Was hat es nicht alles an tollen Sehenswürdigkeiten in Portugals Hauptstadt Lissabon! Die Altstadtviertel Graca und Alfama und das trubelige, kreative Bairro Alto auf dem Hügel gleich gegenüber. 

Dazwischen das moderne, schachbrettartige Baixo aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem verheerenden Lissaboner Erdbeben 1755. Weltoffen und mondän zeigt sich die Gegend um den zentralen Platz, die Praca do Comércio, am Ufer des Tejo mit der Statue von König José I heute. 

Für viele vom Wasser her einlaufende Lissabon-Besucher früherer Tage war die Statue der erste imposante Eindruck, den die portugiesische Hauptstadt ihnen bot. Heute sind es der Turm von Bélem und das benachbarte Hieronymuskloster – Orte, in denen europäische Geschichte geschrieben wurde – die Lissabon-Besucher begrüßen, bevor sie nach dem Passieren der Brücke des 25. 

April im Kreuzfahrthafen Lissabons ankommen. In unserem Beitrag befassen wir uns heute mit den Sehenswürdigkeiten, die die Altstadtviertel Graca und Alfama zu bieten haben. Lassen Sie sich entführen in die Geheimnisse Lissabons. Dies sind unsere Themen:    

Alfama

Es gibt wohl kaum ein anderes Stadtviertel in Lissabon, das eine solch wechselvolle Geschichte erzählen kann wie Alfama, die frühe Keimzelle der heutigen portugiesischen Hauptstadt. Die maurischen Eroberer auf der iberischen Halbinsel prägen im 7. Jahrhundert das Bild vieler Städte, wovon in Lissabon die verwinkelten Gassen, die sich in Alfama vom Ufer des Tejo bis auf den Burgberg mit dem Castelo de Sao Jorge winden, noch heute zeugen. Als Portugal zur Seefahrernation aufsteigt, ist Alfama das Viertel der Fischer und der Hafenarbeiter. 

Auch das Rotlichtmilieu findet hier seine Heimat. Das Erdbeben von 1755, das große Teile Lissabons zerstört, hinterlässt in Alfama nur geringe Zerstörungen. Dennoch dauert es bis ins späte 20. Jahrhundert, bis Alfama wieder im Glanz seiner frühen Tage erstrahlt. 

Viele Häuser des historischen Stadtviertels sind heute saniert, Alfama ist ein Schmelztiegel, in dem Künstler und alteingesessene Bewohner des Viertels sich in charmanten Bars ihres Lebens erfreuen. Für Besucher Alfamas ist die Fahrt mit der historischen Tram 28 aus den 1930er-Jahren legendär, die sich auf dem Weg von Graca nach Baixa durch die engen Altstadtgassen Alfamas schlängelt. 

Castelo de Sao Jorge

Fast 600 Jahre dient das Castelo de Sao Jorge als Königspalast der portugiesischen Krone, bevor es beim Erdbeben von Lissabon 1755 stark beschädigt und in der Folgezeit nie wieder aufgebaut wird. Ursprünglich von den Mauren erbaut, übernimmt Alfons der Eroberer im Jahr 1147 die Festung, bevor er das Königreich Portugal ausruft und selbst zum ersten König im neuen Reich wird. 

Seinen Namen erhält das Castelo de Sao Jorge zu Ehren Johanns I., der sich durch seinen Widerstand gegen die Übernahme der Krone durch die Kastilier in Portugal als Verteidiger des Vaterlandes unsterblich macht und 1383 als erster König der Avis-Dynastie den portugiesischen Thron besteigt. 

Heute bieten sich Besuchern des ehemaligen Königspalastes traumhafte Ausblicke auf Baixa und auf den Tejo-Fluss. Auch einige Ausgrabungen aus maurischer und römischer Zeit sind bei einem Rundgang durch das Castelo de Sao Jorge zu bewundern. Doch Vorsicht – die Runde durch die 6000 Quadratmeter große Kastellruine ist verbunden mit stetigem Treppensteigen. Was für viele Kinder ein pures Vergnügen ist, kann sich für fußläufig eingeschränkte Besucher schnell zu einem nie endenden Treppenmarathon entwickeln.

Kunstgewerbemuseum

Das zur Ricardo do Espirito Santo Silva-Stiftung gehörende Museum dekorativer Künste befindet sich in einem Palast auf dem Miradouro das Portas do Sol, von dem sich traumhafte Ausblicke auf das tiefer gelegene Altstadtviertel Alfama bieten. 

Das Museum befasst sich mit dem Leben der portugiesischen Adligen im 18. und 19. Jahrhundert. Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehören neben Möbelstücken aus Indochina auch flämische Wandteppiche und chinesisches Porzellan. 

Imposant ist das Interieur des Palastes mit originalen Holzböden aus dem 17. Jahrhundert sowie hochwertigen Wand- und Deckenmalereien. An das Museum angeschlossen sind begehbare Kunstateliers, in denen Künstler Antiquitäten aus vergangenen Jahrhunderten restaurieren und Interessierten die Geheimnisse der Buchbinderei und des Schnitzhandwerks erläutern.

Santa Engracia

Unter der Leitung des Barockarchitekten Joao Antunes entsteht ab dem Jahr 1681 die Kirche Santa Engrácia, die ab dem Tod Antunes 1712 für mehr als 200 Jahre als Bauruine unvollendet bleibt, worauf sich im Portugiesischen die Redewendung 'Obras de Santa Egrácia' für die Arbeit an schier endlosen Baustellen etabliert. 

Erst zur Zeit des von 1932 bis 1968 in Portugal regierenden António de Oliviera Salazar wird die Kirche vollendet und 1966 schließlich geweiht, dann jedoch in ein nationales Pantheon umgewidmet. Mehrere portugiesische Staatspräsidenten und Schriftsteller sowie der 2014 verstorbene portugiesische Fußballspieler Eusébio haben seither unter der beeindruckenden Kuppel von Santa Engrácia ihre letzte Ruhestätte gefunden. Empfehlenswert ist der Besuch der weitläufigen Aussichtsplattform in Santa Engrácia, von wo sich spannende Ausblicke über die Dächer der Stadt und über den Tejo-Fluss bieten.

Sao Vicente di Fora

Nicht ganz so lange wie die Bauarbeiten an Santa Engrácia, nämlich 'nur' rund 130 Jahre, dauern die Erweiterungsarbeiten an der Klosterkirche Sao Vicente di Fora. König Alfons I. lässt die Anlage 1147 als Augustinerkloster 'fora', also außerhalb der Stadtmauern Lissabons errichten. Unter Philipp II. wird das Konvent ab 1582 bis ins frühe 18. Jahrhundert in seiner heutigen Form vollendet. 

Zahlreiche Mitglieder der portugiesischen Königsfamilie haben im Pantheon des Klosters ihre letzte Ruhestätte gefunden. Auch die ehemaligen Kardinäle von Lissabon sind in Sao Vicente di Fora – das auch heute noch der Sitz der Kardinäle Lissabons ist – beigesetzt. Besonders sehenswert ist neben den beiden Kreuzgängen und den in einigen Räumen gut erhaltenen Deckengemälden das aus Tropenhölzern gefertigte, mit Tausenden für Portugal typischen Kacheln, den blau-weißen 'Azulejos' verzierte Chorgestühl.

Die Kathedrale Sé

Nach der Vertreibung der Mauren aus Lissabon lässt der erste König Portugals, Alfons I. ab dem Jahr 1147 die Kathedrale Sé Patriarcal exakt an der Stelle erbauen, an der zuvor eine Moschee gestanden hat. Sé, wie die Kathedrale im Volksmund genannt wird, ist somit nicht nur die älteste Kirche in Lissabon, sondern als Sitz des Erzbischofs auch die bedeutendste Kirche der Stadt. Nach einem Erdbeben im Jahr 1344 muss die Westfassade der Kathedrale wiederaufgebaut werden, auch das große Erdbeben in Lissabon 1755 hinterlässt schwere Schäden. 

Die ursprünglich im romanischen Baustil erbaute Kathedrale erhält auf diese Weise Umgestaltungen in anderen Baustilen, die jedoch während der Salazar-Regierung im 20. Jahrhundert wieder rückgängig gemacht werden. Ein Taufbecken, in dem der Legende nach der heilige Antonius getauft wurde, gehört zu den größten Schätzen, die Sé seinen Besuchern bietet. Auch die Überreste des heiligen Vincent, des Schutzpatrons der portugiesischen Hauptstadt, sind in der Kathedrale beheimatet.

Der Flohmarkt Feira de Ladra

Unter den Flohmärkten Lissabons ist die Feira de Ladra auf dem Campo de Santa Clara unweit des Nationalen Pantheons nicht nur der älteste, sondern sicher auch der bekannteste. Bereits Ende des 13. Jahrhunderts wird der Markt eingeführt, seit 1882 findet das bunte Markttreiben, das bereits früh am Morgen beginnt, an seinem heutigen Standort statt. 

Bis 1903 war der Dienstag der einzige Markttag, seither sind Aussteller und Besucher der Feira de Ladra zusätzlich auch samstags auf den Beinen. Kaufen können die Marktbesucher hier nahezu alles – von Briefmarken, Büchern und Filmplakaten über gut erhaltene Antiquitäten und Kunstgegenstände bis hin zu Textilien. Nur Diebesgut, das auf dem 'Markt der Diebe' – so die Übersetzung für 'Feira de Ladra' – in früherer Zeit noch häufig verhökert wurde, ist auf dem Flohmarkt heute nicht mehr oft zu finden. 

Das Fado-Museum

Die Melancholie des Fado, das Hadern mit dem Schicksal, mit unglücklichen Liebesbeziehungen, mit dem Fehlen alter und der Sehnsucht nach neuen, besseren Zeiten ist eine der Grundtonarten Portugals – und dies besonders in Lissabon. Kein Wunder, dass man sich in Portugals Hauptstadt dazu entschlossen hat, dem einheimischen Musikstil ein eigenes Museum zu widmen. Seit 1998 gibt es das Fado-Museum – und kein Ort wäre hierfür besser geeignet gewesen wie Alfama, die Lissaboner Altstadt, in deren Cafés und Kneipen die oft spontan improvisierten, von Gitarrenklängen begleiteten Texte auch heute noch allgegenwärtig sind. Mittlerweile gehört der Fado zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. 

Der bekanntesten Fadista Portugals, oder besser der 'Königin des Fado' wurde nach ihrem Tod gar eine besondere Ehre zuteil: Die sterblichen Überreste von Amália Rodrigues, die in den sechs Jahrzehnten ihrer Gesangskarriere den Fado weit über Portugals Grenzen hinaus bekannt machte, wurden 2001 ins Nationale Pantheon der portugiesischen Hauptstadt überführt. Bis zum heutigen Tag ist sie dort als einzige Frau bestattet.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon

Viele der in diesem Text beschriebenen Orte finden sich in den Altstadtvierteln Lissabons, doch selbstverständlich gibt es auch außerhalb von Alfama und Graca Orte, die zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Lissabon gehören.

So zum Beispiel der Turm von Belém und das Hieronymuskloster, in dem mit Vasco da Gama nicht nur der bedeutendste portugiesische Seefahrer seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Auch der Vertrag von Lissabon, der 2007 die bis dahin bedeutendsten Reformen der Europäischen Union seit ihrer Gründung besiegelten, wurde in dem von König Manuel I. errichteten Kloster am Ufer des Tejo unterzeichnet. 

Zu den größten Aquarien der Welt gehört indes das Oceanarium in der portugiesischen Hauptstadt mit seinen mehr als 15.000 vorwiegend in der Unterwasserwelt beheimateten Tierarten. Und auch der zur Expo 1998 eröffnete Park der Nationen mit seiner entlang des Tejo führenden Seilbahn gehört zu den Orten, die Sie in Lissabon nicht verpassen sollten.

Entdecken Sie den Atlantischen Ozean mit Costa Kreuzfahrten

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Lage, aber auch wegen der immensen Faszination, die die portugiesische Hauptstadt ausstrahlt, gehört Lissabon bei Costa Kreuzfahrten zu den am häufigsten angelaufenen Städten in Europa. 

Nicht nur bei unseren Mittelmeer-Kreuzfahrten mit Costa Fascinosa und Costa Diadema, sondern auch bei unseren Nordeuropapassagen mit Costa Favolosa und Costa Fascinosa sowie bei den großen Kreuzfahrten mit Costa Fortuna und Costa Diadema steht die Stadt an der Mündung des Tejo immer wieder im Reiseplan. Und selbstverständlich macht auch Costa Deliziosa einen Tag in Lissabon fest, bevor sich ihre mehr als 100-tägigen Weltreisen im Frühjahr 2022 und 2023 dann ihrem Ende zuneigen.