Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde und ein rekordverdächtiges Naturparadies, mit 19 Nationalparks, 21 Naturreservaten und fünf integralen Schutzgebieten, in denen 5 % der weltweiten Tier- und Pflanzenarten leben. In diesem afrikanischen Land mit malaysischen und indischen Einflüssen, das bis 1960 französische Kolonie war, lebt eine Bevölkerung, deren Fröhlichkeit und Gelassenheit ansteckend sind. Es zeichnet sich durch üppige tropische Wälder, einen unvergleichlichen Reichtum an Flora und Fauna, mächtige Vulkane und unberührte Strände aus. Eine Reise nach Madagaskar ist eine einzigartige Erfahrung, bei der Körper und Geist aufleben.

"Bei Strandurlaubern ist vor allem Nosy Be beliebt, eine kleine Insel im Nordwesten von Madagaskar, die dank ihrer weißen Strände und der üppigen Vegetation ein beliebtes Reiseziel ist, insbesondere für Taucher."

Ein Naturparadies

Auf Madagaskar mit seinen zahlreichen Naturparks, von den Schutzgebieten Tsingy de Bernahara und Lokobe bis zu den mächtigen Vulkanen im Nationalpark Montagne d´Ambre, kann man ganz unterschiedliche Landschaften entdecken, die wenig mit den üblichen Vorstellungen von exotischen Reiseziele zu tun haben. Etwas ganz Besonderes ist zum Beispiel die Baobab-Allee (Route nationale 8), eine Sandpiste, die von Morondava nach Bekopaka führt, an deren Seite mächtige, jahrhundertealte Exemplare von Baobab-Bäumen aufragen. Bemerkenswert ist, dass ca. 80% der Tier- und Pflanzenwelt (darunter alle Arten von Lemuren und zwei Drittel der Chamäleonarten) Madagaskars endemisch sind, das heißt, nur hier vorkommen. Dies ist durch die geographische Isolation Madagaskars bedingt, denn die Insel ist schon sehr lange vom Festland getrennt, seit sie sich vor 140 Millionen Jahren vom Großkontinent Gondwana ablöste, wobei Afrika im Westen und Indien im Osten verblieben.

Meer und Strände

Bei Strandurlaubern ist vor allem Nosy Be beliebt, eine kleine Insel im Nordwesten von Madagaskar, die dank ihrer weißen Strände und der üppigen Vegetation ein beliebtes Reiseziel ist, insbesondere für Taucher, auf die ein glasklares Meer mit Tausenden von Fischen und schönen Korallengärten warten. Die Insel Sainte Marie im Nordosten hingegen ist berühmt für ihre Orchideen und die Buckelwale, die sich dort fortpflanzen. Im Ort Pointe des Cocotiers gibt es phantastische Tauchgründe bei den Korallenriffen.

Eine abwechslungsreiche Küche mit Fleisch und Fisch

Die Küche Madagaskars ist so vielfältig wie das Land selbst und verwendet sowohl Fisch wie Fleisch, von Zebu, Schwein und Ziege, das im Mittelpunkt der kulinarischen Traditionen des Landesinneren steht. Jede Region hat ihre eigenen Spezialitäten und Zubereitungsarten. Häufig werden die Zutaten in Kokosmilch gekocht und mit Gewürzen, etwa Nelken, Chili oder Vanille, verfeinert. Dazu gibt es Reis, der überall auf der Insel angebaut wird. An der Küste kann man Langusten (Fort Dauphin und Nosy Be), Krebse und Riesengarnelen (West- und Nordmadagaskar) und Fisch (im Osten der Insel) essen. Das Nationalgericht ist allerdings Romazava, eine Art Ragout aus Zebu- oder Rindfleisch, das mit Tomaten, Gewürzen, Chili und Blättern der Brède mafane (einer typischen würzigen Pflanze, auch als Parakresse bekannt) gekocht wird, dazu isst man weißen Reis. Hier ein Tipp, wenn Sie einen ganz authentischen Abend auf Madagaskar verbringen wollen: Essen Sie unter freiem Himmel, während Sie einer Aufführung von Hira Gasy beiwohnen, einem Musiktheater mit sehr alten Wurzeln, das auf die Merina, einen Stamm, der im Hochland der Insel zu Hause ist, zurückgeht.

Fotos: Mondadori Portfolio/Age Fotostock