Sie gehören zu den imposantesten Naturlandschaften der Welt, was wohl ein jeder, der die Fjorde Norwegens schon einmal mit einem Kreuzfahrtschiff bereist hat, gerne bestätigen wird. Über 1000 Fjorde gibt es in Norwegen, nur in wenigen wie im Sognefjord, im Nordfjord oder im Geirangerfjord herrscht Kreuzfahrtverkehr. Für Sportbegeisterte und Freiluftenthusiasten bieten die Fjordlandschaften Norwegens alles, was das Herz höherschlagen lässt: Von Kajak bis Skifahren, von Gletscherexpeditionen bis Rafting – sportlich Aktiven sind in diesen Landschaften keine Grenzen gesetzt! Eine der eindrucksvollsten Wanderungen, die Norwegen zu bieten hat, ist der Weg zum Preikestolen, dessen Felswände nahezu senkrecht 600 Meter tief in den Lysefjord abfallen. Schwindelfreiheit ist hier erforderlich, doch die Ausblicke, die sich bei dieser Wanderung hoch über dem tiefblauen Fjord bieten, belohnen für jeden Schweißtropfen auf dem Weg. Am Ende des Tages lädt das oft unterschätzte Stavanger noch auf einen Rundgang ein. Die charmante Hafenstadt wird einerseits zwar ihrem Image als norwegische Ölmetropole gerecht, bietet aber andererseits nicht nur rund um den quirligen Hafen viele nette Ecken, Street Art und eine rege und innovative Gastroszene. Leinen los für einen Ausflug in die grandiose Welt der norwegischen Fjorde.

Die Herkunft der Fjorde und Klippen

Als nach der letzten Eiszeit in Europa das Eis schmilzt und sich die oft Kilometer dicken Gletscher auf dem Land zurückziehen, entstehen aus ehemals eisbedeckten Flusstälern tiefe U-förmige Rinnen, die mit dem Meer verbunden sind. Die seitlichen Begrenzungen der Rinnen sind sehr steil und nicht selten mehrere hundert Meter hoch. Als der globale Meeresspiegel ansteigt, werden die Rinnen mit Meerwasser geflutet. Seither bilden sie ein weitverzweigtes, mit dem Meer verbundenes Netz an Haupt- und Nebenarmen, die Fjorde. Fjorde sind im Bereich ihrer Mündungsschwelle eher flach, der Lysefjord ist mit nur 13 Metern Wassertiefe in seinem Mündungsbereich ein typischer Schwellenfjord. 

Unterhalb des Preikestolen ist der Lysefjord schon mehr als 400 Meter tief. Die außergewöhnliche Form des Preikestolen erklärt sich durch Frostsprengungen vor mehr als 10.000 Jahren, bei denen in Felsspalten gefrorenes Gletscherwasser das Gestein sprengte, das dann vom Gletscher mitgeführt wurde. Der Preikestolen blieb erhalten, doch zahlreiche tiefe Gesteinsrisse auf den letzten Metern der Wanderung zur Kanzel des Felsens machen eindrucksvoll deutlich, welch massive Kräfte der abfließende Gletscher seinerzeit auf das ihn umgebende Gestein ausgeübt hat.

Der Lysefjord

Norwegens der südlichste. Das norwegische Wort 'lyse' steht für 'hell', der 'helle' Fjord hat seinen Namen von der hellen Farbe der Granitfelsen, die ihn begrenzen. Mit 42 Kilometern Länge gehört der Lysefjord, der 15 Kilometer östlich von Stavanger in Forsand ins Meer mündet, nicht zu den längsten, mit bis zu 500 Metern Wassertiefe jedoch zu den tiefsten Fjorden Norwegens. Am Fjordende liegt die Gemeinde Lysebotn, die mit dem Auto nur über eine spektakuläre, 600 Höhenmeter überwindende Serpentinenstraße erreicht werden kann. Der Kjerag, ein 1000 Meter hohes Plateau nahe Lysebotn, ist bekannt und gleichermaßen berüchtigt. Nicht nur, dass die Wände des Kjerak ein Paradies für Felskletterer sind. Das Plateau selbst ist bekannt als Ausgangspunkt für Basejumper, die sich von hier in die Schlucht stürzen, um nach 20 Sekunden und mehreren hundert Metern im freien Fall ihre Fallschirme zu öffnen und auf einem kleinen Felsvorsprung im Fjord zu landen. 

Ein spektakuläres, wenn auch lebensgefährliches Abenteuer, das auch am Kjerak schon Menschenleben gekostet hat. Weniger gefährlich, wenn auch mit ein wenig Anstrengung verbunden ist die Wanderung über die 4444 Treppenstufen der Florlitreppe, einer der längsten Holztreppen der Welt. Die Treppe führt entlang einer Schleusenröhre vom Wasserwerk am Ufer des Lysefjord auf Meereshöhe bis zum Terneyassdamm, der 740 Höhenmeter über dem Meer liegt. 

Das Dorf Forsand

Die kleine Gemeinde Forsand bildet das westliche Ende des Lysefjord. Hier mündet der Fjord ins offene Meer. Bekannt ist Forsand für Landa Park, eine frühgeschichtliche Siedlung, die von 1500 v. Chr. bis 600 n. Chr. mehr als 2000 Jahre lang bewohnt war und als die älteste Siedlung im heutigen Norwegen gilt. Über Jahrzehnte wurden in Forsand die größten archäologischen Ausgrabungen durchgeführt, die Norwegen je gesehen hat. Dreizehn prähistorische Gebäude aus der Bronze-, aus der Römer- und aus der Migrationszeit werden nach ihrer Fertigstellung im Landa Park das frühe Siedlerleben in den Fjordlandschaften abbilden. Insgesamt wurden bei den Ausgrabungen Spuren von 250 frühzeitlichen Häusern und Höfen sowie mehrere Grabhügel entdeckt.

Die beste Reisezeit

Eine Entdeckungskreuzfahrt durch die norwegischen Fjorde empfiehlt sich besonders in den Sommermonaten Mai bis September. Durch den entlang der Küste fließenden Golfstrom erreichen die Temperaturen in den Küstenstädten stabile 20 Grad und mehr. Zudem sehen Sie im Frühsommer noch viele eindrucksvolle Wasserfälle, die sich nach der Schneeschmelze in den Bergen hinab in die Fjorde stürzen. Wenn die spektakuläre Natur Norwegens dann innerhalb kürzester Zeit vom Winter- in den Sommermodus wechselt, beginnt für die Norweger die Zeit des 'friluftsliv'. Das Leben an der freien Luft ist DER norwegische Lifestyletrend. Wandern und Aktivsein – nur wenige Norweger können an Sommerwochenenden der Versuchung widerstehen, ausgestattet mit einer gefüllten Wasserflasche auf den nächsten Berg zu laufen. Die Norweger wissen, dass in den Fjorden für Erlebnisse dieser Art die Zeit begrenzt ist. Häufig fällt im bergigen Hinterland der Fjorde schon ab Oktober der erste Schnee, und die Natur wechselt wieder in den Wintermodus 

Die Wanderung zum Preikestolen

Ausgangspunkt unserer Wanderung zum Preikestolen ist der Parkplatz an der Preikestolen Fjellstue. Acht Kilometer Strecke und 500 Höhenmeter stehen in unserem Plan. Der mit einem roten „T“ an Bäumen und Felsen gut markierte Wanderweg schlängelt sich zunächst durch Wald und flaches Felsgelände oberhalb eines Sees entlang. Nach dem Durchqueren eines Feuchtgebietes wird es sportlich: Ein felsiges Steilstück steht an. Hier erklimmen wir – an vielen Stellen gut abgesichert durch im Felsen verankerte Seile – Höhenmeter. Besonders an dieser Stelle ist festes Schuhwerk ein absolutes Muss! Oft ist der Wanderweg gut frequentiert, der Aufstieg zum Felsplateau markiert eine Engstelle. Sie kostet vielen Wanderern Geduld, wenn die Ausrüstung eines Einzelnen nicht angemessen ist. Angekommen auf dem Plateau liegt der sportlichste Teil der Wanderung hinter uns. Nach einiger Zeit kommt der Lysefjord in Sicht, durch eine flache Felslandschaft führt der Weg zur Abbruchkante des Fjords. Die letzten Meter von hier zum Preikestolen haben es in sich! Wanderer mit Höhenangst oder Schwindelgefühlen sollten hier unbedingt zurückbleiben. Entlang der Abbruchkante führt der Weg zur Kanzel des Preikestolen 600 Höhenmeter oberhalb des Lysefjord über einen felsigen Pfad. Dort angekommen lassen wir die überwältigende Landschaft auf uns wirken, bevor wir uns auf den Rückweg zur Fjellstue begeben. 

Norwegens schönste Fjorde

Norwegen und seine Fjorde – ein unvergleichliches Naturschauspiel! Der Lysefjord mit dem legendären Preikestolen ist ein spektakulärer Beginn unserer Reise in die vielfältigen Fjordlandschaften Westnorwegens. Im weiter nördlich gelegnenen Hardangerfjord zeigt sich bereits eine ganz andere Fjordlandschaft: Sanfte grüne Hügel, Wiesen und Apfelplantagen säumen das Ufer des Fjords, von dem aus der Folgefonnagletscher gut erreichbar ist. Noch etwas weiter nördlich liegt der mit 205 Kilometern längste und mit 1300 Meter tiefste Fjord Norwegens – der Sognefjord. Er geht über in den Aurlansfjord mit der Gemeinde Flam und ihrer Flambahn, einer spektakulären Bahnstrecke ins Bergland Norwegens. Im Innvikfjord wiederum, einem Ausläufer des Nordfjord, sind die Gemeinden Olden, Stryn und Loen perfekte Ausgangspunkte für Entdeckungsreisen in die Welt des größten Festlandgletschers Europas, des Jostedalsbreen. Last but noch least gehört der vielleicht bekannteste Fjord Norwegens, der Geirangerfjord, in die Liste der schönsten Fjorde des Landes. Ein Stopp im pittoresken Jugendstilstädtchen Alesund ist auf der Anreise in den Geirangerfjord ein absolutes Muss.

Erlebnisse in Stavanger

Seit den Ölfunden auf norwegisches Territorium in der Nordsee Ende der 1960er Jahre hat sich Stavanger als Ölhauptstadt Norwegens einen Namen gemacht. Die Geschichte seit den ersten Funden lässt sich im Norwegischen Ölmuseum am Hafen der Stadt erkunden. Sehenswert ist auch das kleine Konservendosenmuseum in einer ehemaligen Fischfabrik in der hübschen, aus weißen Holzhäusern bestehenden Altstadt Stavangers, das die Geschichte der Fischerei, der Fischverpackung und -verschiffung aufarbeitet. Rund um den Hafen im Stadtzentrum, dessen Bild häufig bis zu zwei Kreuzfahrtschiffe prägen, die hier am Tag vor Anker liegen, ist das Leben trubelig. Street Art prägt das Bild rund um die Ovre Holmegate, die wahrscheinlich bunteste Straße der Stadt mit ihren kleinen Boutiquen, Restaurants und Cafés. Seitdem der Künstler Martyn Reed erstmals 2001 das alljährlich wiederkehrende Nuart Festival in Stavanger initiierte, werden die Hauswandkreationen mehr und mehr. Auch die Gastroszene der Stadt hat sich in den vergangenen Jahren herausgeputzt. Mittlerweile gehört das Gladmad Food Festival zu den herausragenden Food Festivals in Skandinavien. Jährlich lassen sich hier bis zu 250.000 Besucher kulinarische Genüsse aus aller Welt schmecken. 

Reisen Sie in die norwegischen Fjorde mit Costa Kreuzfahrten

Lysefjord, Hardangerfjord, Geirangerfjord – die Vielfalt von Landschaft und Natur in den norwegischen Fjorden ist nahezu unbeschreiblich. Mit Costa Kreuzfahrten erleben Sie die schönsten Fjorde und die schönsten Ausflugsziele an Land bei einem unserer Ausflüge.