Eine Legende erzählt, Gotland – die die größte Insel Schwedens ist – sei ein Zauberland, das sich jeden Tag aus dem Wasser der Ostsee auftauchte und das sich beim Sonnenuntergang ins Wasser wieder sank. Als der Gott Thor das Feuer hinbrachte, wurde der Zauber gebrochen, aber das Gefühlt, dass die Grenze zwischen Legende und Wirklichkeit sehr dünn ist, ist sehr stark. Die Landschaft an sich sagt schon viel: Die Insel ist ein zauberhafter Ort, der vom Wind und vom Vergehen einer tausendjährigen Geschichte geschmiedet wurde: Die antiktesten Reste stammen aus dem Jahr 5.000 vor Chr., kolossale Steinen mit einer Höhe bis zu zehn Metern und hellgrüne Wiesen, Windmühlen und mittelalterliche Städte, die UNESCO-Weltkulturerbe geworden sind.

An dieser Insel gibt es jedoch nichts Geziertes oder Touristisches. Diese Insel wurde vom Regisseur Ingmar Bergman ausgewählt, der in der Kleinstadt Fårö (da sind keine Hotels, Banken, Büros oder Postämter zu finden) lebte und einige Filme spielen ließ.

Diese Insel ist so magisch und einzigartig, dass auch die Abenteuer von „Pippi Langstrumpf“ der Schriftstellerin Astrid Lindgren inspirierte. Mit der Ausnahme des Vergnügungsparks Kneippbyn, in Wisby, wo das Haus von Pippi zu finden ist, das als Set der verschiedenen Filme verwendet wurde, gibt es jedoch keine Spur von Souvenirgeschäften. Die Geschichten des kleinen Mädchens mit dem Affen am Schulter und dem weißen Pferd ist in den Orten, wilden und eigentlichen Landschaften zu spüren, die einen unvergesslichen Urlaub schenken werden. Dieses atemberaubende Erlebnis wartet auf Sie schon.

Geographie und Geologie

Gotland ist die größte Insel Schwedens sowie die größte Insel der Ostsee. Sie hat eine Gesamtoberfläche von 2.994 Quadratkilometern, wobei die Oberfläche des Bezirks bei 3.183.7 qkm liegt. Die Bevölkerung der Insel  beträgt 57.221 Einheiten, von denen ungefähr 23.600 in Wisby wohnen, das die Hauptstadt ist (ca. zwei Fünftel der Bevölkerung wohnt in Wisby).

Gotland befindet sich ungefähr 90 km östlich der östlichen schwedischen Küsten und zirka 130 km von den baltischen Staaten (Lettland ist das nächste Land). Gotland ist die Bezeichnung der größten Insel, aber auch die nahe liegenden Insel werden als Teil von Gotland und seiner Kultur betrachtet.

Es gibt zahlreiche flache Seen, die sich bei den Küsten der Insel befinden. Der größte ist der See Bästeträsk, bei Fleringe, in nördlichen Teil Gotlands.

Der höchste Punkt der Insel ist Lojsta Hed, das 82 m über dem Meeresspiegel liegt.

Gotland besteht aus einer Reihe von Sedimentgesteinen aus dem Silur.

Geschichte der Insel

Die uralten Gotländer (die auch Guter bzw. Göter genannt werden) kamen aus dieser Insel und – aufgrund ihrer Abstammung – auch die Gauten, die ab dieser Insel abfuhren und das Festland erreichten (die Region, die Götaland heißt) sowie die Goten, die aus dieser Insel her den Rest Europas erreichten.

Seit 1645 kam sie gemäß dem Frieden von Brömsebro zu Schweden zurück.

Am 19. September 1806 bat die schwedische Regierung die Herrschaft Gotlands an den Johanniterorden an, der 1798 aus Malta abgelehnt wurde. Der Orden bekam sein Gebiet Zurück und wurde in Rom zum Souveränen Malteserorden.

Am 22. April 1808, während des Russisch-Schwedischen Kriegs kamen die russischen Truppen an den süd-östlichen Stränden Gotlands bei Grötlingbo. Unter der Leitung von Nikolaj Andrejewitsch Bodisko eroberten 1.800 Russen die Stadt Wisby ohne Mühe und besaßen die Insel. Eine Rettungsexpedition durch schwedische Seestreitkräfte unter der Leitung vom Admiral Rudolf Cederström wurde organisiert und mit 2.000 Männern konnte die Insel befreit werden: Die Russen verließen die Insel am 18. Mai 1808.

Die Wikingerzeit

Wie wir gesehen haben, ist Gotland heutzutage Teil von Schweden, aber während der Wikingerzeit - ungefähr von 800 bis 1150, war es unabhängig verwaltet. Die Anhäufung von Reichtum auf der Insel aus dieser Zeit ist unglaublich. Mehr als 700 Silbervorräte wurden hier aufgefunden und dies schließen ungefähr 180.000 Münzen ein. Im Vergleich dazu wurden auf der gesamten Festlandoberfläche Schwedens nur 80.000 Münzen gefunden, was hundertmal mehr bedeutet. Damals war auch die Bevölkerung zehnmal größer als die auf dem Festland. Für lange Zeit fragten sich die Experte, wie so eine Insel, die anscheinend der Landwirtschaft gewidmet war und so wenige natürliche Ressourcen hatte (mit der Ausnahme von Schafen und Kalkstein), soviel Wohnstand aufbauen konnte. 

Spuren von ungefähr sechzig Küstenansiedlungen aus der Wikingerzeit wurden aufgefunden: Meistens geht es um kleine Fischerdörfer mit aufgeteilten Anlegestellen unter nebenliegenden Bauernhöfen. Fröjel, das 600 – 1150 tätig war, gehörte zu den ungefähr zehn Ansiedlungen, die sich zu kleinen Städten verwandelten. „Gotländer waren Zwischenhändler“ so der Experte Carlsson, „und sie profitierten vom Austausch von Waren zwischen Westen und Osten, sowie zwischen Norden und Süden“.

Archäologische Funde

Während der Steinzeit war Gotland schon bewohnt, und zwar von Robbenfängern und Fischern. Eine Ansiedlung wurde in der Höhle  Stora Förvar bei Stora Karlsö gefunden, wo Reste aufgefunden wurden, die auf vor 9200 Jahre zurückzuführen sind, sowie noch eine andere bei Ajvideboplatsen auf Ekstakusten innen von Karlsöarna. Die Skelette, die da gefunden wurden, sollen zwischen 9000 und 7000 Jahre alt sein.

Auf der Insel gibt es zahlreiche Reste aus der Bronze- und Eisenzeit und aus der Zeit der großen Wanderungen. Große Friedhöfen sind zum Beispiel in Trullhalsar und Gålrum zu finden. Um Gotland gibt es viel Gruben aus der Bronzezeit und auch Wracks aus derselben Zeit sind auch sehr sehenswürdig: Die berühmtesten sind bei Gnisvärd und Gannarve.

Diese zählen beispielsweise zu den Funden, die einen Wandel mit fernen Ländern bezeugt.

Während der Wikingerzeit wurde Gotland zu einem der reichsten Gebiete im ganzen Europa. Und das ist auch der Grund, wieso so viele goldene und silberne Schätze wurde da gefunden, was – wie gesagt – das große Reichtum der damaligen lokalen Einwohner beweist.

Rauken

Unter Rauken versteht man Kalksteinsäulen mit einer Höhe bis zehn Meter, die auf Gotland und in Schweden und Norwegen im Allgemeinen zu finden sind. Rauken sind normalerweise in Gruppen, die  „raukfält“ genannt werden.

Rauken werden normalerweise durch Küstenerosion erzeugt. Auf Gotland sind Rauken meistens den baltischen Klint entlang oder daneben zu finden. Die Raken auf Gotland sind auf Kalkstein, was beweist, dass sie schon während des Silurs existierten. Wenn die Wellen gegen die Kalksteinklippen schlagen, beginnen die schon vorhandenen Rissen sich zu zerfressen und sich zu verbreiten. Diese führt zur Entstehung von Höhlen, die sich mit den bleibenden Steinen sich zusammenkommen. Dadurch entstehen Rauken.

Die Rauken auf Gotland entstanden schon während der Eiszeit. Vergleiche zwischen Bildern von 1900 und 1966 zeigten, dass die Rauken im Laufe der Jahre sich zerreißen.

Carl Linnaeus war der erste Wissenschaftler, der die Rauken beschrieb, als er im Jahre 1741 Gotland besuchte. Er nannte sie stenjättar, was „steinerne Riese” bedeutet, auch unter Berücksichtigung ihrer großen Form.

Blå Lagunen

Diese wundervolle Lagune ist der ideale Ort für alle diejenigen, die lieben, im Meer zu baden und niedliche abgelegene Strände und Buchten der Insel. Am Anfang war Blå Lagunen ein Kalksteinbruch, aber heute ist ihre Zweckbestimmung komplett anders.

Der Strand ist sehr eng und es ist nicht sicher, dass man ein Plätzchen für Liege und Sonnenschirm immer finden kann. Das Wasser sinkt sehr schnell und dadurch eignet sich dieser Strand nicht besonders für Familien mit Kindern. Jedoch werden diejenigen, die schwimmen können, einen wundervollen sonnigen Tag am Strand. An diesem Ort kann man eine gute Zeit verbringen, auch wenn es nicht so warm ist, denn die Schönheit der See ist immer für Sie da.

Es gibt sowohl einen kleinen Parkplatz (und die Besucher beginnen bald, die Straße entlang zu parken) als auch einen Kiosk, der aber etwas entfernt ist. Vergessen Sie also nicht, etwas Essen und Trinken mitzubringen, wenn Sie einen Tag lang da bleiben möchten.

Ausflug auf Stora Karlsö

Stora Karlsö ist eine der Naturedelsteine des Nordens. Nachdem Sie sie besucht haben, bringen Sie Erinnerungen an diese Insel für immer mit. Da können Blumen und Vögel in einer atemberaubenden und sehr besonderen Landschaft gesehen werden. Nach dem Nationalpark Yellowstone in den USA ist Stora Karlsö das zweitälteste Naturschutzgebiet auf der Welt, das sich dank seiner reichen Vogelwelt auszeichnet, vor allem dank den vielen Kolonien von Lummen und Tordalke.

Der größte Teil von Stora Karlsö ist eine Kalksteinhochebene, die fast komplett als Weideland für Schafen verwendet wurde. Die Schafen wurden in Jahre 1887 entfernt und die Hochebene begann wieder zu blühen. Dann – nach ungefähr 108 Jahren – wurde entschieden, dass die Schafen zurückgebracht werden sollen. Damals füllte sich die Insel wieder mit Blumen und je nach der Jahreszeit finden Sie da eine Menge Blumen, die die Insel mit verschiedenen Farben malen.

Sehenswürdigkeiten in Wisby

Wisby war die Hauptstadt der Hanse in der Ostsee zwischen dem 12. Und dem 14. Jahrhundert. Die hanseatische Stadt Wisby wurde zur Weltkulturerbe 1995 und zwar mit folgender Begründung: Wisby ist ein herausragendes Beispiel der kaufmännische Aktivität im mittelalterlichen Europa.

Zu den Sehenswürdigkeiten dieses wundervollen Insel gehört in erster Linie die Stadt selbst. 

Um die eigentliche Geschichte von Gotland zu verstehen, ist es auch empfehlenswert, sich das Gotlands Museum anzuschauen. Wisby ist ein sehr niedlicher Ort und da können Sie in der Zeit reisen: Beginnen Sie mit den Wikingern, weiter über das Mittelalter und schließen Sie das Ganze mit etwas Einkaufen bei Adelsgatan, Hästgatan, S:t Hansgatan och Östercentrum oder mit einer Erfrischung bei Donners Plats, Strandgatan, Wallérs Plats and Stora Torget.

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