseum

Im Romsdalmuseum erhalten Besucher einen Blick hinter die Kulissen der frühen Lebensart in der Region Romsdal, die sich im Osten vom Raumatal mit dem heutigen Verwaltungssitz Andalsnes über den Romsdalsfjord bis zu den westlich von Molde gelegenen Inseln erstreckt. 

Mehr als 70 Gebäude sowie Boote aus den vergangenen 500 Jahren werden in dem Freiluftmuseum ausgestellt. Zu den Besonderheiten der Wohn- und Nutzgebäude der frühen Zeit gehören die typischen, Gras bewachsenen Torfdächer.

Während Torfdächer in früherer Zeit ein Zeichen für die Armut der Hausbesitzer waren, leisten sich heute besonders wohlhabende Norweger Torfdächer auf ihren Häusern.

Die Torfdächer funktionieren wie eine natürliche Klimaanlage: Im Sommer bleibt die Hitze draußen, während es im Hausinneren angenehm kühl ist.

Im Winter wiederum wird die Wärme im Haus eingeschlossen, während das Dach gegen Kälte von außen isoliert.

Moldegard

Moldegard ist das 1710 von Hans Nobel erbaute Haupthaus der einstigen Molde Farm, deren fruchtbarer Boden der Stadt Molde ihren Namen gab. Die Farm war ein beliebter Aufenthaltsort der berühmtesten Literaten Norwegens. 

Hendrik Ibsen, dessen bedeutendstes Werk Peer Gynt eine Art norwegisches Nationaldrama darstellt, besuchte Moldegard 1885 und erwähnte seinen Besuch in seinen beiden Werken 'Rosmersholm' und 'Die Frau vom Meer'. 

Neben Ibsen war auch der norwegische Nationaldichter Bjornstjerne Bjornson, der 1903 als erster Skandinavier den Nobelpreis für Literatur erhielt und auch den Text der norwegischen Nationalhymne dichtete, ein häufiger Gast auf Moldegard.

Der Varden und die Berge in Romsdal

Der 407 Meter über Meereshöhe liegende Aussichtspunkt Varden auf einem Berg oberhalb von Molde gehört zu den schönsten Aussichtspunkten Norwegens. 

Bereits im späten 19. Jahrhundert ließen sich Besucher mit Kutschen zu dem Aussichtspunkt bringen, um von hier das atemberaubende Panorama über Molde und den Moldefjord bis in die hinter dem Fjord liegenden Bergregionen zu genießen. 222 Bergspitzen können bei klarer Sicht vom Varden aus in südlicher Blickrichtung erspäht werden. 

Hierzu gehören nicht nur zwei der höchsten Berge in der Region Romsdal, das 1555 Meter hohe Romsdalshorn und die 1895 Meter hohe Trollwand, sondern auch die Berge der weiter südlich gelegenen, sogenannten Sunnmore-Alpen mit ihrem höchsten Punkt auf dem 1717 Meter hohen Kvitegga. 

Der Varden oberhalb von Molde hatte indes schon in früher Zeit eine wichtige Bedeutung. Auf dem Berg gab es einen Wachtposten, von dem in Gefahrensituationen ein Feuer entzündet wurde, das von Wachtposten auf anderen Bergen entdeckt und die Gefahrensituation mithilfe weiterer Leuchtfeuer weitergegeben werden konnte.

Die Atlantikstraße

Die mehr als acht Kilometer lange, im Jahr 1989 etwa 25 Kilometer nördlich von Molde eröffnete Atlantikstraße gehört zu den atemberaubendsten Küstenstraßen, die Norwegen zu bieten hat. 

Die spektakulärste der acht Brücken auf der Atlantikstraße ist die 260 Meter lange und 23 Meter hohe Storseisundet, die in einem geschwungenen Bogen von einer Insel der Straße zur nächsten führt. 

Auf der hinter Storseisundet gelegenen Insel Eldhusoya gibt es seit 2014 ein Servicecenter und einen Rundwanderweg, der in etwa 20 Minuten um die Insel führt. Von der an der Atlantikstraße gelegenen Insel Gejtoya aus ist per Boot Haholmen erreichbar, eine weitere Insel, auf der es etwa 30 Gebäude aus dem 18. Jahrhundert zu sehen gibt. 

Die Atlantikstraße selbst war nach ihrer Fertigstellung 1989 zunächst mautpflichtig, die Kalkulation der norwegischen Behörden sah eine Mautpflicht für 25 Jahre vor. 

Aufgrund der immensen Popularität und Nutzung der Straße in den ersten Jahren nach ihrer Fertigstellung war die Atlantikstraße jedoch bereits 1999 und somit 15 Jahre vor der kalkulierten Zeit abbezahlt, sodass die Mautpflicht 1999 abgeschafft werden konnte.

Die Fjorde

Norwegen und seine Fjorde – ein unvergleichliches Naturschauspiel! Der Lysefjord ist ein spektakulärer Beginn unserer Reise in die vielfältigen Fjordlandschaften Westnorwegens. 

Im weiter nördlich gelegnenen Hardangerfjord zeigt sich bereits eine ganz andere Fjordlandschaft: Sanfte grüne Hügel, Wiesen und Apfelplantagen säumen das Ufer des Fjords, von dem aus der Folgefonnagletscher gut erreichbar ist. 

Noch etwas weiter nördlich liegt der mit 205 Kilometern längste und mit 1300 Meter tiefste Fjord Norwegens – der Sognefjord. Er geht über in den Aurlansfjord mit der Gemeinde Flam und ihrer Flambahn, einer spektakulären Bahnstrecke ins Bergland Norwegens. 

Im Innvikfjord wiederum, einem Ausläufer des Nordfjord, sind die Gemeinden Olden, Stryn und Loen perfekte Ausgangspunkte für Entdeckungsreisen in die Welt des größten Festlandgletschers Europas, des Jostedalsbreen. 

Last but noch least gehört der vielleicht bekannteste Fjord Norwegens, der Geirangerfjord, in die Liste der schönsten Fjorde des Landes. Ein Stopp im pittoresken Jugendstilstädtchen Alesund ist auf der Anreise in den Geirangerfjord ein absolutes Muss.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Norwegen

In einer Aufstellung der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Norwegens dürfen einige Erlebnisse sicher nicht fehlen: Die Wanderung zum Preikestolen zum Beispiel, einer 600 Meter hohen, vertikal in den Lysefjord abfallenden Abbruchkante in der Nähe Stavangers. 

Oder aber die Busfahrt über den Trollstigen nahe Andalsnes, jene spektakuläre Serpentinenstraße, deren Bau schon im frühen 20. 

Jahrhundert eine ingenieurtechnische Meisterleistung war. Und dann wären da noch die Küstenstädte Stavanger, Bergen, Alesund, Trondheim und Tromsö, von denen Alesund mit seinen Jugendstilfassaden für Norwegen noch einmal völlig untypische Akzente setzt. 

Ganz im Norden ist in Honningsvag die Busfahrt zum Nordkapp bei einer Norwegenreise ein Muss. Und wen es noch weiter nach Norden ins Nördliche Eismeer zieht, der findet auf Spitzbergen und auf dem Weg dorthin noch einmal eine eindrucksvolle Naturlandschaft vor, die sich in langen, lichtarmen nordischen Wintermonaten gänzlich unter Schnee und Eis verbirgt.

Entdecken Sie Nordeuropa mit Costa Kreuzfahrten

Mit der Costa Fortuna und der Costa Fascinosa geht es 2022 zu mehreren Terminen ab Kiel, Bremerhaven oder Amsterdam in den hohen Norden. 

Molde steht bei unseren Nordeuropakreuzfahrten im Sommer 2022 gleich mehrmals im Plan – ebenso wie die norwegische Ölmetropole Stavanger und das pittoreske Jugendstilstädtchen Alesund. 

Für unsere beiden Schiffe geht es indes noch weiter in den hohen Norden – mit Costa Fortuna auf die Lofoten und nach Narvik, mit Costa Fascinosa nach Trondheim, Tromsö, nach Honninsvag und zum Nordkapp. 

Und wer die Ostsee mit den faszinierenden Anrainerstädten Stockholm, Helsinki, St. Petersburg, Tallin und Riga gleich mit in einer Tour bereisen will, findet hierzu bei unseren beiden 22-tägigen Kreuzfahrten mit Costa Fascinosa im Juni und Juli ab Kiel die Gelegenheit. 

Kommen Sie an Bord und bestaunen Sie die Schönheiten des hohen Nordens bei einer Seereise mit Costa Kreuzfahrten.