Dass Catania an der Ostküste Siziliens auch die 'schwarze Stadt' genannt wird, ist nicht weiter verwunderlich. Immer wieder schickte der benachbarte Hausberg Catanias, der Etna, in den vergangenen Jahrhunderten seine vulkanischen Lavaströme durch die Stadt oder an der Stadt vorbei zum Meer. 

Oft musste Catania unter den Vulkanausbrüchen leiden. Einige Orte jedoch wie der in der Nähe des Hauptbahnhofes gelegene schwarze Lavastrand San Giovanni li Cuti stehen auch für den Umgang der Einwohner Catanias mit ihrem vulkanischen Nachbarn. 

Sie nutzten und nutzen die natürlichen Begebenheiten und das Lavagestein des Etna, um nach Naturkatastrophen die heimischen Häuser und Paläste wieder aufzubauen. So geschehen auch nach dem verheerenden Erdbeben von 1693, nach dem Catania bislang von weiteren größeren Naturkatastrophen verschont geblieben ist.

 Der Sizilianische Barock hielt im 18. Jahrhundert in Catania Einzug, nicht nur die Gebäude rund um die Piazza del Duomo und in der Via Crociferi stehen für die architektonische Schönheit dieser Epoche. Der Giardino Bellini, benannt nach dem berühmtesten Sohn Catanias, dem Komponisten Vincenzo Bellini, bildet als Kontrastprogramm die grüne Lunge der Stadt. In diesem Text gehen wir mit Ihnen auf die Reise zu den schönsten Orten in und um Catania. 

Sie finden Informationen zu diesen Sehenswürdigkeiten:

Die Geographie Siziliens

Es sind genau 1152 Kilometer Küste, die Sizilien, die größte Insel im Mittelmeer, umfassen. Zwei Meere – das Tyrrhenische Meer im Norden und das Ionische Meer im Südosten – umfließen die süditalienische Insel, deren Lage auf der Bruchkante zweier tektonisch aktiver Platten, der eurasischen und der afrikanischen Platte, immer wieder für teils verheerende Erdbeben sorgt.  

Mit dem mehr als 3300 Meter hohen Etna ist der höchste aktive Vulkan Europas im Osten Siziliens beheimatet. Die rund fünf Millionen Inselbewohner in der autonomen Region Sizilien verteilen sich auf sieben Provinzen und drei Metropolitanstädte – Catania, Messina und Palermo.

Das im Inselnorden gelegene Palermo ist mit etwa 650.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt, sondern auch die Hauptstadt Siziliens. 300.000 Menschen leben in Catania, der zweitgrößten Stadt der Insel. Zusammen mit ihren 58 Gemeinden zählt die im Osten Siziliens gelegene Metropolitanstadt rund 1,1 Millionen Einwohner. 

Die Stadtgeschichte

Mehr als 400 Jahre lang ist das von den Chalkidiern angelegte Katane in vorchristlicher Zeit eine griechische Kolonie, bis zunächst die Karthager und dann die Römer die Siedlung an der Ostküste Siziliens übernehmen. Trotz mehrerer Erdbeben und Ausbrüche des nahen Ätna prosperiert Catania zur Zeit der römischen Herrschaft. 

Auf die Römer folgen nach dem Untergang des Römischen Reiches zunächst die Goten, dann die Byzantiner, die Araber und schließlich die Normannen, bis ein schweres Erdbeben Catania 1170 fast vollständig zerstört und zwei Jahrzehnte später der Stauferkönig Heinrich VI. 

Sizilien unterwirft. Seuchen, Hungersnöte, Vulkanausbrüche und Erdbeben suchen die Stadt in den folgenden Jahrhunderten immer wieder heim, das fatalste Erdbeben mit mehr als 110.000 Todesopfern ereignet sich am 11. Januar 1693. 

In den folgenden Jahrzehnten wird Catania wie auch die weiteren Städte des Val di Noto im Sizilianischen Barock wieder aufgebaut. Zu den bedeutendsten Architekten, die sich in Catania zu jener Zeit verewigen, gehören Giovan Battista Contini, Stefano Ittar und Giovanni Battista Vaccarini, auf den eine Vielzahl der heute noch existierenden Prachtbauten in Catania zurückgehen. 1860 erobert Giuseppe Garibaldi Sizilien von den Bourbonen. 

Ein Jahr später geht die Insel im neu gegründeten Königreich Italien auf, das bis 1946 besteht und nach dem Zweiten Weltkrieg von der heutigen Republik Italien abgelöst wird.

Der Domplatz

Die Piazza del Duomo vor der Kathedrale Sant' Agata ist der Mittelpunkt Catanias. Für die bedeutendsten umstehenden Gebäude zeichnet im 18. Jahrhundert Stadtarchitekt Giovanni Battista Vaccarini verantwortlich, der neben der barocken Ostfassade der Kathedrale auch den Elefantenbrunnen und das Rathaus, den auch Palazzo degli Elefanti genannten Palazzo Municipale erbaut. 

Der Palazzo stammt aus dem Jahr 1715, der Elefantenbrunnen aus dem Jahr 1736. Er zeigt einen aus römischer Zeit stammenden, aus den Trümmern der Erdbebenkatastrophe von 1693 geborgenen Elefanten, der einen ebenfalls in den Trümmern gefundenen ägyptischen Obelisken trägt. Die ursprüngliche Kathedrale, die im 11. Jahrhundert auf den Thermen des Achill erbaut und 1693 völlig zerstört wird, ist der heiligen Agata geweiht, die im 3. Jahrhundert in Catania geboren wurde und dort als Märtyrerin auch starb. Ihre Reliquien werden in der Kathedrale aufbewahrt, in der auch der Komponist Vincenzo Bellini begraben liegt.

San Giovanni li Cuti

Die kleine Gemeinde im Osten der Stadt ist mit seinen Bars, Restaurants und einigen wenigen Clubs einer der touristischen Hotspots Catanias. Besonders bekannt ist San Giovanni li Cuti für seinen schwarzen Lavastrand – ein Überbleibsel aus der Zeit, als das Gebiet der heutigen Gemeinde unter den Lavaströmen des Ätna verborgen lag. Der kleine Hafen in der Nachbarschaft zum Strand von San Giovanni li Cuti ist den lokalen Fischern vorbehalten.

Schloss Ursino

Das Castello Ursino ist einer der sizilianischen Bauten des Stauferkaisers Friedrich II., der im 13. Jahrhundert über Sizilien herrscht. Das „Bärenkastell“, dessen Name auf den lateinischen Begriff für Bär, 'ursus', zurückgeht, wird in den Jahren 1239 bis 1250, dem Todesjahr Friedrichs II., erbaut und übersteht sowohl den Ausbruch des Etna 1669 wie auch das Erdbeben von 1693 ohne größeren Schäden. Sowohl die auf einem quadratischen Grundriss erbauten Außenmauern wie auch die runden Ecktürme des Castello Ursino sind heute noch vollständig erhalten. Nach einer Zeit, in der das Kastell als Gefängnis genutzt wird, befindet es sich seit 1932 im Besitz der Stadt Catania. In den Räumen des einstigen Palastes ist heute das Städtische Museum Catanias mit einer umfangreichen Kunst- und Skulpturensammlung zu finden. 

Der Fischmarkt

Südlich des Piazza del Duomo auf der Piazza di Benedetto ist La pescheria, der historische Fischmarkt Catanias einen Besuch wert. Schon früh am Morgen preisen die Händler hier lautstark ihren tagesfrischen Fang an. Feilschen ist ein Muss, und gefeilscht wird auf La pescheria kräftig, denn schließlich ist die Qualität der hier angebotenen Schwertfische, Thunfische, Makrelen Oktopusse, Muscheln und Austern außergewöhnlich. Die Einkaufstour geht auf dem integrierten Gemüse- und Obstmarkt weiter, auf dem auch Gewürze, Geflügel, Käse und Nüsse angeboten werden. Gegen Mittag fällt La pescheria dann in einen Dornröschenschlaf, bis am nächsten Morgen das lebhafte Treiben von vorne beginnt.

Etna Park

Nach langen Debatten gibt es seit 1987 rund um den mehr als 3300 Meter hohen Etna, den höchsten aktiven Vulkan Europas mit dem Parco dell'Etna einen Nationalpark. Er erstreckt sich auf einer Fläche von fast 60.000 Hektar rund um den oft schneebedeckten Gipfel des Vulkans. Der Park ist in vier Schutzzonen unterteilt, die Vegetation unmittelbar rund um den Krater des Etna – etwa ein Drittel der gesamten Parkfläche – ist unberührt. Ein besonderer Baum, der 'Kastanienbaum der hundert Pferde', befindet sich am Osthang des Vulkans nahe der Stadt Sant'Alfio. 

Die 22 Meter hohe Edelkastanie wird 1636 erstmals erwähnt und steht heute als dickster Baum der Welt im Guinness Buch der Rekorde. Ob es sich bei dem 22 Meter Durchmesser messenden Stamm jedoch tatsächlich um einen einzigen Baum handelt, oder ob drei Teilstämme, die den Umfang der Edelkastanie auf mehr als 50 Meter anwachsen lassen, als eigenständige Bäume anzusehen sind, ist wissenschaftlich umstritten.       

Villa Bellini

Der dem Komponisten Vincenco Bellini gewidmete Park Villa Bellini ist nicht nur der größte, sondern auch der imposanteste Park, den Catania zu bieten hat. 

Auf mehr als 70.000 Quadratmetern kann man als Besucher des Parks unter Platanen, Palmen und subtropischen Bäumen flanieren, auf schmiedeeisernen Bänken verweilen und den Musikpavillon bewundern, der in den Sommermonaten häufig zur Bühne für kulturelle Veranstaltungen und Konzerte wird. 

Seit 1855 gibt es den Park Villa Bellini bereits in Catania – eine Oase der Ruhe in der stark vom Vulkan Ätna inspirierten Stadt.

Via Crociferi

Was die Rambla für Barcelona darstellt, ist im viel kleineren und ruhigerem Umfang die Via Crociferi für Catania. Die Prachtstraße, die im Norden an der Villa Cerami, der heutigen Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Catania ihren Anfang nimmt, ist gesäumt von barocken Bauten aus dem 18. Jahrhundert wie der Chiesa San Giuliano und der Chiesa San Francesco Borgia. 

Das Kloster San Benedetto wiederum, das 1355 erbaut und nach dem Erdbeben von 1693 von Giovanni Battista Vaccarini wieder neu errichtet wird, ist mit seinem die Via Crociferi überspannenden Mauerbogen ein auch heute noch von Benediktinerinnen bewohntes Wahrzeichen der Stadt. Seit 2002 gehören die barocken Stätten Catanias und mit ihnen auch einige Klöster und Kirchen in der Via Crociferi zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

Was es auf Sizilien zu sehen gibt

Eine Aufstellung der  schönsten Sehenswürdigkeiten Siziliens  würde den Umfang dieses Beitrags sprengen. Dennoch legen wir Ihnen einige der Highlights der Mittelmeerinsel wie den Besuch des Mittelalterdorfes Erice im Nordwesten Siziliens ans Herz. 

Im Nordwesten der Insel befindet sich auch ein Paradies  für Naturliebhaber, das Naturreservat Monte Cofano, das neben zahlreichen Wanderwegen auch einen anspruchsvollen Aufstieg zum gleichnamigen Gipfel bietet. Das Küstenstädtchen Cefalu wiederum in Siziliens Norden gilt als die Perle der Madonie, einer Gebirgskette mit bis zu 2000 Meter hohen Gipfeln und fantastischen Ausblicken. 

Auf dem Weg nach Osten lohnt sich noch der Stopp in Messina, dem 'Tor nach Sizilien'. Von hier aus ist der Weg aufs italienische Festland besonders nah, denn die Straße von Messina, eine 32 Kilometer lange Meerenge, die das Tyrrhenische Meer mit dem Ionischen Meer verbindet, ist an ihrer schmalsten Stelle vor der Küste Messinas nur drei Kilometer breit.

Entdecken Sie das Mittelmeer

Sizilien und Catania entdecken Sie am besten auf einer unserer Mittelmeer-Kreuzfahrten, die auch 2021 noch starten. Costa Diadema geht in diesem Jahr noch mehrmals im Mittelmeer auf große Reise. 

Viele Termine können Sie dank unserer Umbuchungsmöglichkeit ganz sorgenfrei buchen. Auch unsere Sylvesterkreuzfahrt mit Costa Deliziosa ab Triest macht in Catania Halt, bevor das Schiff dann im Januar 2022 ab Venedig einmal rund um die Welt startet. Catania steht auch bei der Weltreise der Costa Deliziosa wieder im Anlaufplan. 

In der Mittelmeer-Saison 2022 legen dann schließlich gleich mehrere Familienmitglieder der Costa-Flotte, nämlich Costa Fascinosa, Costa Pacifica, Costa Luminosa und Costa Diadema, bei ihren Mittelmeerreisen am Fuße des Ätna in Catania einen Tagesstopp ein.