Im Jahr 2016 fällt die Sommersonnenwende, die den Beginn der warmen Jahreszeit in der Nordhalbkugel markiert, auf den 21. Juni. Ab jetzt heißt das Motto: Sonne, Ferien, Entspannung. Hier fünf interessante Dinge, die Sie in die Atmosphäre der lang herbeigesehnten Sommermonate eintauchen lassen.

"Einige Theorien besagen, dass die berühmten Steinkreise von Stonehenge in Großbritannien ein antikes astronomisches Observatorium waren und womöglich auch dem Kult von Sonnenwende und Tag-und-Nachtgleiche dienten. "

Es werde Licht

Zum Zeitpunkt der Sommersonnenwende erreicht die Sonne ihren Höchststand über dem Horizont. Dies spiegelt auch die lateinische Bezeichnung solstitium, die sich aus den Wörtern sol, Sonne, und sistere, stillstehen, zusammensetzt: Stillstand der Sonne, als verweile die leuchtende Kugel hoch am Himmel. Bekanntlich bringt dieses Phänomen den längsten Tag des Jahres mit sich. Traditionell feiert man die Sommersonnenwende am 21. Juni, während sie sich in Wirklichkeit jedes Jahr um sechs Stunden verschiebt, um dann in einem Schaltjahr in die ursprüngliche Position zurückzukehren: Dieses Jahr fällt die Sommersonnenwende tatsächlich auf den 21. Juni.

In der Vergangenheit

Viele Kulturen der Vergangenheit, von den antiken Griechen bis zu den präkolumbianischen Völkern, feierten die Sommersonnenwende mit besonderen Riten: Der Aufstieg der Sonne zum höchsten Punkt am Horizont wurde als Anfang eines neuen Lebenszyklus aufgefasst. Man weiß zum Beispiel, dass die Römer Janus, dem doppelgesichtigen Gott des Anfangs, Feste zur Sommer- und Wintersonnenwende widmeten. Die Kelten dachten, dass die Energie der Sonne verstärkt werde, wenn man zum Sommerbeginn ein Feuer entzündete, während in China zur Sommersonnenwende Yang gehuldigt wurde, das in der chinesischen Kultur zusammen mit Yin eine der beiden Energien darstellt, die die Welt bewegen, und im Sommer seinen Höhepunkt erreicht. Auch Shakespeares Werk Ein Sommernachtstraum ist zu dieser Zeit des Jahres angesiedelt, der einst besondere Magie nachgesagt wurde, ein Moment, an dem sich die Menschenwelt und das Reich der Feen begegnen.

In der Gegenwart

Auch heute noch leben die heidnischen Riten fort: In Lettland zum Beispiel wird Līgo, das Sonnwendwendfest, mit Feuern, Tänzen und Bädern im See gefeiert. Auch der Johannistag (24. Juni), der besonders in einigen Gebieten Italiens und Spaniens von Bedeutung ist, lässt sich in Wirklichkeit auf die Sonnwendfeste zurückführen, in deren Mittelpunkt die Macht des Lichts stand und mit großen Feuern gefeiert wurde. Sie verschmolzen später mit der christlichen Tradition, haben aber ihr ursprüngliches Gesicht bewahrt, denn an einigen Orten werden die Feuer in der Nacht angezündet und brennen bis zum Sonnenaufgang. In Irland hingegen beginnt der Sommer am 1. Mai und dauert bis zum 1. August.

Stonehenge

Einige Theorien besagen, dass die berühmten Steinkreise von Stonehenge in Großbritannien ein antikes astronomisches Observatorium waren und womöglich auch dem Kult von Sonnenwende und Tag-und-Nachtgleiche dienten. Ein Beleg wäre die Tatsache, dass am Tag der Sommersonnenwende die ersten Sonnenstrahlen auf einem Felsblock in der Mitte der Anlage konvergieren.

Warum ist es warm?

Die Sommersonnenwende bezeichnet den Beginn der wärmsten Zeit des Jahres, auch wenn der metereologische Sommer vom 1. Juni bis zum 31. August dauert. Aber warum ist es warm? Die Annahme, dass die hohen Temperaturen darauf zurückzuführen sind, dass sich die Erde der Sonne annähert, ist falsch: In Wirklichkeit sind die beiden Himmelkörper im Juli, also mitten im Sommer, am weitesten voneinander entfernt. Es gibt also eine andere Erklärung: Aufgrund der Neigung der Erdachse ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen im Sommer besonders steil und die Sonnenscheindauer lang, und dadurch steigt die Temperatur. Zur gleichen Zeit ist hingegen auf der Südhalbkugel Winter.

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