Zusammen mit Costa ruft er jetzt ein einzigartiges künstlerisches Projekt ins Leben, um den 70. Geburtstag des Unternehmens zu feiern: eine Fotoausstellung, die der Freude² gewidmet ist.

"Wer eine Kreuzfahrt macht, will eine glückliche Zeit erleben."

Ab Mai wird eine Auswahl der Schnappschüsse zeitweise an Bord der 10 Costa Schiffe in Europa zu sehen sein. Die Dauerausstellung wird im Juli im großen Stil in Genua eröffnet, am Sitz von Costa Crociere. Dort kann die Ausstellung bis zum Herbst besucht werden. In diesem Interview berichtet Toscani exklusiv für unsere Mitglieder von dem Projekt – noch vor dem Start der Kreuzfahrt, auf der die Bilder gemacht werden.

Oliviero Toscani, was hat Sie dazu gebracht, die Herausforderung anzunehmen, die Freude² mit Ihren Fotos einzufangen?

Genau die Tatsache, dass es eine Herausforderung ist. Denn Freude lässt sich nicht planen, man weiß nie, wo man sie entdeckt. Es gibt keine Sicherheit, deshalb muss man mit den Fotos das Ungreifbare einfangen. Und das ist eine echte Herausforderung.

Sie sehen sich selbst als „Situationsfotografen“, immer bereit, die unterschiedlichsten Momente festzuhalten. Welche Situationen wecken an Bord Ihre Aufmerksamkeit?

Wer eine Kreuzfahrt macht, will eine glückliche Zeit erleben. Man möchte unterschiedliche Menschen kennenlernen, sich mit ihnen auseinandersetzen, mit ihnen sprechen. Und Abstand vom Alltag bekommen … All das ist die Lust auf Freude, auf Emotionen und auf Kommunikation. Und genau das werden wir versuchen, auf den Bildern festzuhalten.

Und wie verkörpert das die „Freude²“ von Costa?

Wenn man das Ergebnis der Bilder schon kennen würde, bevor man sie macht, dann wäre es keine Fotografie. Man muss hingehen, beobachten, mitnehmen … und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Ich versuche, die Eindrücke einzufangen, die Formen und Haltungen, die die Momente der Freude ausdrücken. Über Fotografie zu sprechen ist seltsam, so als würde man über Musik schreiben (lacht; Anmerkung der Redaktion). Fotografie ist bildhaft, Worte sind eine ganz andere Sache.

Auch einige der Passagiere an Bord der Kreuzfahrt, auf der die Bilder gemacht werden, können am Projekt teilnehmen …

Genau, auch sie können ihre eigene Freude² abbilden. Ich werde einen Workshop veranstalten, bei dem ich zeige, wie man sich bewegen sollte und wie man am besten fotografiert, um interessante Bilder zu erhalten anstatt einfach Selfies zu machen. Ich werde eine Auswahl dieser Bilder bearbeiten und sie werden dann zusammen mit meinen in Genua ausgestellt.

Die Multikulturalität ist ein Thema, das Ihnen sehr am Herzen liegt. Auf einem Schiff begegnet man Menschen vieler unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen. Fasziniert Sie dieser Aspekt?

Ja, sehr. Für mich ist es eine weitere Möglichkeit, interessante Bilder zu machen. Die Unterschiede, die ich an Bord fotografieren möchte, haben viele Gesichter: Kultur, Sprache, Verhalten, Kleidung, Farben – ganz egal ob bei der Crew oder den Passagieren.

Wie Sie selbst, so ist auch diese Ausstellung eine „große Weltreisende“ an Bord der Costa Schiffe. Ist es das erste Mal, dass eine Ihrer Ausstellungen „auf Reisen“ geht?

Das Reisen war meine Schule, und ich denke, man muss reisen, um zu lernen. Man muss die Vielfalt, die uns umgibt, verstehen, sehen und schätzen. Ich bin sehr froh und stolz, dass Costa dieses Projekt fördert. Eine Ausstellung, die reist und auf dem Meer schwimmt, ist definitiv eine einzigartige Gelegenheit.

Die Freude2 für … OLIVIERO TOSCANI Was Freude für mich ist? Es ist die Voraussetzung zum Glücklichsein – eine Situation oder Emotion, die nicht greifbar ist. Die Freude ist ein Zustand der Seele, den man suchen und finden wollen muss. Ich sage immer: Wenn wir geboren werden, springen wir auf den Zug des Lebens auf. Und die Endstation, der Tod, ist für alle gleich. Ich will nicht theatralisch klingen, aber es ist so. Während dieser Reise versuchen wir, glücklich zu sein. Wenn wir das nicht tun, ist unser Leben vergeudet. Nur so lässt sich der Tod entmythisieren: Die Freude ist unsterblich.