Die Stadt gehört zu den bedeutendsten deutschen Seefahrerstädten: Kiel, das deutsche Tor zur Ostsee, macht manchmal vielleicht einen etwas verschlafenen Eindruck. Doch in der Geschichte tritt die Stadt an der Kieler Förde zweimal besonders ins Rampenlicht – 1814 und 1918. Kapitäne und Matrosen finden sich in Kiel noch heute in vielen Familienstammbüchern. Genauso wie Erfinder, denn auch einige bedeutende Innovationen im nautischen Verkehr erblickten in Kiel das Licht der Welt. Gezeigt werden die Erfindungen im Kieler Schifffahrtsmuseum, das mit der Kunsthalle zu den wichtigsten Museen der Stadt gehört. Sportlich geht es in Kiel bei den Handballern des THW zur Sache. Seit 1994 dominieren die Zebras den deutschen Herrenhandball. Unzählige Deutsche Meisterschaften und Pokalsiege stehen bereits zu Buche, auch den Siegerpokal der Handball Champions League holte der 'Turnverein Hassee-Winterbek (THW) e.V. von 1904' schon mehrfach an die Kieler Förde. Doch rauschende Feste feiern die Kieler nicht nur beim Handball. Wenn Ende Juni in Kiel der Startschuss zur Kieler Woche fällt, verwandelt sich die Stadt für zehn Tage in ein riesiges Open-Air-Festival mit bis zu drei Millionen Gästen. Das 1882 ursprünglich als Regatta gestartete Segelevent hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu einem der größten Volksfeste Deutschlands entwickelt. Doch man ist sich treu geblieben in Kiel, denn trotz allem Spektakel im Umfeld der Kieler Woche spielen die (Segel-)Schiffe von damals bis heute noch immer die Hauptrolle.

Die Geschichte der Stadt

Über Jahrhunderte liegt das 1233 als Holstenstadt ton Kyle gegründete Kiel in einem Dornröschenschlaf, erst ab dem frühen 19. Jahrhundert erlangt die Stadt an der Kieler Förde größere geschichtliche Bedeutung. Nachdem Kiel nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches ab 1806 neun Jahre lang zu Dänemark gehört, regelt der Kieler Friede 1814 die zukünftigen Beziehungen der in den napoleonischen Kriegen unterlegenen Dänen zu den Siegern aus Schweden und dem Vereinigten Königreich. 1867 wird Kiel ein Teil der Provinz Schleswig-Holstein im Königreich Preußen. Die Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 macht Kiel zum Reichskriegshafen. Am 3. November 1918 beginnt dort mit dem Kieler Matrosenaufstand die Novemberrevolution, die in der Endphase des Ersten Weltkriegs zum Sturz der Monarchie in Deutschland führt. Im Zweiten Weltkrieg kommt es in Kiel aufgrund der starken Präsenz der deutschen Kriegsmarine zu mehr als 90 Luftangriffen. Große Teile der Stadt werden zerstört, in der Kieler Förde sinken mehr als 300 Schiffe. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird das Bundesland Schleswig-Holstein Teil der Bundesrepublik Deutschland. Kiel ist als Hauptstadt Schleswig-Holsteins mit etwa 250.000 Einwohnern die nördlichste Großstadt Deutschlands.

Die Ostsee

Kiel ist durch seine Lage an der Ostsee geprägt, die mit einer Wassertiefe von durchschnittlich 52 Metern ein flaches und aufgrund zahlreicher Süßwasserzuflüsse ein an Salzwasser armes Binnenmeer ist. Die tiefste Stelle der Ostsee befindet sich mit 459 Metern nordwestlich der schwedischen Insel Gotland, die 17 Kilometer lange Kieler Förde ist nur etwas mehr als zehn Meter tief. Während der Tidenhub der Gezeiten, die Differenz von Hoch- zu Niedrigwasser in Kiel nur zehn Zentimeter beträgt, sorgt Hochwasser an stürmischen Tagen an den Kaien der Stadt für nasse Füße. Im Schnitt alle sechs Jahre wird Kiel von einer mittleren Sturmflut heimgesucht, die das Wasser auf bis zu 1,50 Meter über Normal ansteigen lässt. Die höchsten jemals gemessenen Wasserstände erlebte Kiel im Ostseesturmhochwasser 1872, als die Pegel 2,72 Meter über Normal anzeigten. Nördlich von Kiel mündet der 1895 eröffnete, 98 Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal in die Kieler Förde, der heute von rund 30.000 Schiffen genutzt wird. Der Kanal zählt zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Für Schiffe verkürzt er die Strecke zwischen Nord- und Ostsee um mehr als 800 Kilometer.

St. Nikolai-Kirche

Bereits kurz nach der Gründung Kiels wird am Alten Markt der Stadt der Grundstein zur St. Nikolai-Kirche gelegt, die bis 1875 Kiels einzige Pfarrkirche bleibt. Noch heute ist die Kirche das älteste Gebäude der Stadt. Nach mehreren Bränden durch einschlagende Blitze und schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg ist die heutige St. Nikolai-Kirche architektonisch ein anderes Gebäude als die ursprüngliche Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Einst im gotischen Stil erbaut, erhält die St. Nikolai-Kirche Ende des 19. Jahrhunderts eine neugotische Überarbeitung. Wertvolle Innenausstattung wie ein Bronze-Taufbecken aus dem 14. Jahrhundert, ein Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert und die barocke Kanzel aus dem Jahr 1705 überstehen hingegen die Stürme der Zeit. Sie gehören noch heute zur Innenausstattung der St. Nikolai-Kirche.

Einkaufen in der Holstenstraße

Sie gehört nicht nur zu den ältesten Straßen in Kiel, sondern auch zu den ersten autofreien Einkaufsstraßen in Deutschland. Doch als die Kieler Holstenstraße im Dezember 1953 vom Alter Markt an für den Autoverkehr gesperrt werden soll, regt sich bei vielen Geschäftsleuten noch Widerstand. Letztlich setzt sich das Konzept Fußgängerzone aber auch in Kiel durch. Vier Jahre nach dem nördlichen wird auch der südliche Teil der Holstenstraße für den privaten Autoverkehr gesperrt. Die Einkaufsmeile Holstenstraße ist geboren, bis heute hat sie viel von ihrer frühen Attraktivität behalten. Moderne Shops sorgen in der Nachbarschaft zu traditionellen Modegeschäften für Abwechslung. Dazu gibt es Einkaufszentren wie das 2012 eröffnete Nordlicht-Geschäftehaus und den Sophienhof, in dem mehr als 100 Shops auf Besucher warten.

Die Kieler Woche

Seit nahezu 140 Jahren ist Kiel einmal im Jahr der Mittelpunkt der Segelwelt. Dann nämlich, wenn am vorletzten Samstag im Juni der Startschuss zur Kieler Woche fällt. 5000 Segler und bis zu drei Millionen Zuschauer aus aller Welt machen Kiel in der letzten Juniwoche alljährlich zu ihrem Abenteuerspielplatz. Die Kieler Woche ist jedoch längst nicht mehr nur das Segelsportevent, als das es in seinen frühen Jahren ab 1882 ausgelobt war. Neben den Regatten stehen heute bekannte Künstler auf zahlreichen Bühnen der Stadt. Auf den Kaimauern herrscht Volksfeststimmung. Einer der Höhepunkte der Kieler Woche ist die alljährliche Windjammerparade am vorletzten Tag der zehntägigen Großveranstaltung. Mehr als 100 Groß- und Traditionssegler, historische Dampfschiffe und Yachten präsentieren sich an diesem Tag den Besuchern entlang der Kieler Förde und im Hafen der Stadt. Zum großen Finale der Kieler Woche erstrahlt Kiel am Abschlusssonntag noch im Sternenzauber über Kiel, einem spektakulären Höhenfeuerwerk. Und gleich am nächsten Tag beginnt in Kiel die Vorfreunde auf die Kieler Woche des kommenden Jahres

Schifffahrtsmuseum

Schifffahrtsmuseen sind in Küstenstädten keine Seltenheit, doch die Geschichten hinter den Museen und die Geschichten hinter den Orten, an denen sie untergebracht sind, machen oft den Unterschied. So auch in Kiel, wo das im April 1978 eröffnete Schifffahrtsmuseum in einem historischen Bau angesiedelt ist – in der alten Fischhalle. Die Fischhalle wurde 1910 eröffnet, doch bei den Kieler Fischern war sie nie sonderlich beliebt, und so sollte die Halle, die den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Schäden überstanden hatte, bereits 1966 wieder abgerissen werden. Da Kiel jedoch zu dieser Zeit nach Raum für Museumsneugründungen suchte, blieb sie bestehen, und schließlich zog das Kieler Schifffahrtsmuseum in die alte Fischhalle. Zu sehen gibt es heute hier unter anderem Schiffsmodelle aus der Hansezeit bis hin zu Forschungsschiffen, die allesamt in Kiel gebaut wurden. Auch die ausgestellten nautischen Geräte und Werkzeuge stammen aus dem Kieler Ideenreichtum. Im Außenbereich des Museums, das keine Eintrittsgebühren erhebt, sind zudem drei Schiffsoldtimer zu besichtigen – ein Tonnenleger, ein Feuerlöschboot und ein Seenotkreuzer. 

Die Sehenswürdigkeiten im Kieler Umland

Eine Seefahrt, die ist lustig, und tatsächlich lassen sich rund um Kiel viele Sehenswürdigkeiten vom Wasser aus gut besuchen. Im nördlich der Stadt liegenden Stadteil Holtenau zum Beispiel die Schleusenanlagen des Nord-Ostsee-Kanals, einer der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen weltweit. Noch etwas weiter nördlich, am Übergang der Kieler Förde in die Kieler Bucht liegt das Marine-Ehrenmal Laboe gleich gegenüber dem Kieler Stadtteil Schilksee, in dessen Olympiahafen während der Olympischen Spiele 1972 die Segelwettbewerbe ausgetragen wurden. Für Kunstinteressierte indes, die lieber die Stadt als das Kieler Umland entdecken möchten, empfiehlt sich noch der Besuch der Kunsthalle. Das größte Museum in Kiel beherbergt auf 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Sammlung des Schleswig-Holsteinischen Kunstvereins, die aus mehr als 1200 Gemälden, 300 Skulpturen und 40000 Grafiken besteht.

Entdecken Sie Kiel mit Costa Kreuzfahrten

Kiel ist die größte Stadt im nördlichsten Bundesland Deutschlands, eine sehenswerte Stadt ist Kiel ohnehin. Für Costa Kreuzfahrten ist die Stadt an der Kieler Förde aber auch ein Ausgangspunkt für unsere Nordeuropareisen. Ab Kiel sticht die Costa Diadema auf ihrem Weg Richtung Norwegen in See. Stavanger, Bergen und der Geirangerfjord gehören zu den Höhepunkten der achttägigen Kreuzfahrten. Und auch für die Nordkapp- und Ostseekreuzfahrten der Costa Fascinosa ist Kiel Reisestart- und Endpunkt. Kommen Sie an Bord und entdecken Sie Kiel und sein Umland bei einer Schiffsreise mit Costa Kreuzfahrten.