Es ist nur eine kurze Fahrt durch die Lagune von Venedig, und schon betritt man Murano, eine aus sieben Inseln bestehende Gemeinde, die vor etwa 100 Jahren in die Stadt Venedig eingemeindet wurde. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Venedig ist in Murano durchaus gegeben. Hier wie dort unterteilen Kanäle die Gemeinde, und was für Venedig der Canal Grande ist, heißt in Murano Canal Grande di Murano. Mit elf Brücken, die die Inseln verbinden darf sich Murano zwar nicht zu den Brückenhauptstädten Europas zählen, das Leben ist hier jedoch ähnlich aufgebaut wie das Leben in der einstigen Hauptstadt der Republik Venedig, die immerhin mit mehr als 400 Brücken in der Liste der Brückenhauptstädte Europas auf Rang fünf liegt. Der Canal Grande di Murano trennt die vier nördlichen Eilande Muranos mit der rund 1800 Einwohner zählenden Hauptinsel San Donato von den drei südlichen Inseln. Die größte und nördlichste Insel, Sacca Mattia, ist am dünnsten besiedelt, und auch Sacca Serenella zählt nur einen Bruchteil der Einwohner Muranos. Gemeinsam haben Sacca Mattia und Sacca Serenella nicht nur ihre dünne Besiedlung, sondern auch, wie der Begriff 'sacca' im Namen schon aussagt, dass es sich um künstlich aufgeschüttete Eilande handelt. Bei unserem Rundgang über die Inseln Muranos befassen wir uns mit den folgenden Themen:

Die Anreise zur Insel

Was für andere Großstädte S-Bahnen, Busse oder U-Bahnen, sind für die Lagunenstadt Venedig seit 1881 öffentliche Wasserbusse, die Vaporetti. Um die Insel Murano zu erreichen, steigen Sie am besten an einer der Wasserbus-Haltestellen in die Vaporetto-Linien 4.1 oder 4.2, die sich lediglich in ihrer Fahrtrichtung unterscheiden. Es geht entweder links oder rechts um Venedig herum und dann ab Fondamente Nove in etwa zehn Minuten direkt nach Murano. Für Kreuzfahrtgäste, die Venedig zunächst hinter sich lassen und unmittelbar nach Murano übersetzen möchten empfiehlt sich der Einstieg an der Piazzale Roma. Hier kreuzen die Vaporetto-Linien 4.1 und 4.2 den People Mover, einen Shuttlezug, der direkt vom Kreuzfahrthafen kommt, an dessen Endstation. Eine Alternative zur Anreise nach Murano stellt die Vaporetto-Linie 12 dar, die ab Fondamente Nove ablegt, Murano jedoch nicht umrundet, sondern dort ausschließlich an der Station Faro stoppt. Der Preis für eine Fahrt von maximal 75 Minuten mit einem Vaporetto kostet 7,50 Euro. Das Tagesticket kostet 20,- Euro.

Die Glasbläserkunst

Dass sich die schon im Mittelalter bedeutende venezianische Glasbläserkunst auf einer 1924 gegen den Widerstand der Bewohner eingemeindeten Nachbarinsel Venedigs wiederfindet hat zwei Hauptgründe: Einerseits fürchten die Venezianer im späten Mittelalter, der Brand eines Glasbläserofens könne in Venedig einen verheerenden Stadtbrand auslösen und die Lagunenstadt vernichten. Wirtschaftliche Erwägungen spielen im Jahr 1295 jedoch ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung, das Glasbläsergewerbe per Dekret von Venedig nach Murano zu verlagern: Das Wissen um Techniken zur Glasherstellung ist seinerzeit heiß begehrt – und in Venedig bedeutsam für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadtrepublik. Den Glasbläsern ist es unter Androhung der Todesstrafe verboten, das abgelegene Murano zu verlassen und die Kunst der venezianischen Glasbläserei anderen zugänglich zu machen. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es auf Murano eine Glasfachschule, in der die Geheimnisse der venezianischen Glasbläserkunst offen weitergegeben werden. Aufgrund der langen Glasbläsertradition Muranos gibt es dort noch heute eine Vielzahl an Glasmanufakturen und Glasboutiquen, die die heimischen Erzeugnisse verkaufen.

Das Glasmuseum

Das 1861 in einem ehemaligen Diözesanpalast, dem Palazzo Giustinian in Murano gegründete Museu Vetro hat sich der Jahrhunderte langen Tradition und Geschichte der venezianischen Glasbläserkunst angenommen und im Laufe der vergangenen 150 Jahre eine beeindruckende Sammlung an lokalen Glaserzeugnissen aufgebaut. Insbesondere der aus dem 15. Jahrhundert stammende Coppa Barovier gehört zu den bedeutenden Ausstellungsstücken des Museums. Seit 1862 wird das Museum durch eine Glasbläserschule ergänzt. Das Museum ist jeweils Donnerstag bis Sonntag von elf bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist bis 16 Uhr möglich. Tickets kosten zehn Euro, ermäßigte Eintrittskarten gibt es zu 7,50 Euro für Schüler und Studenten sowie für Besucher ab 65 Jahren. Erreichbar ist das Museum mit den Vaporetti der Linie 4.1 und 4.2, die auf Murano an der Station 'Museo' in unmittelbarer Nachbarschaft zum Museum halten.

Die Basilika

Die Basilika der heiligen Maria und Donatus gehört zu den ältesten Kirchen im Raum Venedig und gilt als der bedeutendste Nachfolgebau der dortigen Markuskirche. Das Gotteshaus stammt ursprünglich aus der Zeit um 1125, wird jedoch Ende des 17. Jahrhunderts umgebaut. Für Verwechslungen sorgt bisweilen der heilige Donatus, dem die Basilika gewidmet ist. Aufbewahrt werden in Santa Maria e Donato auf Murano die Gebeine des Donatus von Evorea, Bischof von Epirus, sowie mehrere Knochen eines vermeintlichen Drachens, den dieser der Legende nach getötet haben soll. Verehrt wird auf Murano jedoch auch Donatus von Arezzo, dessen Gebeine in Arezzo liegen. Eine sehenswerte Besonderheit der Basilika Santa Maria e Donato auf Murano ist der byzantinische Mosaikboden, dessen Fertigstellung sich auf das Jahr 1140 beziffern lässt. 

Bedeutende Gebäude in Murano

Der Palazzo da Mula gehört zu den wenigen herrschaftlichen Villen aus dem 15. Jahrhundert, die noch heute auf Murano zu bestaunen sind. Als die Herrenhäuser auf Murano erbaut werden, ist die Insel bei der Oberschicht Venedigs bekannt für ihre Sommerresidenzen. Die meisten Villen verfügen wie der Palazzo da Mula über einen großzügigen Garten. Die große Mehrzahl der frühen Villen und Gärten gibt es heute auf Murano nicht mehr. Sie wurden durch Wohnbebauung verdrängt. Zu den weiteren historisch relevanten Gebäuden auf Murano gehört die Märtyrerkirche San Pietro. Im 14. Jahrhundert als Dominikanerkloster erbaut, brennt die ursprünglich Johannes dem Täufer gewidmete Kirche 1474 völlig nieder. 1511 nach ihrem Wiederaufbau erhält sie ihre heutige Widmung. Nachdem das Militär die Klosterkirche 1806 übernimmt, dient San Pietro Martire kurzzeitig als Schule, Glasbläserakademie und als Postamt. Seit 1813 dient die Kirche wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung. 

Was es in Venedig zu sehen gibt

Es ist nicht nur die Lage Venedigs in einer Lagune, die Geschichte Stadt und die der Gebäude rund um den weltberühmten Markusplatz, die Venedig zu der faszinierenden Stadt machen, die sie heute ist. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Venedig gehören natürlich auch die Kanäle und Brücken der Stadt, die Sie am besten bei einer Gondelfahrt erleben. Die Passage der Seufzerbrücke soll der Legende nach sogar zu ewiger Liebe und Glück führen, wenn sich die Liebenden bei der Brückendurchfahrt küssen. Etwas weniger romantisch, wenn auch nicht minder sehenswert ist die Rialtobrücke, die den Canal Grande überspannt und zu den beliebtesten Fotomotiven Venedigs gehört. Schöne Fotomotive bieten sich Venedig-Besuchern aber auch bei einer Fahrt durch den Giudecca-Kanal oder bei einem Ausflug auf die Insel Burano mit ihren bunten Häusern und ihrer Stickereikunst. Für Freunde der Kunst empfiehlt sich indes auch der Besuch des Akademie-Museums, des Palazzo Grassi oder des Peggy Guggenheim-Museums mit ihren jeweiligen Sammlungen. 

Entdecken Sie das Mittelmeer

Venedig spielt bei unseren Reisen mit Costa Kreuzfahrten eine große Rolle, und das nicht nur, weil in der Stadt einige unserer großen Weltreisen mit Costa Deliziosa und Costa Luminosa starten. Auch unsere sechs- bis elftägigen Kreuzfahrten im Mittelmeer machen regelmäßig in der Lagunenstadt Station. Oft dient Venedig bei unseren Reisen durch das westliche und östliche Mittelmeer auch zur Ein- oder Ausschiffung, was für Sie den großen Vorteil mit sich bringt, dass Sie die Sehenswürdigkeiten der imposanten Lagunenstadt im Vorfeld oder nach einer Seereise mit Costa Kreuzfahrten noch ein paar Tage länger in Augenschein nehmen können.