Am 30. Juli wird der Internationale Tag der Freundschaft begangen: Die UNO hat diesen Gedenktag 2011 eingerichtet, um auf die Bedeutung dieses für den Menschen grundlegenden Gefühls hinzuweisen. Der Freundschaft nimmt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung des individuellen Gefühlslebens ein: Hier vier wissenschaftliche Erkenntnisse und drei Tipps, wie Sie Ihre Freundschaften pflegen.

"Eine ganze Reihe von Studien hat gezeigt, dass Menschen mit einem großen Freundeskreis seltener an Depressionen erkranken, weniger unter Stress leiden und länger leben. "

Wertvolle Unterstützung

Es gibt viele Gründe, warum Freundschaften sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken. Eine ganze Reihe von Studien hat gezeigt, dass Menschen mit einem großen Freundeskreis seltener an Depressionen erkranken, weniger unter Stress leiden und länger leben. Die Gründe liegen auf der Hand: Unsere Freunde sind für uns da, wenn wir sie brauchen, und helfen uns mit ihren Ratschlägen womöglich auch, gesund zu leben.

Mehr Freunde, weniger Schmerz

Menschen, die viele Freundschaften pflegen, haben eine höhere Schmerzschwelle. Dies geht aus einer 2016 von der Oxford University durchgeführten Studie hervor, die ergab, dass Menschen mit einem ausgedehnten sozialen Netz mehr Endorphine produzieren: Diese von unserem Gehirn produzierten Glückshormone wirken auch als natürliche Schmerzmittel.

Spiegelbilder

Forscher von der Yale University und der University of California haben bei einer umfassenden Studie herausgefunden, dass wir unsere Freunde unbewusst nach genetischen Kriterien auswählen. Wir haben mehr DNA mit unseren Freunden gemein, als mit Fremden. Wie lässt sich das erklären? Möglicherweise, sagen die Wissenschaftler, ist es darauf zurückzuführen, dass wir unbewusst Menschen auswählen, die uns besonders ähnlich sind.

Dicke Freunde

Der britische Anthropologe Robin Dunbar hat festgestellt, dass der Mensch in der Lage ist, mit ca. 150 Personen Beziehungen aufrechtzuerhalten (die sogenannte Dunbar-Zahl). Aber wie viele von ihnen sind enge Freunde? Es ist nicht einfach, eine allgemeine Antwort zu geben, sicher ist bloß, dass es sich um eine begrenzte Anzahl handelt, wenn man einer in der Fachzeitschrift PNAS erschienenen Studien folgt. Die Wissenschaftler erklären, dass wir nur wenige wirklich enge Beziehungen gleichzeitig führen können. Im Laufe der Zeit ändern sich vielleicht die Beteiligten, aber wirklich enge Freunde können wir an einer Hand abzählen.

So erhalten Sie die Freundschaft

Die Wissenschaft kann vieles erklären, aber eine Frage kann sie nicht beantworten: Wie pflegen wir unsere Freundschaften am besten? Die Erfahrung lehrt, dass es keine allgemeinen Regeln gibt und wir auf jeden Fall eine Menge Geduld und guten Willen brauchen. Hier drei Tipps, die Sie berücksichtigen sollten:

  • Nehmen Sie Freundschaft nicht als Selbstverständlichkeit. Es müssen sich nicht immer die anderen bei Ihnen melden. Und wenn es nur eine WhatsApp-Nachricht ist
  • Tauchen Sie nicht einfach ab.
  • Freundschaft beruht auf Vertrauen. Halten Sie Ihre Versprechen.
  • Verteidigen Sie Ihre Freunde, sagen Sie ihnen aber auch ehrlich, wenn sie Fehler machen.

Fotos: Mondadori Portfolio/Age Fotostock