Ein Land, in dem man die jahrtausendealte arabische Kultur und eine faszinierende Landschaft entdecken kann, mit eindrucksvollen Moscheen, hohen Dünen und türkisblauem Meer, das aber auch die Liebhaber von Luxus und architektonischer Avantgarde anspricht: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind ein außergewöhnliches Reiseziel, das auch kulinarisch mit spannenden Kontrasten überrascht. Aber es gibt nicht nur die luxuriösen Restaurants der beiden wichtigsten Städte (Dubai und Abu Dhabi), sondern auch altüberlieferte gastronomische Traditionen und Gerichte, die heute sowohl als Streetfood wie auch als Gourmet-Küche angeboten werden.

"Im Suk türmen sich Berge von Hülsenfrüchten, Kaffee und Nussfrüchten und farbenfrohe Gewürze in Säcken und Körben im Licht kunstvoll verzierter Lampen. "

Die Küche des Landes ist vor allem von der Kultur der Beduinen und vom Seehandelt geprägt und lässt den Einfluss der Länder erkennen, zu denen die Emirate im Laufe der Jahrhunderte Handelsbeziehungen unterhielten, zum Beispiel der Libanon und der gesamte Mittlere Osten, Indien und Ostafrika. Den roten Faden stellen die Gewürze dar, ein zentrales Element der traditionellen Kochkunst. Begeben Sie sich auf eine gastronomische Reise, die Ihre Sinne verzaubern wird.

Die Welt der Gewürze

In Dubai sollten sie neben den vielen hochmodernen Attraktionen auch den Gewürzmarkt aufsuchen (in der Altstadt, an der 34. Straße, hinter der Baniyas Road), eine überwältigende Erfahrung. Dubai war jahrhundertelang ein wichtiges Zentrum des Gewürzhandels, deshalb ist ein Besuch des Suks mit seinen Aromen und Düften auch eine originelle Weise, sich der Geschichte und Kultur der Emirate anzunähern.

Im Suk türmen sich Berge von Hülsenfrüchten, Kaffee und Nussfrüchten und farbenfrohe Gewürze in Säcken und Körben im Licht kunstvoll verzierter Lampen. Der Duft von Safran, Koriander, Kreuzkümmel, Zimt, Kardamom, Ingwer, Paprika und Nelken, die aus den Emiraten, Asien oder Afrika stammen, erfüllt die Luft. Angeboten werden auch Produkte, die sonst kaum zu finden sind, darunter Sonnenblumenextrakt, seltene Muskatnuss-Sorten oder Sumach, das aus den getrockneten und gemahlenen Früchten des Gewürzsumachs gewonnen wird, der einen herb-säuerlichen Geschmack hat und gern zum Würzen von Fisch und Fleisch verwendet wird.

Gesellige Rituale rund um die Küche

Intensive Aromen, leuchtende Farben, raffinierte Gerichte und Düfte erzählen von einer vielgestaltigen und geselligen Welt: Die Küche der Emirate hat sich an den Feuern unter dem Sternenhimmel der Wüste und an den Küsten als geselliges Ritual entwickelt, das bis heute fortbesteht. Ein klassisches Beispiel für das gemeinschaftliche Mahl sind die Meze, Vorspeisen, die auf Tellern angerichtet werden, von denen sich alle mit der Hand bedienen: Hummus und Tabuleh stammen aus dem Mittelmeerraum, ebenso Baba ganoush (Auberginenpüree) und Fatoush (Gemüse), dazu wird warmes Fladenbrot (Khubz) gegessen.

Hauptgerichte werden meistens mit Fleisch oder Fisch und Reis (langkörnige Sorten) zubereitet und raffiniert gewürzt. Couscous, Shawarma (Kebab im Fladenbrot) und Falafel werden gerne als Streetfood gegessen; typisch sind Kabsa, Reisgerichte mit Fleisch und Gemüse, die sich vor allem durch die Gewürze auszeichnen: schwarzer Pfeffer, Nelken, Kardamom, Safran, Zimt, Lorbeerblätter und Muskatnuss.

Ein Feuerwerk der Aromen

Sehr schmackhaft sind auch Majboos (Fleisch mit Zwiebeln, Reis, Limetten und Safran), Madrooba (gesalzener und gewürzter Fisch) und Haares, eine Mischung aus Weizen und Fleisch, die zu einer Art Püree verkocht und mit Kardamom, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel und Zimt gewürzt wird. Ein wundervolles vegetarisches Gericht ist Foul: Es stammt ursprünglich aus Ägpten und wird aus Saubohnen, Bohnen, Linsen, Knoblauch und Zitrone zubereitet. Und schließlich die Süßspeisen: Datteln der verschiedensten Sorten (auch als kleine Küchlein), Cremes, Baklava (ein traditionelles Gebäck mit Walnüssen, Mandeln und Pistazien) und Pistazieneis.

Zu den Mahlzeiten trinkt man gerne Minztee und danach einen hervorragenden arabischen Mokka. Etwas ganz Besonderes ist jedoch Kamelmilch (die auch für den „arabischen Cappuccino“ verwendet wird).

Köstliche Souvenirs

Wenn Sie die Küche der Emirate gekostet haben und dem Zauber dieses interessanten Landes erlegen sind, werden Sie der Versuchung, ein kulinarisches Souvenir mit nach Hause zu nehmen, nicht widerstehen können: Außer Gewürzen finden Sie auf den Märkten in Dubai und Abu Dhabi (Souk Al Zafarana, in der Al Jimi Mall an der 11th Street) auch wunderbare Pistazien mit Safran und mehr als zwanzig verschiedene, biologisch produzierte Dattelsorten von Bateel, die zu den besten der ganzen arabischen Halbinsel, wenn nicht der Welt, gehören. Zu Hause können Sie zur Erinnerung an Ihre Reise Hummus zubereiten, eines der Wahrzeichen der arabischen Küche. Hummus bedeutet nichts anderes als „Kichererbsen“, die wichtigste Zutat. Pürieren Sie 600 g Kichererbsen (die Sie zuvor ca. 12 Stunden eingeweicht und dann gekocht haben); nun fügen Sie 2 Esslöffel Tahina (Sesampaste), 30 g Sesamöl (beides erhalten Sie in gut sortierten Supermärkten), ein wenig Wasser, den Saft einer Zitrone, eine zerdrückte Knoblauchzehe, einen Bund Petersilie (gehackt), Salz, Pfeffer und etwas Paprika zu und rühren alles zu einer geschmeidigen Creme. Richten Sie das Hummus auf einer Platte an, träufeln Sie etwas Olivenöl darüber und servieren Sie es mit warmem Fladenbrot zu Gemüse.

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