Am 6. Juli wird der World Kiss Day, der Welttag des Kusses, begangen, der 1990 in Großbritannien ins Leben gerufen wurde, um Liebe, Zuneigung, Leidenschaft und Freundschaft zu feiern, für die der Kuss seit jeher ein Symbol ist. Lesen Sie hier einige interessante Dinge, darunter wissenschaftliche Erkenntnisse, rund ums Küssen.

"Überdies bringt ein leidenschaftlicher Kuss eine gewisse körperliche Betätigung mit sich, denn er aktiviert 29 Gesichtsmuskeln und verbraucht 12 Kalorien."

Küssen für das Wohlbefinden

Die wissenschaftliche Disziplin, die den Kuss in all seinen Erscheinungsformen untersucht, heißt Philematologie. In ihrem Namen wurden zahlreiche Studien durchgeführt und eine ganze Anzahl von Theorien formuliert. Ein Kuss kann zum Beispiel das Cortisol-Niveau senken, damit Stress mindern und die Produktion von Hormonen wie Dopamin, Serotonin und Adrenalin anregen, die Wohlbefinden und Glücksgefühle hervorrufen. Überdies bringt ein leidenschaftlicher Kuss eine gewisse körperliche Betätigung mit sich, denn er aktiviert 29 Gesichtsmuskeln und verbraucht 12 Kalorien.

Rechts oder links?

Eine in „Nature“ veröffentlichte Studie zeigt, dass die meisten Menschen den Kopf nach rechts drehen, um ein Zusammenstoßen der Nasen zu vermeiden. Auf die eine oder andere Weise zu küssen, heißt es, lasse sich auf die Tendenz, den Kopf in der Gebärmutter und in den ersten Wochen nach der Geburt nach rechts oder nach links zu neigen, zurückführen.

Auch Tiere küssen sich

In der Natur nähern viele Tiere ihre Schnauzen als Zeichen der Zuneigung an. Kein Tier ist jedoch so romantisch wie der Bonobo: Diese Zwergschimpansen, die in den Regenwäldern des Kongo zu Hause sind, küssen sich lange und ausgiebig auf den Mund. Wenn Sie hingegen zwei Exemplare von Helostoma temminckii, dem auch Küssender Gurami genannten tropischen Fisch sehen, die ihre Münder aneinanderdrücken, lassen Sie sich nicht täuschen, denn es handelt sich um ein aggressives Kräftemessen und nicht um eine zärtliche Geste.

Der Kuss im Film

Der erste Filmkuss geht auf das Jahr 1896 zurück und ist in dem nur wenige Sekunden langen Kurzfilm „The Kiss“ von May Irwin und John Rice zu sehen. 1963 dreht Andy Warhol einen Film mit fast identischem Titel: „Kiss“, in dem sich 50 Minuten lang verschiedene Paare jeweils dreieinhalb Minuten lang küssen. 1990 gewinnt „Cinema Paradiso“ des italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore den Oscar als bester ausländischer Film, dieser reiht in der Schlusssequenz fast 50 der schönsten Filmküsse aneinander.

Rekordküsse

Den Rekord über den längsten Kuss haben zwei Thailänder aufgestellt, die sich 2013 ganze 58 Stunden, 35 Minuten und 58 Sekunden lang ununterbrochen küssten. Damit übertrafen sie den vorherigen Rekord von 50 Stunden.

Der Kuss weltweit

Der Inbegriff des romantischen und leidenschaftlichen Kusses ist der sogenannte „französische Kuss”. Er wird jedoch nicht überall auf der Welt geschätzt, in China gilt er als unhygienisch und in Japan wird ein Kuss in der Öffentlichkeit als unhöflich angesehen. Außerdem ist der Kuss nicht überall gleich: Die Eskimos zum Beispiel bevorzugen eine weltweit einzigartige Geste, bei der sich nicht die Münder, sondern die Nasenspitzen berühren, während die Lippen und die Augen geschlossen sind.

Fotos: Mondadori Portfolio/Age Fotostock