Unter den Inseln der Karibik ist Klein Curacao eine der exotischen, eigentlich nicht mehr als ein 1,7 Quadratkilometer großer, flacher, unbewohnter Fels in der karibischen Landschaft. 

Doch der Fels hat eine Geschichte, und auch wenn diese eher düster ist, so ist Klein Curacao dann doch kein unbedeutender Fels in der karibischen Siedlungsgeschichte. Schon früh sind es die Niederländer, die Klein Curacao und seine großen Nachbarinsel Curacao für ihre Zwecke nutzen. 

Im späten 19. Jahrhundert versucht die preußische Marine dann, auf Klein Curacao einen Stützpunkt für ihre Interessen in der Karibik zu errichten. 

Das Unterfangen scheitert mit einem tropischen Wirbelsturm, und so sind es heute die Taucher und Schnorchler die für einen Tagesausflug von der benachbarten Insel Curacao nach Klein Curacao übersetzen. 

Alles was sie über die Insel wissen sollten, haben wir in diesem Text für Sie zusammengetragen:

Die Kleinen Antillen und die ABC-Inseln

Gemeinsam mit den Großen Antillen, zu denen unter anderem Kuba, Jamaika, die Cayman Inseln und das Archipel von Puerto Rico gehören, bilden die in der östlichen Karibik gelegenen Kleinen Antillen die Westindischen Inseln.

Die Inseln der Kleinen Antillen entstammen überwiegend vulkanischem Ursprung. Sie sind unterteilt in die Inseln über dem Winde, wo der Nordost-Passat ein feuchtwarmes Klima mit sich bringt, und die klimatisch recht trockenen, vor der Küste Venezuelas liegenden Inseln unter dem Winde, die nicht im Einfluss des Nordost-Passats liegen.

Während die niederländischen Überseegebiete Sint Maarten, Saba und Sint Eustasius zu den Inseln über dem Winde gehören, zählen Curacao und Klein Curacao gemeinsam mit Aruba, Bonaire und Klein Bonaire zu den Inseln unter dem Winde.

Aufgrund der Anfangsbuchstaben ihrer Namen werden Aruba, Bonaire und Curacao auch ABC-Inseln genannt.

Lage und Geschichte der ABC-Inseln

Bis zum Ausscheiden Arubas im Jahr 1985 bestanden die Niederländischen Antillen aus sechs Karibikinseln, deren drei – Aruba, Curacao und Sint Maarten – mittlerweile als eigenständige Länder innerhalb des Königreiches der Niederlande gelten. 

Curacao erlangte diesen Status im Jahr 2010 nach der offiziellen Auflösung der Niederländischen Antillen. Willemstad, die größte Stadt auf Curacao, die von 1954 bis 2010 bereits Hauptstadt der Niederländischen Antillen war, ist heute auch die Hauptstadt von Curacao.

Curacao ist die zentral gelegene Insel unter den ABC-Inseln, die rund 100 bis 200 Kilometer nördlich der Küste Venezuelas liegen. Westlich von Curacao befindet sich Aruba, östlich liegt Bonaire. 

Mit mehr als 140.000 Einwohnern auf einer Fläche von 444 Quadratkilometern ist Curacao sowohl nach Einwohnern wie auch nach Fläche die größte der ABC-Inseln. 

Das rund 1,7 Quadratkilometer große, elf Kilometer von Punt Kanon, dem südöstlichsten Punkt auf Curacao entfernt liegende Klein Curacao ist unbewohnt.    

Die Geschichte Klein Curacaos

Die Niederländische Westindien-Kompanie, die im frühen 17. Jahrhundert die Inseln Curacao und Klein Curacao zu ihrem Eigentum zählt, nutzt die beiden Inseln über mehrere Jahrzehnte für den Handel mit Sklaven aus Westafrika. 

Auf Klein Curacao werden diejenigen Sklaven abgesetzt, die während der Atlantiküberquerung erkranken und daher auf Curacao nicht weiterverkauft werden können. 

Ein Quarantänehospital versorgt zu dieser Zeit auf Klein Curacao die Erkrankten. Wer verstirbt, wird – wie auch die während der Überfahrt Verstorbenen – im Süden der kargen, wüstenhaften Insel beerdigt. Nach dem Ende des Sklavenhandels wird von Seevögeln abgesonderter Vogelkot aus Klein Curacao zum großen Renner – aus ihm wird Düngemittel hergestellt. 

Nach dem Scheitern der Ansiedlung einer deutschen Marinewerft auf Klein Curacao verfällt das Eiland. Menschen leben nur noch zum Betrieb und zur Instandhaltung des 1877 gebauten Leuchtturms auf der Insel. 

Mittlerweile ist auch dieser verfallen, Klein Curacao ist heute unbewohnt. Täglich machen sich jedoch Touristenboote von Curacao aus auf den Seeweg nach Klein Curacao, das mit seinen die Insel umgebenen Korallenriffen zu den schönsten Tauchrevieren der Karibik gehört.

Das Schiffswrack Maria Bianca Guidesman

Es ist die Westküste auf Klein Curacao, die mit ihrem langen weißen Sandstrand zum Baden einlädt. 

Die Nord- und die Ostküste der kleinen Insel ist erheblich rauer, was nicht nur einigen Freizeitkapitänen schon zum Verhängnis wurde, die mit ihren Jachten zu nah an Klein Curacao vorbeifahren wollten und dabei auf Grund liefen. 

Auch der Kapitän der Maria Bianca, eines Tankers, der in den 1960er Jahren unter dem Namen 'Guidesman' gebaut worden war, setzt sein erst kurz zuvor von einem venezuelanischen Unternehmen aufgekauftes Schiff Ende der 1980er Jahre auf Klein Curacao auf Grund. 

Seither nagen die Zähne der Zeit, Wind und Wasser an dem vor sich hin rostenden Havaristen, der neben dem verfallenen Leuchtturm auf Klein Curacao zu einem Hotspot für all diejenigen geworden ist, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die verlorenen Orte dieser Welt zu erkunden. 

Die weiteren Inseln

Aruba ist mit seinen 110.000 Einwohnern etwas kleiner, aber aufgrund seiner wesentlich kleineren Fläche deutlich dichter besiedelt als Curacao.

Heute leben auf Aruba Menschen unterschiedlicher Herkunft. Der Stammbaum der Arubaner geht auf die Ureinwohner der Insel – die sogenannten Caquitos – sowie Einsiedler aus Europa, Afrika und Südamerika zurück.

Allen gemeinsam steht eine große Fröhlichkeit und Heiterkeit zu Gesicht, nicht umsonst nennt sich Aruba auch 'The happy state', das Land der Glückseligen. Die Gastfreundschaft und die Hilfsbereitschaft der Arubaner sind legendär, die Unterwasserwelt rund um die Insel steht unter Naturschutz, sodass Taucher vor Aruba eine intakte bunte Welt aus Korallen und Fischschwärmen vorfinden.

Bonaire ist im Gegensatz zu Aruba und Curacao heute kein eigenständiges Land mit autonomen Rechten und Gesetzen innerhalb des Königreiches der Niederlande, sondern – wie auch die Inseln Saba und Sint Eustasius – eine in das Königreich Niederlande eingegliederte 'Besondere Gemeinde'.

Auch auf Bonaire ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle für die rund 20.000 Inselbewohner, der 1979 gegründete Bonaire Marine Park gehört zu den besten Tauchrevieren weltweit. Auch zum Schnorcheln und zum Windsurfen gibt es auf Bonaire tolle Reviere.

Typische karibische Sandstrände wie auf Aruba und Curacao sucht man auf Bonaire jedoch vergebens.

Was es auf den Antillen zu sehen gibt

Mehr als drei Dutzend bewohnte Inseln zählen die Kleinen Antillen, die sich in einem Bogen von den Amerikanischen und Britischen Jungferninseln im Norden bis zu den ABC-Inseln vor der Küste Venezuelas erstrecken. 

Viele der Inseln bieten ganz besondere Sehenswürdigkeiten wie den Internationalen Flughafen von Sint Maarten, bei dem anfliegende Jets kurz vor der Landebahn einen belebten und beliebten Strand überqueren. 

Martinique, Guadeloupe und Dominica wiederum mit ihrer französischen Geschichte und Architektur verleihen den Kleinen Antillen ein ganz eigenes Flair, wobei in und rund um Roseau auf Dominica nicht nur die Fans farbenfroher Innenstädte auf ihre Kosten kommen, sondern auch Naturliebhaber. 

Nicht umsonst ist die grünste Insel der Karibik als Nature Island und als Paradies für Wanderer bekannt. Very britisch geht es hingegen auf Barbados zu. 

Die ehemalige Kronkolonie, die schon seit 1966 vom Vereinigten Königreich unabhängig ist, steht für eine immense Vielfalt an Stränden und hat als Heimatinsel Rihannas zudem eine der prominentesten Musikerinnen der jüngeren Musikgeschichte als  Fürsprecherin.  

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