Domenico Romano erzählt uns mit Begeisterung, Ironie und vielen Anekdoten vom größten Fiat 500-Club, den er vor 36 Jahren in Garlenda, in der Provinz Savona gegründet hat. „Wir sind eine Familie mit mehr als 21.000 Mitgliedern.“
„Der Fiat 500 war für viele Generationen ein Mythos: Er erzählt von einer optimistischen Aufbruchszeit.“

Italienische Wesensart, Leidenschaft, Gastlichkeit: Costa und der Fiat 500-Club Italien haben viele Gemeinsamkeiten. Können Sie uns ein bisschen von dem Club erzählen, dessen Vorsitzender Sie sind?

„Die Beziehung zu Costa ist eng, auch weil viele unserer Mitglieder Kreuzfahrten lieben und Mitglieder des Costa Clubs sind. Beide stehen wir in der Welt für die italienische Wesensart und unsere Triebfeder sind die Menschen und das Reisen. Unser Club wurde 1984 in Garlenda in der Provinz Savona für Liebhaber gegründet, aber ich habe schon damals im großen Stil geplant. Heute haben wir mehr als 21.000 Mitglieder. Wir sind in fast allen Ländern der Welt vertreten, sogar in Australien und Japan. Mein Motto lautet: Alles ist möglich, man muss nur daran glauben und sich engagieren.

Sie haben auch ein multimediales Museum, in dem man Design und Geschichte kennenlernen kann. Was erwartet die Besucher?

„Sie erwartet eine Reise, die von der Vergangenheit in die Zukunft führt. Zu unserer Sammlung gehören Filme, Dokumentarfilme, Fotos, Werbespots und Videoaufnahmen".

Wie wird man ein Club, der in der ganzen Welt berühmt ist?

„Der Fiat 500 ist zu einem Mittel geworden, neue Freunde zu finden und eine Leidenschaft zu teilen. 25 % unserer Mitglieder ist jünger als 40 Jahre, wurde also geboren, als dieses Auto schon nicht mehr gebaut wurde. Wir sind eine große Familie, in der man ein gewisses Maß an Verrücktheit zu schätzen weiß.“

„Das heißt?“

„Unser Club besteht aus Liebhabern, von denen einige sehr weit weg leben. 2007 kamen einige Mitglieder sogar aus Australien angereist. Einige unserer Mitglieder kommen jedes Jahr mit ihrem Fiat 500 nach Garlenda, aus Sizilien und Südtirol oder sogar aus Holland und Paris.“

Der Fiat 500 ist ein Sinnbild des Reisens. An welche Reise mit ihrem Auto denken Sie besonders gern?

„Eine Reise nach Holland zu Beginn der 1980er Jahre. Jemand hatte uns erzählt, dass es dort einen Fiat 500-Club gab. Wir sind ohne Ersatzteile losgefahren, es war ein richtiges Abenteuer. Diese Reise hat uns dann auf die Idee gebracht, unseren Club zu gründen.“

Apropos Reisen: Haben Sie schon einmal eine Kreuzfahrt gemacht?

„Ja, zweimal, im Mittelmeer, auf die griechischen Inseln, nach Ägypten und in die Türkei. Reisen gehört zu meiner Weltanschauung".

Der Fiat 500 ist, wie eigentlich auch die Costa Schiffe, ein Symbol, das eine Reise durch die Sitten und Gebräuche und Veränderungen Italiens gemacht hat.“ Warum wurde er zu einem Mythos?

„Die Leute brauchen Mythen und Leidenschaften, um ihre alltäglichen Probleme zu meistern. Unser Club ist bunt gemischt, es gibt alles, vom Arbeiter, der das Auto seines Großvaters restauriert hat, bis zum Millionär, der eine ganze Sammlung besitzt.“

Der Fiat 500 ist immer noch aktuell: Viele fahren mit dem klassischen Modell vor, wenn sie heiraten. Das ist interessant, nicht wahr?

"Das ist eine Mode, ein Lebensgefühl. Wir veröffentlichen jeden Monat in unserer offiziellen Zeitschrift Fotos dieser Art, die unsere Mitglieder schicken. Wie gesagt, der Fiat 500 vereint ganz unterschiedliche Menschen, darunter auch bekannte Persönlichkeiten: Renzo Arbore, Enrico Brignano, Tiberio Timperi, Francesca Grimaldi und Rudy Zerbi, um nur einige zu nennen, und unter Sportlern zum Beispiel De Silvestri und Perrotta".

Ihre Leidenschaft kommt auch im internationalen Treffen in Garlenda zum Ausdruck, das am ersten Wochenende im Juli stattfindet.

„Dabei handelt es sich um das wichtigste und maßgebende Event, aber im Laufe des Jahrs finden in Italien 250 Treffen statt. Seit einigen Jahren empfehlen wir unseren Mitglieder ‚Slow Drive‘ zu praktizieren, das ist eine von uns erfundene Anregung zur Langsamkeit, bei der Autobahnen vermieden werden, um die Schönheit der Landschaft und kulinarische Spezialitäten zu genießen. Wichtig ist, dass man sich den Dingen mit Begeisterung und Ironie nähert, im Stil des Fiat 500. Im Laufe der Jahre habe ich auf Autos Sätze wie folgende gelesen: „Ich verliere kein Öl, sondern markiere das Terrain“, "Von 0 auf 100 in 10 Minuten“, „Wenn ich groß bin, werde ich ein Ferrari“.

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