Ein gelungener Cocktail beruht auf einer gelungenen Präsentation, der sorgfältigen Auswahl der Zutaten und dem kunstgerechten Mixen. Wenn wir jedoch einen überdurchschnittlich guten Cocktail wünschen, sollten wir auch einen eher vernachlässigten Aspekt bedenken, nämlich das Eis. Bei vergleichbaren Zutaten und gleicher Kunstfertigkeit, macht dieses oft den Unterschied aus. Hier einige Tipps.

"Größe und Form der Eisstücke bedingen die Temperatur des Cocktails und die Menge an Wasser, die sich zu den Zutaten mischt. "

Amüsant und verspielt

Die Hersteller von Küchenzubehör liebäugeln mitunter mit der Popkultur und haben Eiwürfelformen mit den Wappen der Raumflotte (Star Trek), Han Solo (Krieg der Sterne) in Karbonit und Tardis, dem Raumschiff/Telefonkabine der englischen Fernsehserie Doctor Who geschaffen. Aber es gibt auch lustige Gebisse oder romantische Herzen. Hier geht es um Spaß, der aber natürlich die Qualität des Cocktails nicht beeinflussen darf.

Jedem Cocktail sein Eis

Größe und Form der Eisstücke bedingen die Temperatur des Cocktails und die Menge an Wasser, die sich zu den Zutaten mischt. Es ist kein Zufall, dass man in den Negroni gern ein großes Stück Eis gibt und für den Old Fashioned kleinere Eiswürfel bevorzugt: Im ersten Fall erfolgen Kühlung und Verdünnung langsamer, im zweiten hingegen schneller.

Eiswürfel oder Eiskugeln?

Bei gleichem Volumen haben Kugeln eine kleinere Oberfläche als Würfel und schmelzen deshalb langsamer. Aus diesem Grund bevorzugen einige Bartender sie für den Negroni, denn sie verwässern den Cocktail nicht zu sehr, kühlen ihn aber schneller ab als ein einziges großes Eisstück.

Japanische Eispressen

Hierbei handelt es sich um ein elegantes System, um großen Eisstücken eine perfekte Form zu verleihen. Mit einigen dieser Pressen kann man die verschiedensten Formen erschaffen, zum Beispiel mit der, die Pininfarina für den Whisky "Chivas 18 Jahre Gold Signature" von Chivas entworfen hat: Sie bringt einen großen Tropfen mit dem Markennamen über der Zahl 18 hervor.

In The Rocks

Micah Melton von der Bar The Aviary in Chicago (W Fulton Market, 955) ist unter jedem Gesichtspunkt ein Experte für Eis, denn er hat eine Vielzahl von Experimenten mit dieser Zutat durchgeführt. Er hatte zum Beispiel die Idee eine hohle Eiskugel zu schaffen, in die Old Fashioned gefüllt wird: Der Gast muss die Kugel mit einem Hammer zerschlagen, damit er diesen außergewöhnlichen Drink genießen kann: nicht on the rocks, sondern in the rocks.

Eis für einen langen Abend

Geoff Fewell, Chef-Barman der The Lui Bar in Melbourne (im 55. Stock in der Collins Street 525) beginnt den Abend, indem er einen Eisblock von 40 kg auf die Theke stellt, aus dem er mit einem Meißel vor den Augen der Gäste das Eis je nach Cocktail heraushaut. Zu seinen Arbeitsgeräten gehören verschiedene Arten von Meißeln, eine Axt sowie eine Säge, um – unter Körpereinsatz – dicke Scheiben aus dem Eis zu schneiden.