Kunst, Kultur, Geschichte, Wissenschaft – es gibt kaum ein bedeutendes Thema, das sich in den Museen Amsterdams nicht widerspiegelt. Im Bezug auf Kunst verwundert dies weiter nicht, denn schließlich wirken in der Blütephase Amsterdams im 17. Jahrhundert Künstler wie Rembrandt van Rijn und Jan Vermeer in der Stadt. Zwei Jahrhunderte später revolutioniert mit Vincent van Goch wiederum ein Niederländer die Kunstwelt der Moderne. All diesen bedeutenden Künstlern sind in Amsterdam museale Denkmäler gesetzt, die heute zu den bedeutendsten Kunstausstellungen weltweit zählen. Mit seiner eigenen Stadtgeschichte befasst sich die größte Stadt der Niederlande im Amsterdam Museum, während es mit dem Anne Frank Haus und dem Widerstandsmuseum zwei beeindruckende Ausstellungen gibt, die wesentliche Aspekte aus der Zeit der deutschen Besatzung Amsterdams im Zweiten Weltkrieg beleuchten. Die Welt der Wissenschaft findet indes mit dem NEMO am Amsterdamer Hafen einen würdigen Ausstellungsort, und auch eines der wichtigsten Exportgüter der Niederlande – nicht Tulpen, sondern Bier – hat in Amsterdam museal seine Heimat gefunden. Lesen Sie in diesem Text mehr zu den besten Museen, die Amsterdam zu bieten hat:

Van Goch Museum

Er gehört zu den bedeutendsten Malern des späten 19. Jahrhunderts und gilt als einer der Begründer der modernen Malerei. Doch wie vielen anderen Künstlern bleiben auch Vincent van Goch Ruhm und Erfolg zu Lebzeiten verwehrt. Erst zwei Jahrzehnte nach van Gochs Tod im Jahr 1890 entwickelt sich der Mythos des zu Lebzeiten verkannten Genies, das in seinen zehn letzten Lebensjahren einen künstlerischen Nachlass von mehr als 800 Gemälden und 1000 Zeichnungen erschaffen hat. Von 1987 bis 2004 lösen sich drei Gemälde van Gochs an der Spitze der teuersten Gemälde aller Zeiten ab. 

Seit 1973 gehören mehr als 200 Gemälde und 400 Zeichnungen des Ausnahmekünstlers zur Ausstellung des Amsterdamer Van Goch Museums, das heute zu den meist besuchten Kunstmuseen weltweit gehört. 1991 gelangt das Museum durch einen Kunstraub in die Schlagzeilen. 20 Gemälde van Gochs werden seinerzeit gestohlen, nach kurzer Zeit taucht die Diebesbeute jedoch wieder auf.   

Rijksmuseum

Noch ein paar Besucher mehr als das Van Goch Museum begrüßt jährlich das zunächst in Den Haag als Nationale Kunstgalerie gegründete, dann jedoch nach Amsterdam übergesiedelte Rijksmuseum, das in Amsterdam 1885 eröffnet. Bereits 1905 soll hier nach dem Willen von Vincent van Gochs Schwägerin Johanna eine erste große van Goch-Ausstellung stattfinden, doch das Museum lehnt ab. Die heutige Kunstsammlung des Rijksmuseum, das wie das van Goch-Museum und das Stedelijk Museum am Amsterdamer Museumsplein, dem Museumsplatz beheimatet ist, legt einen Schwerpunkt auf das Schaffen von Rembrandt und Jan Vermeer. Zu den bedeutendsten Werken im Besitz des Rijksmuseum gehört Rembrandts 'Die Nachtwache'. Neben der Kunstsammlung beherbergt das Museum auch umfangreiche Sammlungen zur Geschichte und zur Kolonialgeschichte der Niederlande. 

Anne Frank Haus

Äußerlich unterscheidet nur wenig das Haus an der Prinsengracht 263 von vielen anderen Grachtenhäusern in der Amsterdamer Innenstadt. Für die Familie Frank jedoch, die seit 1934 in Amsterdam lebt und im Dezember 1940 in die Räumlichkeiten einzieht, wird das Hinterhaus nach der Besetzung Amsterdams durch die Nationalsozialisten zum Versteck. Gemeinsam mit vier jüdischen Bekannten leben Otto und Edith Frank mit den Kindern Margot und Anne zwei Jahre lang im abgedunkelten Hinterhaus an der Prinsengracht 263. Am 4. August 1944 entdeckt die Gestapo das Versteck. Gemeinsam mit ihrer Familie und den gemeinsamen Bekannten wird Anne Frank, die über die Zeit in ihrem Versteck Tagebuch geführt hat, deportiert. 

Mit Ausnahme von Otto Frank überlebt keiner der Bewohner im Haus Prinsengracht 263 die deutschen Konzentrationslager. Nach dem Hausverkauf 1954 soll Prinsengracht 263 zunächst abgerissen werden, letztlich wird jedoch die von Otto Frank gegründete Anne-Frank-Stiftung Eigentümerin des Gebäudes. Die Stiftung kauft auch das Nachbarhaus Prinsengracht 265 und baut das ehemalige Versteck zu einem Museum aus. Seit 1960 können sich Besucher hier über das Leben von Anne Frank im Zweiten Weltkrieg informieren. Neben dem Anne Frank Haus befasst sich in Amsterdam auch das Widerstandsmuseum mit dem Leben in Amsterdam zur Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

NEMO Museum

Zu den spannendsten Wissenschaftszentren weltweit gehört das NEMO, in dem neben der Ausstellung bereits die spektakuläre Gebäudearchitektur im Hafen von Amsterdam ein echter Hingucker ist. Das von Stararchitekt Renzo Piano gestaltete Gebäude ist einem riesigen Schiff nachempfunden, das im Amsterdamer Hafen vor Anker liegt. Das Schrägdach des NEMO ist begehbar, die dortigen Rooftop Bars werden nicht nur von Museumsbesuchern geschätzt. Viele Amsterdamer kommen gerne für ein Picknick auf das Dach des 1997 eröffneten Museums, unter dem sich auf vier Ebenen alles Wissenswerte aus der Welt der Naturwissenschaft befindet.

Dass viele komplexe Themen in der Ausstellung recht einfach erklärt sind liegt auch daran, dass das ursprüngliche Konzept des NEMO darauf ausgerichtet war, Kindern Lust auf die Geheimnisse der Biologie, Chemie und Physik zu machen. Entsprechend finden neben spannenden (Selbst-)Experimenten im NEMO auch Live-Wissenschaftsshows statt, die nicht nur bei kleinen Museumsbesuchern gut ankommen. 

Amsterdam Museum

Die Besiedlungsgeschichte Amsterdams beginnt bereits in der Römerzeit, worauf Münzfunde aus jener Zeit hinweisen. Belege für eine historische römische Siedlung am heutigen Ort Amsterdams gibt es jedoch nicht, und so wird Amsterdam erstmals im Jahr 1275 urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert erlebt die Hafenstadt eine erste Blütezeit, im 17. Jahrhundert wird Amsterdam zur drittgrößten Stadt Europas und mit dem weltgrößten Hafen eines der wichtigsten Handels- und Finanzzentren der Welt. Viele der 80.000 Ausstellungsstücke im Amsterdam Museum stammen aus diesem Goldenen Zeitalter der Niederlande. Ab 1906 werden sie zunächst im Stedelijk Museum ausgestellt, das seinerzeit noch eine Dauerausstellung zur Amsterdamer Stadtgeschichte beheimatet. Zwei Jahrzehnte später öffnet zum 650. Jahrestag der Amsterdamer Stadtgründung das heutige Amsterdam Museum seine Türen. Es geht aus der stadthistorischen Ausstellung des Stedelijk Museum hervor, das sich fortan auf die Ausstellung moderner Kunst fokussiert.

Heinecken Experience

Als Gerard Aadrian Heinecken 1864 mit 22 Jahren die Amsterdamer Brauerei De Hooiberg kauft, ahnt er wohl nicht, dass er damit den Grundstein für eine der bis heute bekanntesten Brauereien der Welt legt. In 150 Jahren seit dem Bestehen der Marke schwingt sich Heinecken zur zweitgrößten Brauereigruppe weltweit auf. In mehr als 180 Ländern steht das Bier aus Amsterdam heute auf der Ausschankliste, mehr als 25 Millionen Gläser Heinecken löschen weltweit täglich durstige Kehlen. Nach der Schließung der Stammbrauerei 1988 im Amsterdamer Viertel De Pijp öffnet hier einige Jahre später die Heinecken Experience zunächst als Museum für Bierfans. Seit 2008 lernen Besucher dann in der renovierten und erweiterten Heinecken Experience über die Geschichte der Brauerei, die Menschen und Prozesse in der Bierproduktion und über die Besonderheiten des Heinecken-Geschmacks. 

Ein Rundgang durch die Bier-Erlebniswelt ist täglich ab 10:30 Uhr möglich, an Wochenenden und während der Sommersaison schließt die Heinecken Experience um 21 Uhr. Eintrittstickets kosten 18 Euro für Erwachsene, Jugendliche ab zwölf Jahren zahlen 14,50 Euro.    

Rembrandthaus

Gemeinsam mit der Sammlung im Amsterdamer Rijksmueum bietet das Rembrandthaus in der heutigen Jodenbreestraat beeindruckende Einblicke in das Leben und Schaffen von Rembrandt van Rijn, eines der bedeutendsten Maler der Niederlande. 1606 in Leiden geboren muss Rembrandt im Laufe seines Lebens viele Schicksalsschläge verarbeiten. Er überlebt neben seiner Frau Saskia van Uylenburgh mehrere seiner Kinder. Auch finanziell ist es um den 1669 verstorbenen Künstler, dessen Gesamtwerk sich auf rund 350 Gemälde, 300 Radierungen und 1000 Zeichnungen beläuft, nicht zum besten bestellt. Sein 1639 erworbenes Wohnhaus wird 1658 nach Rembrandts Bankrott wie auch der Großteil seiner Werke versteigert. Seit 1911 gibt es das Rembrandthaus in seiner heutigen Form als Museum. Der Großteil der Sammlung besteht aus Radierungen Rembrandts, während seine bedeutendsten Gemälde heute Teil der Sammlung des Rijksmuseums sind.   

Sehenswürdigkeiten in Amsterdam

Die Liste der Sehenswürdigkeiten Amsterdams ist lang, und einige Orte sollten Sie bei Ihrem Besuch in jedem Fall in Ihre persönliche Favoritenliste aufnehmen. Amsterdam ist eine Stadt der Kanäle und der Kunst. Während man die rund 100 Kanäle mit ihren mehr als 600 Brücken am besten bei einer Grachtenrundfahrt erkundet, ist die Kunst-Metropole Amsterdam in den Museen der Stadt verankert. Die Märkte der Stadt sind ebenfalls beliebt, der schwimmende Blumenmarkt am Singelkai genauso wie der Waterloopein, auf dem noch heute manche Rarität aus längst vergangenen Zeiten gehandelt wird. Und wem die Erlebnisse der Stadt wider erwarten nicht ausreichen, der findet in der Umgebung Amsterdams noch Ausflugsziele wie Haarlem, Delft oder den Keukenhof, einen der größten Blumenparks der Welt. Und auch ein Ausflug an die langen Sandstrände der Nordsee in Bloemendaal, Ijmuiden oder Zandvoort ist ein Erlebnis, das man nur empfehlen kann.

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