Die katalanische Hauptstadt Barcelona gehört zu den faszinierendsten Städten Europas. Eine Faszination, die sich insbesondere in der Geschichte der vergangenen beiden Jahrhunderte begründet, in denen die Stadt zu dem wurde, was sie heute ist. Architektonisch ist Barcelona geprägt durch den experimentellen Baustil ihrer jungen wilden Architekten, die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts im Jugendstilviertel Exaimple ausleben. Unter Ihnen sticht besonders Antoni Gaudí hervor, dessen Bauwerke wie die bis heute unvollendete Basilika Sagrada Familia, Casa Mila oder Parc Guell heute zu den Besuchermagneten Barcelonas gehören. 

Die Rambla, lange Zeit die südliche Begrenzung der Stadt, steht für die heutige Weltgewandtheit Barcelonas, während die Zahl der außergewöhnlichen Aussichtspunkte rund um die Stadt schier unglaublich ist. In diesem Text nehmen wir Sie mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der katalanischen Hauptstadt und beschreiben zehn 'must-dos', die man bei einem Besuch in Barcelona keinesfalls verpassen sollte

Sagrada Familia

Sie ist eine nahezu immerwährende Baustelle. 2026, zum 100. Todestag ihres genialen Architekten Antoni Gaudí sollte die Sagrada Familia ursprünglich fertiggestellt sein, doch auch 140 Jahre nach Baubeginn im März 1882 ist die Fertigstellung der aus Spendengeldern finanzierten Kirche noch immer nicht gesichert. Eine Sehenswürdigkeit ist das Wahrzeichen Barcelonas jedoch auch unvollendet. 1883 übernimmt Gaudí die Bauleitung der Sagrada Familia, bis zu seinem Tod 1926 wird er nur die Fertigstellung der Krypta und des Glockenturms des Barnabas erleben.

Gaudís Erbe sind keine Baupläne, sondern Modelle, nach denen bis heute weitergebaut wird. 2010 wird die Kirche von Papst Benedikt XVI. zur Basilika erhoben, seit 2011 zählen die Weihnachtsfassade und die Krypta der Sagrada Familia zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten. Seither gewinnt die Basilika vor allem an Höhe: 138 Meter misst der Turm der Jungfrau Maria, der nach seiner Fertigstellung nur noch vom 172 Meter hohen Christusturm überragt werden wird.

Casa Milà

Es soll ein besonderes Haus sein, das das Ehepaar Milà 1906 auf seinem Grundstück am Passeig de Gràcia erbauen lässt. Die Architektenwahl des Auftraggebers Pedro Milà fällt auf Antoni Gaudí. Vier Jahre dauert es, bis Gaudí Casa Milà 1910 fertigstellt. Und in der Tat – ihm gelingt ein besonderes Haus. Das Vorbild zu Casa Milà liefert die Natur – viele Rundungen, kaum rechte Winkel, dazu im Inneren verschiebbare Wände und eine Klimaregulierung, die über ein natürliches Belüftungssystem vom Dach aus erfolgt.

Die geschwungene Außenfassade des Casa Milà erregt in Barcelona Aufsehen. Es dauert nicht lange, und Casa Milà hat in der Stadt seinen Namen wett: „La Pedrera“ – das Steinbruchhaus, wird zum mitunter nett oder auch weniger nett gemeinten Kosenamen des Casa Milà. Seit 1984 steht das Haus in der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO. Heute können Sie Casa Milà besuchen – und viel über die Arbeit von Antoni Gaudí erfahren, dem mit dem Espai Gaudi im Casa Milà ein eigenes Museum gewidmet ist. 

Casa Battlò

Nur ein paar hundert Meter von Casa Milà entfernt steht Casa Battló, das Haus, das Pedro Milà so sehr beeindruckte, dass er den Auftrag zum Bau seines Casa Milà an Antoni Gaudí vergab. 1877 für den Industriellen Josép Battló erbaut, erhält Gaudí 1904 den Auftrag, Casa Battló umzugestalten. Gaudí macht sich ans Werk und stellt die Natur in den Mittelpunkt seines Umbaus. Die Säulen der neu gestalteten Hausfassade erinnern an Knochen, die Formen im Inneren des Hauses an Wälder, Pflanzen und Höhlen. Die Fassade selbst nutzt Gaudí zur farbenfrohen Darstellung der Drachenlegende des heiligen Georg, St. Jordi, des Schutzpatrons Kataloniens. Dieser besiegt in der Legende einen Drachen, um die Königstochter vor dem Tod zu retten. Den Drachenrücken mit seinen großen glänzenden Schuppen stellt Gaudí auf dem Dach des Casa Battló dar, das seit 2005 zur Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten gehört.

Parc Guell

Zu den frühen Förderern von Antoni Gaudí gehört der Unternehmer Eusebi Güell, der Gaudí bereits früh mit dem Bau einer Finca vor der Stadtgrenze und des Palau Güell in der Innenstadt Barcelonas beauftragt. In der Gestaltung des 17 Hektar großen Park Güell lässt Gaudí seinen Ideen einer von der Natur inspirierten Landschaftsplanung freien Lauf. Das zentrale Element des hügeligen Parks ist La Placa, eine auf Säulen erbaute Terrasse mit traumhaftem Ausblick über die Innenstadt Barcelonas. Hunderttausende bunte Mosaiksteine zieren die 110 Meter lange, in Wellenform angelegte Umfassung der Terrasse, die als Sitzbank dient. Spektakulär sind auch die beiden Steinsalamander im Park überzogen von unzähligen Mosaiksteinen. Anstatt der geplanten 60 Villen, die Teil des ursprünglichen Bebauungsplans waren, entstehen letztlich nur zwei Wohnhäuser im Park. In eine der beiden Villen zieht der Künstler 1906 selbst ein. Hier lebt Gaudí bis kurz vor seinem Tod.

Torre Glòries

Mit 142 Metern Höhe ist der Torre Glòries aktuell das höchste Gebäude Barcelonas. Ein Rekord, den der 2006 als Torre Agbar fertiggestellte Büroturm mit seinen 32 Stockwerken nach der Fertigstellung der Sagrada Familia verlieren wird, denn in den Bauvorschriften Barcelonas ist verankert, dass die imposante Kirche für alle Zeiten das höchste Gebäude Barcelonas sein wird. Torre Agbar heißt der Turm zunächst, da die städtischen Wasserwerke in Barcelona, Aguas de Barcelona, hier bis zum Verkauf des Büroturms ihren Firmensitz haben. Die 40 beim Bau verwendeten Lackfarben und tausende Glaslamellen an der 16000 Quadratmeter großen Fassade des Turmes entfalten bei Sonnenlicht ihre volle Wirkung. Wie eine Wasserfontäne verändert der Turm, der einen den Himmel Barcelonas berührenden Geysir symbolisiert, ständig sein Erscheinungsbild - auch in der Nacht, wenn sich der dann angestrahlte Torre Glòries ebenfalls als spektakulärer Blickfang präsentiert.

La Rambla

Sie ist der Prachtboulevard Barcelonas, und jeder, der die katalanische Hauptstadt besucht, sollte für eine Promenade auf La Rambla ein wenig Zeit einplanen. Auf 1,2 Kilometern Länge verbindet die von Platanen gesäumte Flaniermeile die Placa de Catalunya im Zentrum Barcelonas mit dem alten Hafen der Stadt. Bekannt und beliebt ist insbesondere die Rambla de Sant Josep, einer der fünf Abschnitte des Boulevards, auf dem die Blumenverkäufer des benachbarten Mercat de la Boqueria, der historischen Markthallen Barcelonas, ihrem Gewerbe nachgehen. An der Rambla dels Caputxins wiederum liegen mit dem Gran Teatre del Liceu, dem größten Opernhaus Barcelonas und dem Café de l'Opera zwei der bedeutendsten gesellschaftlichen Treffpunkte der Stadt. Mit einem Aufzug kann die Aussichtsplattform auf der 68 Meter hohen Kolumbussäule am alten Hafen erreicht werden, wo La Rambla in einem Kreisverkehr endet. Von hier bietet sich ein faszinierender Ausblick über den Prachtboulevard und den alten Hafen.

Montjuic

Der 173 Meter hohe Montjuic ist neben dem Tibidabo einer der beiden Hausberge Barcelonas und der bedeutendste Sportberg der Stadt. Auf dem Montjuic befindet sich unter anderem das zur Weltausstellung 1929 erbaute, ursprünglich für die Spiele 1936 entworfene Olympiastadion, in dem schließlich die Leichtathletikwettbewerbe der Olympischen Spiele 1992 ausgetragen werden. Ein tolles Fotomotiv auf dem Montjuic sind zudem die olympischen Wassersprunganlagen vor dem Hintergrund der tiefer gelegenen Stadt. Auf dem Circuit de Montjuic wiederum, einer ehemaligen Rennstrecke, macht von 1969 bis 1975 viermal die Formel 1 Station. Emerson Fittipaldi, Jochen Mass und zweimal Jackie Stewart heißen die Sieger auf dem anspruchsvollen Kurs, der heute nicht mehr existiert. Erreichbar ist der Montjuic vom Stadtzentrum Barcelonas unter anderem über eine Standseilbahn sowie bei einer atemberaubenden Fahrt mit der 1,3 Kilometer langen Hafenseilbahn, die ebenfalls zur Weltausstellung 1929 ihren Betrieb hätte aufnehmen sollen, letztlich jedoch erst mit zweijähriger Verspätung fertiggestellt werden konnte.

Miró Museum

Die 1975 am Montjuic eröffnete Fundació Joan Miró, die mehr als 10.000 Exponate aus dem Werk des 1893 in der Altstadt Barcelonas geborenen Künstlers ausstellt, ist mit den beiden Buslinien 55 und 150 über die Avinguda Miramar von der Bergstation der Hafenseilbahn bestens erreichbar. Miró, der zu den bedeutendsten Künstlern des Surrealismus gehört und sich in Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Wandteppichen, Glasfenstern und Keramikwänden ausdrückt, lebt ab 1920 vorwiegend in Paris und ab 1956 in Cala Major auf der Insel Mallorca. In seiner Heimatstadt Barcelona hält Miró Freundschaften und Kontakte, nicht zuletzt zu Joan Prats i Vallès, einem Unternehmer und Kunstsammler, der zu den wichtigsten Initiatoren der Fundació Juan Miró zählt und mit einer umfangreichen Schenkung den Grundstein zur heutigen Ausstellung legt. Nach seinem Tod im Jahr 1983 wird Joan Miró im Grab seiner Familie auf dem Cementiri de Montjuic in Barcelona beigesetzt.

Tibidabo

512 Meter hoch ist der Tibidabo, der zweite Hausberg Barcelonas neben dem Montjuic. Der höchste Berg der Serra de Collserola, von dessen Spitze aus an klaren Tagen freie Sicht bis zum Bergkloster Montserrat herrscht, liegt im Westen der Stadt. Der Berg ist erreichbar von der Placa Catalunya, von wo aus die Metrolinie L7 und an deren Endstation die Buslinie 196 bis zur Talstation der Drahtseilbahn Funicular de Tibidabo führen. 275 Höhenmeter überwindet die kürzlich renovierte Standseilbahn auf ihrer 1130 Meter langen Strecke hinauf zur Gipfelstation, wo mit dem Parque d'Attraciones, einem der ältesten Vergnügungsparks der Welt, ein Highlight mit Aussicht wartet. Nicht nur vom Giradabo, dem Riesenrad im Park, auch vom Skywalk und vom Avió, dem 'Flugzeug über der Stadt' bieten sich fantastische Ausblicke auf Barcelona. Auch der 268 Meter hohe, von Stararchitekt Norman Foster im Vorfeld der Olympischen Spiele 1992 entworfene Fernsehturm ist mit seiner gläsernen Aussichtsplattform ein beliebter Ausflugsort. Er wird von der Gipfelstation des Funicular de Tibidabo mit der Buslinie 111 angefahren.

Bunkers del Carmel

Lange Zeit waren die Bunkers del Carmel in Barcelona ein Geheimtipp. Mittlerweile gilt die ehemalige Flugabwehranlage aus dem Spanischen Bürgerkrieg jedoch als einer der schönsten Aussichtspunkte auf das dem Turó de la Rovira zu Füßen liegende Barcelona. Das Besondere an diesem Aussichtspunkt ist sein 360-Grad-Panorama auf die Stadt, die den Rovira umschließt. Einige Räume der ehemaligen Bunkeranlage, von wo aus Barcelona ab 1937 gegen die einmarschierenden Franco-Truppen verteidigt wurde, sind noch heute begehbar, wenn auch die Mühen der einstigen Verteidiger Barcelonas vergebens waren. 1939 fiel die Stadt in die Hände Francos, das Gelände der Bunkers del Carmel verfiel nach dem Spanischen Bürgerkrieg über Jahrzehnte. Erst zu den Olympischen Spielen 1992 verschwanden die slumartigen Baracken rund um den Turó de la Rovira und das Stadtviertel El Carmel erhielt sein heutiges Gesicht.

Entdecken Sie das Mittelmeer

Barcelona ist eine der großartigsten Städte im Mittelmeerraum und für Costa Kreuzfahrten  einer der bedeutendsten Häfen. Ob als Anlaufhafen der großen Atlantiküberquerungen mit Costa Fascinosa und Costa Fortuna oder als Endpunkt unserer Dubai-Reisen mit Costa Pacifica – ein Stopp in Barcelona gehört zu vielen unserer Kreuzfahrten einfach dazu. Dies natürlich auch bei unseren  sechs-, acht- oder 15-tägigen Mittelmeerkreuzfahrten, die unter anderem mit Costa Diadema von Barcelona aus starten. Viele unserer Reisen finden in Barcelona auch wieder ihr Ende, sodass Sie vor Beginn oder im Anschluss an Ihre Kreuzfahrt die Attraktionen der Stadt noch ein paar Tage länger unter die Lupe nehmen können.