Der erste Tag im April ist ganz den Späßen gewidmet: Die Tradition gutmütige Streiche zu spielen und jemanden in den April zu schicken, ist in ganz Europa und anderen Gegenden der Welt verbreitet. Allerdings sind die Ursprünge ungewiss und mit zahlreichen Legenden verbunden. Gewiss ist hingegen, dass es sich um den Welttag der guten Laune handelt und mit einem Lächeln auf den Lippen gefeiert werden sollte. Er markiert überdies den Übergang vom Winter zum Frühling, der für neues Leben, Heiterkeit und Vitalität steht.

"Am 1. April 1957 strahlte die BBC einen vermeintlichen Dokumentarfilm aus (nach Meinung mancher eine der besten Fälschungen aller Zeiten) , in dem berichtet wurde, dass Spaghetti auf Bäumen im Kanton Tessin wachsen."

Die Ursprünge des Aprilscherzes

Eine der glaubwürdigsten Theorien besagt, dass der Aprilscherz im heutigen Sinne in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Frankreich entstanden ist, um sich dann auf dem ganzen europäischen Kontinent zu verbreiten. Vor dem Edikt von Roussillon (1564) und der Einführung des Gregorianischen Kalenders (1582) fiel der Jahresbeginn zwischen den 25. März und den 1. April: Die Verschiebung des ersten Tages des neuen Jahres auf den Januar wurde aber nicht von allen Menschen angenommen und einige tauschten weiterhin am „alten Neujahrstag“ Geschenke aus. So wurden diese Traditionalisten das Ziel von Spaßvögeln, deren Scherz darin bestand – zumindest besagt dies die Legende – leere Pakete zu verschenken. Daraus ging die Gepflogenheit hervor, am 1. April Streiche zu spielen.

Scherze aller Art

Während man in Deutschland einen Aprilscherz macht, sprechen die Franzosen und Italiener vom Poisson d´Avril, bzw. Pesce d´Apile („Aprilfisch“), vielleicht wegen der angeblichen Neigung der Fische, anzubeißen. In den englischsprachigen Ländern dagegen haben wir es mit dem „April fool´s day“ („Tag des April-Narrs“) zu tun und in Schottland mit dem Gowkie Day (vom schottischen gowk, Kuckuck), der 48 Stunden dauert: Am zweiten Tag (Taily Day) heftet man seinem Opfer unbemerkt einen Zettel an, auf dem „Kick me“ steht („gib mir einen Tritt“).

Einige erinnerungswürdige Aprilscherze

Am 1. April 1957 strahlte die BBC einen vermeintlichen Dokumentarfilm aus (nach Meinung mancher eine der besten Fälschungen aller Zeiten), in dem berichtet wurde, dass Spaghetti auf Bäumen im Kanton Tessin wachsen. Am 1. April 1857 wurde hingegen ein Aprilscherz in die Welt gesetzt, der in den folgenden Jahren mehrere Male wiederholt werden sollte: das Waschen der Löwen im Graben des Towers, und jedes Mal erschien eine große Menge (wahrer oder falscher) Einfaltspinsel. In jüngerer Zeit war das Internet Schauplatz unvergesslicher Aprilscherze: die Nasa erklärt, Riesenwürmer auf dem Mars gefunden zu haben (2011); YouTube zeigt die Filme falsch herum, damit die User den Computermonitor umdrehen (2009); Google führt die Funktion Translate for Animals ein, mit der jegliche Tiersprache übersetzt werden kann (2010).

Wir wünschen vergnügliche Aprilscherze!