Tromsö ist das 'Tor des Nordens'. Wer hier an der Nordwestküste Norwegens ankommt, hat den nördlichen Polarkreis schon längst überquert. Die Landschaft ist karg und rau, und die Nähe zur Arktis ist schon deutlich spürbar. Abenteurern diente die Stadt einst als Ausgangspunkt für Expeditionen in die bis dahin unerreichten und unerforschten Polarregionen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Städtchen rasant. Heute ist Tromsö ein Dienstleistungszentrum, das neben der nördlichsten Universität der Welt auch spektakuläre Bauwerke und Museen mit Bezug zur Geschichte und zum Leben in Nordnorwegen vorhält. In diesem Text haben wir einige der Highlights in Tromsö für Sie zusammengefasst. Lesen Sie mehr zu den folgenden Themen:

Die Stadtgeschichte

Die Geschichte Tromsös lässt sich zwar bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen, größere Bedeutung erlangt der heutige Verwaltungssitz der norwegischen Provinz Troms og Finnmark jedoch erst ab dem frühen 19. Jahrhundert. Dreißig Jahre nachdem Tromsö 1804 offiziell Bischofssitz wird, lässt sich ein Bischof in der Stadt nieder. Weitere 27 Jahre vergehen, bis 1861 schließlich der Dom der Stadt eingeweiht wird. Erreichbar ist Tromsö zu dieser Zeit nahezu ausschließlich vom Wasser aus, die Anbindung der Stadt an das norwegische Straßen- und Luftverkehrsnetz erfolgt erst in den 1930er Jahren. 

1940 wird Tromsö im Zweiten Weltkrieg kurzzeitig zur norwegischen Hauptstadt, als der vor den deutschen Besatzern aus Oslo geflohene König Haakon VII. mitsamt seiner Regierung im Hafen der Stadt das britische Kriegsschiff HMS Devonshire besteigt und nach London flieht. Die Brückenanbindung der Insel Tromsoya, auf der Tromsö liegt, und die Gründung der nördlichsten Universität der Welt bringen ab den 1960er Jahren einen steilen Anstieg der Einwohnerzahl mit sich. Seit der Eröffnung der Tromsobrua im Jahr 1960 hat sich die Einwohnerzahl Tromsös auf heute rund 75.000 mehr als verdreifacht. Etwa 20 Prozent der Bewohner Tromsös sind Studenten der lokalen Universität.

Die Lage

Tromsö liegt an der Westküste des nördlichsten der elf norwegischen Fylke, die in Deutschland Bundesländern entsprechen. Der größte Teil des Stadtgebietes gehört zur Insel Tromsoya, auf der auch der Flughafen der Stadt angesiedelt ist. Die 1974 eröffnete Sandnessund-Brücke verbindet Tromsoya mit der ebenfalls zum Stadtgebiet gehörenden Insel Kvaloya, der fünftgrößten Insel Norwegens. Die auf dem norwegischen Festland liegenden Stadtteile Tromsös sind vom Stadtzentrum aus über die Tromsobrua erreichbar. Über die Brücke führt die auf Tromsoya beginnende Europastraße 8 von Tromsö aus über mehr als 1400 Kilometer bis an die finnische Südwestküste nach Turku. 

Aufgrund der Lage Tromsös rund 350 Kilometer Luftlinie nördlich des Polarkreises sorgt von Anfang November bis in den Februar die Polarnacht für stetige Dunkelheit. Lediglich um die Mittagszeit ist dann in Tromsö für einige Stunden ein wenig Tageslicht zu sehen, Sonnenauf- und -untergänge gibt es in der Polarnacht nicht. Von Mitte Mai bis Ende Juli wiederum geht die Sonne in Tromsö nicht unter. Es ist dann 24 Stunden am Tag hell.

Nordlichter

Nordlichter gehören zu den Phänomenen, die während der Polarnacht im Norden besonders gut zu sehen sind. Für viele Reisende sind sie ein Grund, Tromsö und sein Umland während der Polarnacht im Winter zu besuchen. Bei den Nordlichtern handelt es sich um ein physikalisches Lichtphänomen beim Eintritt elektrisch geladener Sonnenwindpartikel in die Erdatmosphäre. In 100 bis 200 Kilometern Höhe entstehen vorwiegend grüne, in höheren Höhen auch rote oder violette Nordlichter, die in intensiven Phasen minuten- und in weniger intensiven Phasen auch stundenlang erkennbar sind. 

In den Erzählungen der Wikinger entstanden Nordlichter nach Schlachten durch das Licht des Mondes, das sich in den Schildern der Walküren spiegelte, die die Helden des Kampfes für einen Platz an der Tafel des Gottvaters Odin aussuchten. In den nordischen Samenkulturen hingegen zeigten sich in den Nordlichtern die Toten. Rote Nordlichter waren für die Samen die Vorboten eines nahenden Unglücks.

Das Polarmuseum

Roald Amundsen und Fridtjof Nansen gehören zu den größten und bekanntesten Norwegern überhaupt. Im Polarmuseum in Tromsö sind den beiden Polarforschern Amundsen, der 1911 als erster Mensch den geografischen Südpol erreichte und Nansen, der für den nach ihm benannten Nansen-Pass 1922 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, Sonderausstellungen gewidmet. 1978, am 50. Jahrestag der letzten Polarfahrt Amundsens, wurde das Museum, das sich heute in einer ehemaligen Zollstation im Hafen Tromsös befindet, eröffnet. Betrieben wird das Museum von der Universität Tromsö, deren Fakultät für Biowissenschaften, Fischerei und Ökonomie genauso wie die Fakultät für Naturwissenschaften und Technik im Norden Norwegens noch immer Pionierarbeit leistet. 

Verwunderlich ist es daher nicht, dass sich weitere Ausstellungen des Polarmuseums mit der frühen Robbenjagd in den Polargebieten und mit der Entdeckung der Nordwestpassage befassen, dem knapp 6000 Kilometer langen Seeweg, der nördlich der amerikanischen Landmasse den Atlantischen mit dem Pazifischen Ozean verbindet. Der Besuch des Polarmuseums mit seinen Ausstellungen gehört daher zu den Highlights, die man bei einem Aufenthalt in Tromsö sicher nicht verpassen sollte.

Die Eismeerkathedrale

Sie ist das architektonisch aufregendste Gebäude Tromsös – die 1965 auf der Festlandseite der Stadt am Fuß des Storsteinen erbaute Eismeerkathedrale. Die Dachschrägen des Gotteshauses aus Aluminium verkleideten, Eisschollen ähnelnden Betonplatten reichen bis zum Boden und bilden so die nördliche und die südliche Außenwand der Kathedrale. Die Glasfront im westlichen Eingangsportal gibt den Blick frei auf das Innere der 900 Quadratmeter großen lutherisch-evangelischen Kirche, in der bis zu 720 Gläubige Platz finden. 

Spektakulär ist das 23 Meter hohe Glasmosaik im nach Osten gewandten Chor der Eismeerkathedrale, das den Namen „Die Wiederkehr Jesu“ trägt. Elf Tonnen Glas wurden in dem 140 Quadratmeter großen Fenster verarbeitet, das mit seinen 86 rechteckigen Fenstern zu den größten Glasgemälden Europas gehört und die neben der Wiederkehr Christi auch auf symbolische Art den Umgang der Menschen mit der Schöpfung darstellt.

Der Hausberg Storsteinen

So wie der Zuckerhut zu Rio de Janeiro gehört, das Matterhorn zu Zermatt und der Tafelberg zu Kapstadt, hat auch Tromsö seinen Hausberg. Der Storsteinen ist zwar bei weitem nicht so spektakulär wie die zuvor genannten Berge und überragt mit 421 Metern Höhe aus den drei Genannten lediglich die markante Spitze an der Copacabana, doch für die Einwohner Tromsös ist der Storsteinen, der große Fels, eben ein Stück Heimat. Da wundert es kaum, dass viele Outdoor begeisterte Norweger den Weg hinauf zur Aussichtsplattform lieber per pedes in Angriff nehmen als dass sie die 1960 gebaute und 2016 modernisierte Gondelbahn besteigen. 359 Meter Höhenunterschied bewältigt die Bahn auf 747 Metern Streckenlänge. 

400 Bergfahrer können pro Stunde mit den beiden knallgelben Gondeln befördert werden. Zur Belohnung gibt es auf der Aussichtsplattform des Storsteinen dann die schönste Aussicht auf Tromsö und die Tromsobrua. Und wer will, lässt sich nach dem Besuch der Plattform in der windgeschützten Fjellstua den Ausblick noch mit einem Kaffee und einer leckeren Waffel versüßen.

Die Sehenswürdigkeiten Norwegens

In einer Aufstellung der faszinierendsten Sehenswürdigkeiten Norwegen dürfen einige Erlebnisse ganz sicher nicht fehlen: Die Wanderung zum Preikestolen zum Beispiel, einer 600 Meter hohen, vertikal in den Lysefjord abfallenden Abbruchkante in der Nähe Stavangers. Oder aber die Busfahrt über den Trollstigen nahe Andalsnes, jene spektakuläre Serpentinenstraße, deren Bau schon im frühen 20. Jahrhundert eine ingenieurtechnische Meisterleistung war. Die Einfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff in den engen Geirangerfjord und den Fjordblick vom Hausberg der Gemeinde Geiranger, dem knapp 1500 Meter hohen Dalsnibba sollte man als Norwegenreisender auch nicht verpassen. 

Und dann wären da noch die Küstenstädte Stavanger, Bergen, Alesund, Trondheim und Tromsö, von denen Alesund mit seinen Jugendstilfassaden für Norwegen noch einmal völlig untypische Akzente setzt. Ganz im Norden ist in Honningsvag die Busfahrt zum Nordkapp bei einer Norwegenreise ebenfalls ein Muss. Und wen es noch weiter nach Norden ins Nördliche Eismeer zieht, der findet auf Spitzbergen und auf dem Weg dorthin noch einmal eine eindrucksvolle Naturlandschaft vor, die sich in langen, lichtarmen nordischen Wintermonaten gänzlich unter Schnee und Eis verbirgt.

Entdecken Sie Nordeuropa mit Costa Kreuzfahrten

Mit der Costa Fascinosa geht es im Sommer ab Kiel in den Hohen Norden. Tromsö steht hierbei zu mehreren Terminen ebenso im Reiseplan wie die traumhaften Fjordlandschaften Mittelnorwegens, das Jugendstilstädchen Alesund mit seinem Hausberg Aksla, Molde und Bergen, die heimliche Hauptstadt der Fjordlandschaften. Honningsvag ist der nördlichste Anlaufhafen unserer Seereisen mit Costa Fascinosa und zugleich der Ausgangspunkt für einen Ausflug zum Nordkapp. Kommen Sie an Bord und erleben und bestaunen Sie die Schönheiten des hohen Nordens bei einer Seereise mit Costa Kreuzfahrten.