Es gibt in der Karibik Inseln, von denen jeder schon einmal gehört hat: Kuba zum Beispiel. Oder Jamaika. Und dann gibt es in der östlichen Karibik die Insel Mustique, von der viele wahrscheinlich noch nie etwas gehört haben - außer man lebt in Großbritannien, denn hier ist Mustique seit vielen Jahrzehnten ein Begriff. Und das nicht nur, weil mit Prinzessin Margaret die jüngere Schwester von Queen Elizabeth auf Mustique große Teile ihres Lebens verbrachte. Seit mehr als 50 Jahren befindet sich die Insel in Privatbesitz. Ein Refugium der Schönen und Reichen, die sich an den Stränden und in den Hügeln Mustiques ihre luxuriösesten Ferienträume haben bauen lassen. Von Zeit zu Zeit, immer dann, wenn ein Paparazzo unerkannt und unerwünscht seine Kamera auf Mustique eingeschmuggelt hat, erscheinen die Insel, ihre Bewohner und Besucher in vorwiegend britischen Medien - so wie bei Herzogin Kate, Prinz William und zuletzt bei Boris Johnson. Zuletzt konnte man als Nutzer einer Streaming-Plattform dann doch noch etwas mehr zu den Geheimnissen Mustiques erfahren - in der dritten Staffel der royalen TV-Serie 'The Crown' spielt die Insel eine Nebenrolle, wenn auch die Dreharbeiten zur Serie nicht an Originalschauplätzen, sondern in Spanien stattfanden. Die spannendsten Fakten rund um die schillernde Karibikinsel haben wir Ihnen in unserem Text noch einmal zusammengetragen:

Die Kleinen Antillen

Gemeinsam mit den Großen Antillen, zu denen unter anderem Kuba, Jamaika, die Cayman Inseln und das Archipel von Puerto Rico gehören, bilden die in der östlichen Karibik gelegenen Kleinen Antillen die Westindischen Inseln. Die Inseln der Kleinen Antillen entstammen überwiegend vulkanischem Ursprung. Sie sind unterteilt in die Inseln über dem Winde, wo der Nordost-Passat ein feuchtwarmes Klima mit sich bringt, und die klimatisch recht trockenen, vor der Küste Südamerikas liegenden Inseln unter dem Winde, die nicht im Einfluss des Nordost-Passats liegen. Mustique gehört zum südlichen Teil der Inseln über dem Winde, die im Sprachgebrauch der früheren britischen Kolonialmacht auch Windward Islands genannt werden. Vom nördlichen Teil der Inseln über dem Winde, den Leeward Islands grenzen sich die Windward Islands dadurch ab, dass sie nie als eigene britische Kolonie geführt wurden. Die meisten Inseln der Kleinen Antillen, die einst unter französischer, britischer oder niederländischer Kolonialherrschaft standen, sind heute unabhängige Inselstaaten.

St. Vincent und die Grenadinen

Mustique ist eine der elf bewohnten Inseln der Grenadinen, einer 17.000 Einwohner zählenden Inselkette im Südosten der Karibik. Die neun nördlichen bewohnten Inseln der Grenadinen – unter ihnen Mustique – sind politisch St. Vincent zugeordnet, die beiden bewohnten südlichen Grenadineninseln Petite Martinique und Carriacou zählen politisch zu Grenada. Der heute mehr als 110.000 Einwohner zählende Inselstaat St. Vincent und die Grenadinen entsteht am 27. Oktober 1979 nach mehr als 200 Jahren unter britischer Herrschaft durch ein Unabhängigkeitsreferendum, bleibt jedoch Teil des Commonwealth of Nations, dem Nachfolgeverbund des Britischen Empire. 

St. Vincent und die Grenadinen ist hier einer von 16 Commonwealth Realms, die in Personalunion den König oder die Königin von England als ihr Staatsoberhaupt ansehen. Die Verwaltung der königlichen Herrschaft übernimmt vor Ort ein von der lokalen Regierung vorgeschlagener, vom Staatsoberhaupt bestätigter Generalgouverneur, mit Susan Dougan wurde 2019 auf St. Vincent und den Grenadinen erstmals eine weibliche Generalgouverneurin ernannt. Das Parlament des Inselstaates besteht aus 21 Abgeordneten, von denen 15 gewählt und sechs ernannt werden. Der Regierung des Inselstaates steht der Premierminister vor.

Die Insel Mustique

Einst ein unbedeutendes Karibikeiland unter vielen, kauft der Schotte Colin Tennant 1958 vom britischen Statthalter in St. Vincent Mustique, die 'Mückeninsel' für 45.000 britische Pfund. Kein kleiner Preis für eine nur sechs Quadratkilometer große Insel, auf der es zu dieser Zeit weder Straßen noch Strom gibt, sondern allenfalls ein paar Baumwollfelder. Tennant baut das Dorf der vor Ort lebenden Einheimischen neu auf und gibt ihnen Arbeit. Mit einem Stück Land auf der Insel, dem Hochzeitsgeschenk Tennants an Prinzessin Margaret, die Schwester der britischen Königin, beginnt der Aufstieg Mustiques als Jetset-Insel. Die Prinzessin lässt an der Südspitze Mustiques eine der ersten Villen, Les Jolies Eaux, bauen. 1968 gründet Tennant die Mustique Company als Verwaltungsunternehmen für künftige Landeigentümer auf der Insel. 

Mehr und mehr Prominente fragen in der Folgezeit bei Tennant nach Land auf Mustique an. Heute gibt es auf der Insel etwa 110 Privatvillen, viele von ihnen sind als Luxusunterkünfte mietbar. Eine Alternative zum Villa-Urlaub bietet das Cotton House Hotel als einziges Hotel der Insel. Auf dem Mini-Flughafen von Mustique kommen Gäste im Privatjet oder im Shuttleflieger von den Nachbarinseln St. Lucia oder Barbados an. Die meisten Reisenden, die heute auf Mustique ihren Urlaub verbringen, besuchen die Insel indes mit dem eigenen Segelboot oder der Privatyacht. Tagesbesucher setzen mit der Fähre von St. Vincent nach Mustique über.

Colin Tennant und die königliche Familie

1953 während der gemeinsamen Dreharbeiten am Edgar-Wallace-Film 'Der Frosch mit der Maske' haben Colin Tennant und Prinzessin Margaret ein so enges Verhältnis, dass britische Medien gar über eine anstehende Verlobung berichten. Tennant heiratet 1956 jedoch Lady Anne Coke, eine Hofdame der Prinzessin. Margaret selbst ehelicht einige Jahre später den Fotografen Antony Armstrong-Jones. Während ihrer Hochzeitsreise nimmt das Paar von Colin Tennant auf Mustique ein Stück Land als Hochzeitsgeschenk entgegen. Die Kontakte Tennants ins britische Königshaus bleiben eng. Nachdem die Queen 1977 Mustique besucht, beenden zunächst Paparazzifotos von der Karibikinsel die Ehe von Prinzessin Margaret. Einige Jahre später sorgt auch der junge Prinz Andrew beim Urlaub in Les Jolies Eaux für Schlagzeilen in den britischen Medien. 

Prinz William verbringt in seinen jungen Jahren mehrere Urlaube auf Mustique. 2013, drei Jahre nach dem Tod Colin Tennants, der 'seiner' Insel mittlerweile nach Streitigkeiten den Rücken gekehrt hat, kehrt William mit seiner hochschwangeren Frau, Herzogin Kate, nach Mustique zurück. Ein Paparazzo fotografiert die Herzogin beim Baden im Meer, die Fotos gehen um die Welt. Doch auch in den Folgejahren verbringt das Prinzenpaar mit ihren Kindern noch mehrere Sommerurlaube auf Mustique, unter anderem in der 2016 erbauten, zentral auf der Insel gelegenen Villa Antilles.

Die Villen auf Mustique

Rund 80 der mehr als 100 Villen, die es auf Mustique gibt, kann man als Urlauber mieten, wobei einige der Villen wie Les Jolies Eaux, der Rückzugsort von Prinzessin Margaret im Süden der Insel prominenten Eigentümern gehören. Rolling Stones-Sänger Mick Jagger besitzt oberhalb von L'Ansecoy Bay im Norden Mustiques gleich zwei Villen, das 1983 erbaute 'Stargroves' und das benachbarte 'Pelican Beach', das Jagger auch vermietet. Zu den Nachbarn des Stones-Chefs gehörte einige Jahre lang David Bowie, der Mustique gerne als 'Fantasy Island' bezeichnete. Die Nordküste der Karibikinsel ist auch bei anderen Prominenten äußerst beliebt. Jaggers heutiger Nachbar ist Modedesigner Tommy Hilfiger, dessen 'Palm Beach' zu den teuersten Mietvillen auf Mustique gehört. Und auch Bryan Adams hat mit dem 'Point Lookout' seinen Rückzugsort am Nordwestzipfel der Insel gefunden. Nur einen kurzen Spaziergang von hier entfernt liegt mit Clonsilla eines der frühen Luxushäuser auf der Insel, die von Oliver Messel geplant und realisiert wurden. Messel, aus dessen Entwürfen 18 Villen auf Mustique stammen, zeichnete auch für Les Jolies Eaux und das Cotton House Hotel verantwortlich, das bis heute mit seiner Cotton House Beach Bar an der Westküste Mustiques zu den beliebtesten Anlaufpunkten der Insel gehört.

Basil's

Wohl kaum eine Bar in der Karibik verfügt über ein solches Renommee wie Basil's Bar an Mustiques Westküste. Und wohl kaum ein karibischer Barkeeper könnte – wenn er denn wollte – solch spannende Anekdoten aus dem JetSet-Leben der Schönen und Reichen erzählen wie Basil Charles, der langjährige Eigentümer des Basil's. Johnny Depp, Eric Clapton, Bill Gates, Claudia Schiffer – sie alle haben im Basil's seit dessen Eröffnung 1976 schon die Nacht zum Tag gemacht, das alte Jahr ausklingen lassen und das neue Jahr eingeläutet. Bei Basil Charles, den Colin Tennant zunächst zum Pächter und später zum Eigentümer des Basil's macht, geben sich die Einheimischen und die Besucher Mustiques die Klinke in die Hand – und mancher schlägt in der Bar auch über die Stränge. 

Die Legenden bleiben, auch wenn der aus St. Vincent stammende Kult-Barkeeper das Basil's 2017 an die Mustique Company verkauft und sich aus dem Geschäft zurückzieht. Seit seiner Renovierung erstrahlt das Basil's heute in neuem Glanz – und ist noch immer eine Institution für die Einheimischen und die Gäste auf Mustique, die hier im Laufe der vergangenen fast fünf Jahrzehnte schon einmal mit einem Cocktail in der Hand einen karibischen Sonnenuntergang erleben durften.

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