Was hat es in Deutschland bis heute nicht alles gegeben mit Bezug zur italienischen Sonneninsel Capri: Das in Köln und Saarlouis produzierte Sport-Coupé eines amerikanischen Automobilherstellers zum Beispiel. Oder aber ein Saftgetränk, das mit seinem Namen darauf verweist, dass auf der Mittelmeerinsel stets die Sonne scheint. Auch der Insalata Caprese ist auf den Speisekarten einer Pizzeria heute kaum mehr wegzudenken. Mitte des 19. Jahrhunderts ist Capri für viele Deutsche bereits ein Sehnsuchtsort – zunächst für Künstler, die oft im 'Pagano' residieren, das mittlerweile unter neuem Namen zu einer deutschen Hotelgruppe gehört und heute in derselben Via Vittorio Emanuele steht, die damals noch Via Hohenzollern hieß. Gespeist, getrunken und debattiert wird zu jener Zeit in der Nachbarschaft des 'Pagano', im 'Hiddigeigei' bei Donna Lucia. 

Der Kirchgang findet schon damals in einer deutschen Kirche statt, die auch heute noch in der Via Tragara steht. Jahrzehnte nach dem Bau der Kirche im Jahr 1899 wird im Nachkriegsdeutschland der Traum vom Dolce Vita unter südlicher Mittelmeersonne dann massentauglich. Eine Sehnsucht, perfekt verpackt in Melodie und Text der 'Capri-Fischer', macht aus der kleinen Mittelmeerinsel ein frühes Mallorca noch lange vor dem eigentlichen deutschen Mallorca-Boom. Historische Zeugnisse wie die Ruinen der von Kaiser Tiberius erbauten Villa Jovis locken seither Besucher, doch auch die Naturschauspiele Capris sind spektakulär. Über sie berichten wir in diesem Text:

Die Geschichte der Insel

Sind es Wildschweine oder Ziegen, nach denen Capri benannt ist? Ein Blick in die Geschichte der Insel lässt zunächst beide Vermutungen zu. Griechen leben bereits auf Capri, als es hier noch eine Verbindung zum Festland gibt. Doch das griechische Wort für Wildschwein, 'kapros', ist nicht der Ursprung des Inselnamens. Das lateinische 'capra', das Wort für 'Ziege', steht stattdessen Pate. Kaiser Augustus siedelt sich auf der Insel an, sein Nachfolger Tiberius regiert von hier das römische Reich. Römische Adlige entdecken das Eiland für sich, bevor sich über Jahrhunderte Sarazenen, Langobarden, Normannen, Aragoneser und Spanier auf Capri die Klinke in die Hand geben. In der Bourbonenzeit erlebt die Mittelmeerinsel eine neue Blüte, Mitte des 19.

Jahrhunderts entdeckt die europäische Hautevolee Capri für sich. Internationale Künstler, Schriftsteller, Revolutionäre und Industrielle machen die Insel vor der Küste Neapels zu ihrem Refugium. Später kommen die Deutschen, die Capri bis heute schätzen, auch wenn sich der typische Capri-Besucher in den vergangenen Jahren einmal mehr gewandelt hat. Capri ist heute eine Luxusdestination, und das nicht nur auf den Geschäftsstraßen Via Roma und Via Camerella mit ihren Cafés und Boutiquen. Gut besucht ist die Insel im Sommer von Tagesgästen, die mit den Fähren vom Festland kommen. Erst am Abend, wenn die letzten Fähren den Hafen verlassen und die Sonne vor Capris Küste im Meer versinkt, kommt die Insel dann wieder zur Ruhe.

Anreise und Infrastruktur

Fährverbindungen führen mehrmals täglich von Neapel, Sorrento und Amalfi zur Insel Capri. Die Fähren aus Neapel und Amalfi benötigen für die Überfahrt etwa 60 bis 75 Minuten. Von Sorrento wird Capri in 20 Minuten per Tragflügelboot und in 40 Minuten im regulären Fährbetrieb erreicht. Die Fähren kommen an der Marina Grande im Porto Turistico auf Capri an. Von hier startet eine Standseilbahn, der 1907 erstmals in Betrieb gegangene Funiculare, mit bis zu 140 Besuchern über 140 Höhenmeter bis in die Gemeinde Capri, die mit etwa 7000 Einwohnern nahezu gleich groß ist wie Anacapri, die zweite, weiter westlich gelegene Ortschaft der Insel. Die beiden Gemeinden sind durch eine Fahrstraße verbunden, die wie alle Straßen der Insel von Frühjahr bis Spätherbst ausschließlich von Einheimischen befahren werden dürfen.

Taxis und Busse verbinden Capri mit Anacapri, von hier führen weitere Straßen zur Blauen Grotte sowie zur Punta Carena mit dem Leuchtturm Faro di Punta Carena. Am Ortseingang von Anacapri befindet sich die Station des Seggivoia, eines Panoramasessellifts, der von hier über 288 Höhenmeter bis auf den 586 Meter hohen Monte Solaro, den höchsten Berg auf Capri fährt. Vorbei an der Einsiedelei, der Cetrella, führt ein etwa 50-minütiger Wanderweg vom 'Sonnenberg' Monte Solaro zurück nach Anacapri.

Faraglioni

Die Faraglioni, vier vor der Südostspitze Capris aus dem Wasser ragende Felsspitzen, gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Insel. Die Kalksteinfelsen, auf deren Spitzen in der Antike Leuchtfeuer als Navigationshilfen für Seefahrer entzündet werden, sind durch Wasser- und Windkorrosion geformt. Mit 109 Metern Höhe ist 'Stella', der Stern, unmittelbar an der von Capri aus fußläufig erreichbaren Bucht Porto Tragara die höchste der vier Felsspitzen. 'Scopolo', die Klippe, ist mit 104 Metern Höhe der äußere Faraglione. Spektakulär ist der 60 Meter lange natürliche Felstunnel durch den Faraglione di mezzo, die mittlere Felsspitze.

An sonnigen Tagen stehen zahllose Kleinboote hier in Reihe, um den Tunnel zu durchfahren. Der Scoglio del Monacone, die Einsiedlerspitze, ist der am weitesten von der Küste entfernte Faraglione vor Capri. Er liegt weiter östlich in der Bucht vor Porto Tragara.

Die blaue Grotte

Über Jahrhunderte ist die blaue Grotte im Nordwesten Capris das am besten gehütete Geheimnis der Insel, obwohl hier schon – wie historische Funde belegen – Kaiser Tiberius während seiner Residenzzeit auf der Insel im 1. Jahrhundert zum Baden ging. Als August Kopisch, ein deutscher Dichter und Maler, der durch seine Heinzelmännchenballade insbesondere in Köln Bekanntheit erlangt, 1826 die Grotte wiederentdeckt, begründet sich ihre heutige Bekanntheit. Durch ein Felsloch wird die 52 Meter lange Grotte mit Kleinbooten befahren. Das Tageslicht von außen reflektiert sich im Meerwasser und gelangt auf diese Weise ins Innere der Grotte. Der tiefblaue Farbton, der so entsteht, gibt der Grotte ihren Namen. 

Eigentlich ein traumhafter Ort zum Schwimmen, wäre der Sprung ins 15 Meter tiefe Wasser von einem der Boote nicht bei Strafe verboten. Bei stürmischer See und hohem Wellengang ist die Einfahrt zur Grotte nicht passierbar, an sonnigen Tagen wiederum warten die Boote vor der Grotta Azzurra wie aufgereihte Perlen, da sich verständlicherweise kaum ein Capri-Besucher den Besuch der außergewöhnlichen Wasserhöhle entgehen lässt.

Villa Jovis

Militärisch macht sich der ursprünglich aus dem Herrschergeschlecht der Claudier stammende Tiberius als Feldherr mit der Niederschlagung des Pannonischen Aufstandes einen Namen. Als Kaiser beendet der von Kaiser Augustus adoptierte Tiberius nach Augustus' Tod im Jahr 14 n. Chr. die römischen Bestrebungen zur Eroberung der rechtsrheinischen Germanengebiete.

Die ersten Jahre seiner Regentschaft verbringt Tiberius noch in Rom, ab 27 n.Chr. jedoch regiert er das römische Imperium vorwiegend aus der Villa Jovis, seinem neu errichteten Palast an der Ostküste Capris. Villa Jovis, das 'Landhaus Jupiters', ist zu jener Zeit auf Capri eine von zwölf Villen in Tiberius' Besitz. Nach dem Tod Tiberius' im Jahr 37 n.Chr. verlieren seine Nachfolger jedoch das Interesse an den Ländereien und Palästen auf der Mittelmeerinsel. Spätestens seit dem 3. Jahrhundert verfällt die Villa Jovis. Teile des Palastes werden abgetragen oder stürzen ein, sodass heute nur noch die Ruinen des im 18. Jahrhunderts bei Grabungen wiederentdeckten, einst imposanten Kaiserpalastes zu bestaunen sind.

Badebuchten

Dass auf Capri die rote Sonne im Meer versinkt weiß man in Deutschland spätestens seit dem Schlager von Rudi Schurike. Zu den schönsten Orten, diesen Sonnenuntergang à la caprese zu genießen gehört der Lido del Faro im Südwesten der Insel, auch wenn es sich hierbei nicht um einen Sandstrand handelt, von denen Capri aufgrund seiner felsigen Küste ohnehin nur sehr wenige zu bieten hat. Wie der Lido del Faro gehört auch Porto Tragara zu den Badehighlights auf Capri, nicht zuletzt wegen der tollen Ausblicke von den Liegeflächen auf die im Wasser thronenden Faraglioni. Im Norden der Insel gibt es mit Bagni di Tiberio und der Spiaggia di Cala Grande an der Marina Grande zwei Kies-/Sandbuchten. Ihnen gegenüber stehen im Süden Capris die Mini-Kiesstrände an der Marina Piccola und am Torre Saracena, an denen es – wie an allen anderen genannten Badebuchten – auch mindestens eine Strandbar in der Nähe gibt. 

Entdecken Sie das Mittelmeer

Die Insel Capri entdecken Sie bei einer Costa-Kreuzfahrt am besten während eines Stopps in Neapel – und Stopps in Neapel gibt es bei vielen unserer Mittelmeer-Kreuzfahrten. Costa Firenze, Costa Diadema und Costa Smeralda gehen noch 2021 im Mittelmeer auf große Reise, viele Termine können Sie dank unserer Umbuchungsmöglichkeit ganz sorgenfrei buchen. In der Mittelmeer-Saison 2022 halten dann auch Costa Magica, Costa Toscana und Costa Luminosa am Fuße des Vesuv. Und selbstverständlich fehlt Neapel auch nicht bei unseren großen Weltreisen mit Costa Deliziosa, die jeweils im Januar 2022 und 2023 starten.