Was sind die Besonderheiten Ihrer Küche? Kochen war schon immer meine große Leidenschaft. Man kocht nicht nur, um zu essen, sondern auch, um kreativ tätig zu werden. Jeder Koch erzählt mit seinen Kreationen etwas über sich selbst, er erzählt seine eigene Geschichte. Auch meine Gerichte erzählen meine persönlichen Geschichten, die an meine eigenen Erinnerungen anknüpfen. Meine Küche ist keine französische und auch keine barocke Küche. Ich koche mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand. Das Kochen basiert auf den besonderen Techniken der Vorbereitung sowie auf der beeindruckenden Verbindung von Aromen und Farben. Besonders wichtig ist auch die Auswahl hochwertiger Zutaten. Typisch für meine Küche sind Soßen, Cannelés (kleine Kuchen), Törtchen, Verzierungen oder Gewürzkräuter. Die Soßen können klassisch sein, sie können aber auch beim Kochvorgang selbst entstehen. Wichtig ist, dass sie die anderen Aromen nicht überlagern. Mit welchen Küchenutensilien arbeiten Sie? Meine wesentlichen Utensilien sind nicht sehr komplex. Einige haben eine lange Tradition, wie die Eisenpfanne, das Sieb, die Kupferpfanne sowie die Messer mit den unterschiedlichen Stahlbeschichtungen oder die Keramikmesser für das Gemüse. Ich verwende aber auch Mixer, Pürierstab oder Ausstechformen für Gebäck … Gefällt es Ihnen besser, neue Rezepte zu kreieren oder treten Sie lieber in Kochsendungen auf? Im Fernsehen kann ich von Italien erzählen, von den vielen Leuten, den vielen kleinen Herstellern, die es nicht schaffen, auf dem globalen Markt Fuß zu fassen. Aber als Küchenchef kann man bei seinen Kreationen unbeschreibliche Emotionen verspüren. Ach übrigens: Eine der Hauptzutaten meiner Kreationen ist das Wasser. Wasser strahlt für mich Lebendigkeit aus: mit seinen Geräuschen, seinem Klang, seinem Geruch. Genau aus diesem Grund hat das Meer eine ganz besondere Rolle bei meiner Begegnung mit Costa gespielt. Eine Ihrer ersten Erfahrungen haben Sie auf Kreuzfahrtschiffen gemacht. Wie empfanden Sie Ihre Rückkehr an Bord der Costa Schiffe? Es war ein einmaliges Gefühl. Das war wirklich ein Wink des Schicksals. Von der Möglichkeit, mit einem Kreuzfahrtunternehmen, das eine wahre, bedeutungsvolle italienische Geschichte erzählt, zusammenzuarbeiten, habe ich schon lange geträumt. Die Gelegenheit zu haben, durch gastronomische Köstlichkeiten von der italienischen Kultur zu erzählen, neue Dinge zu entdecken und das Schaufenster für viele italienische Hersteller zu sein, so etwas ist wirklich unbezahlbar.

"Ein Gericht erzählt die Geschichte seines Schöpfers! Essen ist nicht nur dazu da ein Bedürfnis zu stillen, nein, es sollte auch ein Weg sein, die Kulturen dieser Erde verstehen zu lernen."

Auf welcher Idee basiert das zukünftige Gala-Menü auf unseren Schiffen? Das Gala-Menü war eine plötzliche Eingebung. Ich brauchte gar nicht viel darüber nachzudenken. Mein Team und ich haben uns überlegt, dass sicherlich Gäste der verschiedensten Nationen an Bord sein werden. So wollte ich meine Kreationen nicht nur für ein italienisches, sondern für ein internationales Publikum gestalten. Ich will kreativ und modern sein und ab und zu auch ausgefallene Köstlichkeiten kreieren. Große Menüs für so viele Personen vorzubereiten ist nicht immer einfach, aber es ist keineswegs ein Ding der Unmöglichkeit. Und manchmal liegt ja auch in der Einfachheit die Würze.

Wie bilden Sie das Personal für die Schiffsküche aus? Das funktioniert genauso wie an Land. Bei dieser Art von Ausbildung gibt es natürlich mehr Küchenchefs als in einem Restaurant, und somit ist der Ablauf etwas komplexer. Bei meinen Schulungen versuche ich stets, den Chefs zu vermitteln, wie wichtig die kulinarische Philosophie Italiens ist: Aromen, Geschmack und italienischer Stil. Hinzu kommt noch die eigene Philosophie des Küchenchefs und des Kochs.

Eine Empfehlung an die Gäste, um unsere festlichen Kreationen so richtig zu genießen. Das Auge isst mit. Unsere Gerichte werden mit Liebe zum Detail angerichtet und müssen eine Geschichte erzählen. Kochen ist für mich die Freiheit, meinen Gedanken und Erinnerungen einen emotionalen Ausdruck zu verleihen. Meine Kreationen erzählen meine Geschichte, bisweilen auch meine Träume. Hätte man mir damals, an jenem 16. Dezember 1979, als ich zum ersten Mal als dritter Koch auf einem Schiff arbeitete, gesagt, dass ich heute das Gala-Menü von Costa zusammenstellen würde, ich hätte es nicht geglaubt. Aber mein Traum ist in Erfüllung gegangen.

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Welches Gericht oder welche Zutat passt am besten zu einer Kreuzfahrt? Ich denke, das sind Nudeln. Die Fregola ist eine Spezialität aus Sardinien, die aber auch in Sizilien und der arabischen Küche zu finden ist. Es ist eine moderne, wohlduftende und würzige Köstlichkeit mit einer Prise Safran, eine außergewöhnliche Pasta-Spezialität.

Und welches Gericht kochen Sie am liebsten für sich selbst, für Ihre Freunde, oder um eine Frau zu erobern? Mein Lieblingsgericht ist – das wird Sie jetzt sicher überraschen – Minestrone, denn am liebsten esse ich gesunde Sachen. Um eine Frau zu erobern, aber auch für ein Abendessen mit Freunden, würde ich mich für ein Nudelgericht entscheiden: Das isst jeder gerne. Für ein erstes Date würde ich ein nicht zu aufwendiges Gericht wählen, vielleicht einen Weißfisch.

Sie reisen viel. Welches Land und welche Küche haben Sie am meisten ins Herz geschlossen? In vielen Ländern der Welt kann man ausgezeichnet essen, es ist schwer, hier Bewertungen abzugeben. Aber ganz besonders gefallen hat mir die libanesische Küche. Es ist eine außergewöhnliche, mediterran beeinflusste Küche. Die französische Küche beeindruckt sehr durch die exzellenten Zubereitungstechniken.