Für die einen ist Madeira ein Wander-, für die anderen ein Naturparadies, ein blühender Garten Eden inmitten des Atlantiks. Für viele Madeira-Besucher ist die Insel beides – sowohl ein Wander- als auch ein Naturparadies, und deshalb kehren Madeiras Gäste häufig nach einem ersten Besuch auch ein zweites und ein drittes Mal auf die Insel zurück. Per Kreuzfahrtschiff oder auch per Flugzeug – was auf Madeira schon beim Anflug recht spannend ist, verfügt doch der heute nach dem berühmtesten Sohn der Insel, Cristiano Ronaldo, benannte Flughafen Madeiras über eine Start- und Landebahn, die zum Teil auf Betonpfeilern gebaut ist. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, das jedoch nur von speziell geschulten Piloten angeflogen wird. Ein wenig Nervenkitzel halt. Den gibt es aber auch in Funchal, der größten Stadt Madeiras, wo seit mehr als 100 Jahren einer Tradition nachgegangen wird, die es sonst wohl nirgendwo auf dieser Welt gibt. Mit Korbschlitten wurden einst die Bewohner des Stadtteils Monte nach Funchal gebracht, eine vier Kilometer lange Rutschpartie der besonderen Art. Heute sind es vorwiegend Touristen, die es sich nicht nehmen lassen, mit den Schlitten einen Teil der alten Rodelstrecke zurückzulegen. Und auch hier sind – wie beim Anflug auf den Flughafen - die Piloten Spezialisten, die in einer Gilde organisiert und geschult werden. Mehr zu Funchal, der Hauptstadt Madeiras erzählen wir Ihnen in diesem Text. Er handelt von den folgenden Themen:

Die Geschichte der Stadt

Ein kleines Lissabon mitten im Atlantik – das ist Funchal, die Hauptstadt Madeiras. 1421 wird die Siedlung auf Madeira gegründet, 1508 verleiht Manuel I. Funchal die Stadtrechte. Anbau und Verschiffung von Zuckerrohr im Hafen der Stadt sorgen bereits früh für einen großen Wohlstand unter den Bewohnern. Kaum ein Handelsschiff auf der Route von Europa nach Südamerika macht nicht im Hafen Funchals halt, um hier Lebensmittel gegen Zuckerrohr zu tauschen.

Im 17. Jahrhundert wird die Weintraube zu einem weiteren wichtigen Handelsgut Madeiras. Händler lassen sich in Funchal nieder und bauen repräsentative Herrenhäuser, bis 1803 eine Überschwemmung Funchal fast vollständig zerstört und 600 Menschen in den Tod reißt. Doch die Stadt erholt sich – und sie entwickelt sich weiter. Das milde Klima der Atlantikinsel lockt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst Adlige und wohlhabende Touristen per Schiff nach Funchal. Als 1964 der internationale Flughafen Madeiras eröffnet, wird die Insel auch einem breiteren touristischen Publikum bekannt. Heute ist Funchal mit seinen rund 115.000 Einwohnern nicht nur die Hauptstadt, sondern auch eines der touristischen Zentren Madeiras.

Madeira

Wie viele der Atlantikinseln vor der Südwestküste Europas ist auch der Ursprung Madeiras vulkanisch. Vor etwa 18 Millionen Jahren kommt es unter der Meeresoberfläche zu ersten vulkanischen Aktivitäten. Die jüngsten Eruptionen vor etwa 6500 Jahren, bei denen auf Madeira unter anderem die Lavahöhlen Grutas de Sao Vicente entstehen, hinterlassen die Insel in ihrem heutigen Erscheinungsbild mit dem 1862 Meter hohen Pico Ruivo als höchster Bergspitze. 

Nicht nur dem Besuch des früheren britischen Premierministers Winston Churchill ist der jüngere touristische Aufstieg der Insel zu verdanken. Schon vor Churchill legen 1910 die Polarforscher Roald Amundsen und Robert Scott auf Madeira einen letzten Zwischenstopp ein, bevor sich die beiden Kontrahenten auf den Weg zur Eroberung des Südpols machen. Heute ist Madeira vor allem auch als Wanderparadies bekannt. Natürliche Strände gibt es auf der Insel nur wenige, doch einige Wanderwege im Gebirge der Insel sind spektakulär. Die steigende Beliebtheit Madeiras bei Reisenden hat sich mittlerweile auch der berühmteste Sohn der Insel zu Nutze gemacht. Direkt am Kreuzfahrthafen in Funchal hat Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro, der 1985 in der Stadt das Licht der Welt erblickt, 2013 sein CR7-Museum mit angeschlossenem Lifestyle-Boutiquehotel eröffnet.

Jardins do Palheiro

In den Hängen oberhalb Funchals bestehen bereits seit mehr als 200 Jahren die Gärten von Palheiro, die ursprünglich von der Adelsfamilie Carvalhal angelegt und nach dem Verkauf des Geländes bis heute von den Nachkommen der britischen Weinhändlerfamilie Blandy gepflegt werden. Den Ursprungsgedanken des Grafen Carvalhal, eine breite Palette exotischer Bäume und seltener Pflanzen auf Madeira anzusiedeln, hat die britische Familie, die noch heute auf dem Grundstück lebt, nie aus dem Blick verloren. Hibiskus und Bougainvillea blühen in den Jardins do Palheiro nahezu ganzjährig. Viele exotische Pflanzen bereichern die Gärten saisonal, wobei der üppige Rosengarten ebenfalls zu den Hinguckern der Parkanlage mit ihren fast 10.000 verschiedenen Pflanzenarten gehört. Geöffnet sind die Jardins do Palheiro montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Jugendliche von 15 bis 17 Jahren. Kinder haben in den Gärten freien Eintritt. Eine Alternative zu den Jardins do Palheiro bietet sich Gartenfreunden in Funchal unter anderem noch im 70.000 Quadratmeter großen tropischen Garten Monte Palace sowie im Botanischen Garten der Stadt, die beide von der Altstadt aus mit dem Teleferico do Funchal erreicht werden können.

Mercado dos Lavadores

Eines der Erlebnisse, die man sich bei einem Besuch in Funchal nicht entgehen lassen sollte, ist der Besuch des Mercado dos Lavadores. Seit den 1940er-Jahren wird auf dem farbenfrohen Bauernmarkt in der Altstadt Funchals angepriesen, was Erde und Meer auf und rund um Madeira hergeben. Besonders am Wochenende steigt die Zahl der Markthändler in der Inselhauptstadt noch einmal an. Exotische Früchte und frisches Gemüse wechseln auf dem Mercado dos Lavadores den Besitzer, genauso bunte Blumensträuße aus den Gärten, die Madeira als Blumeninsel bekannt gemacht haben. Einen eigenen Bereich nehmen auf dem Markt die Fischer ein, die ihren frischen Fang vor den Augen der Käufer weiterverarbeiten. An den Obstständen des Marktes ist es zudem Usus, die Qualität der angebotenen Früchte bei einer kleinen Kostprobe zu testen. Lohnenswert ist auch der Blick über das Angebot der Marktstände hinaus auf die Innenarchitektur der Markthalle, die mit den für Portugal typischen blau-weißen Azulejos einen ganz eigenen Augenschmaus bereithält.

Konvent von Santa Clara

Auch im Konvent von Santa Clara gehören die hier verbauten Azulejos zu den Sehenswürdigkeiten. Das Kloster, das Ende des 15. Jahrhunderts erbaut wurde, war ursprünglich von Ordensschwestern des Klarissenordens bewohnt, der auf die heilige Klara von Assisi zurückgeht und in enger Verbindung zu Franz von Assisi, dem heiligen Franziskus steht. Ein schwer zugängliches Hochtal in den Bergen Madeiras, das als 'Nonnental' bezeichnete Curral das Freiras dient den Klarissen als Zufluchtsort, als 1566 französische Piraten auf Madeira einfallen und das Konvent bedrohen. Heute ist das Hochtal ein beliebtes Ziel für Wanderer. Seit 1890 gehört das Konvent von Santa Clara, dessen Klosterkirche noch gut erhaltene Elemente aus der Zeit der Gründung vorweist, zum Orden der Franziskanerinnen, die hier eine Kindertagesstätte betreiben.

Teleferico do Funchal

50 Jahre lang können die Einwohner Funchals ab 1893 den hoch gelegenen Stadtteil Monte mit einer Zahnradbahn, der Caminho de Ferro do Monte erreichen. 1943, nach mehreren Unglücken, endet die Ära der Bahn - sie wird abgebaut. Seit dem Jahr 2000 erklimmt jedoch wieder eine Bahn die 560 Höhenmeter nach Monte – diesmal eine Luftseilbahn, die 800 Passagiere stündlich in 15 Minuten von der Altstadtstation 'Campo Almirante Reis' in die Höhenlagen Funchals bringt. Eine Fahrt mit spektakulären Ausblicken auf die Stadt und auf das Hafenbecken, für die es seit 2005 noch eine Verlängerung gibt. Seit diesem Jahr verbindet eine zweite Seilbahn den Botanischen Garten in Funchal mit dem grünen Hinterland der Stadt. In neun Minuten werden 1600 Meter Fahrstrecke überwunden, die Belohnung wartet an der Station Largo das Barbosas in unmittelbarer Nachbarschaft zum tropischen Garten Monte Palace und zum Startort der Carreiros do Monte, der berühmten Korbschlitten, die über zwei Kilometer bergab bis in den Stadtteil Livramento rasen. Auch als Ausgangspunkt für Wanderungen in grüne Hinterland Funchals ist die Bergstation am Largo das Barbosas beliebt. Und wer lieber nicht wandern möchte, genießt vom Terrassencafé aus die tolle Aussicht über die 550 Höhenmeter tiefer liegende Bucht von Funchal.

Entdecken Sie Madeira mit Costa Kreuzfahrten

Nicht nur bei den 15-tägigen erweiterten Mittelmeer-Kreuzfahrten mit Costa Diadema, Costa Luminosa und Costa Pacifica ist Madeiras größter Hafen Funchal bei den kommenden Kreuzfahrten mit Costa eine willkommene Anlaufstation. Auch bei unserer großen Atlantik-Passage, die im April 2023 im brasilianischen Santos beginnt und unter anderem über Rio de Janeiro, Salvador und Recive nach Barcelona, Marseille und Savona führt, gehört die blühende Perle im Atlantik zu den Zwischenstopps. Kommen Sie an Bord und lassen Sie sich Ihre Auszeit auf Madeira mit Costa Kreuzfahrten nicht entgehen.