Zahlreiche Filmstars waren schon hier: Indiana Jones auf seinem letzten Kreuzzug, der 'talentierte Mr. Ripley', 'Donna Leon' und 'The Tourist' ebenso. Einer der ganz Großen besuchte den Markusplatz in Venedig gar schon mehrmals – James Bond kam 1963 in Person von Sean Connery, kehrte sechzehn Jahre später mit Roger Moore zurück und besuchte Venedig schließlich 2006 in Person von Daniel Craig bei dessen 007-Premiere erneut. Der Markusplatz spielte in vielen Filmen eine zentrale Rolle – so wie auch im Leben vieler Venezianer. 'La Piazza' ist ein Platz mit Geschichte, mit Tradition und mit vielen Tauben, die es zu Füttern zwar seit einigen Jahren unter Strafe verboten ist, auf dem es aber zuvor lange Zeit den durchaus ehrenwerten Beruf des Taubenfütterers gab. Der Markusplatz, der Dogenpalast, der Markusdom, die Seufzerbrücke – dies alles erleben Sie bei unserem Venedig-Ausflug. Alles Wissenswerte, was es zur Geschichte des berühmtesten Platzes in Venedig zu sagen gibt, fassen wir Ihnen in diesem Text zusammen:

Die Geschichte des Platzes

Für Kaiser Napoleon war der Markusplatz, der mit 175 Metern Länge und 82 Metern Breite in seiner Fläche so groß ist wie zwei Fußballfelder, einfach nur„der schönste Festsaal Europas“. Doch in seinen Anfängen im 9. Jahrhundert ist der Platz wie auch eine erste hier gebaute Grabkirche für die Gebeine des heiligen Markus noch wesentlich kleiner – und dient vorwiegend als Versammlungsort für die Bewohner Venedigs. Auch der im Jahr 1094 erstmals erwähnte Karneval in Venedig findet in seinen frühen Tagen bereits auf dem Markusplatz statt. Nicht nur die Grabkirche, auch ein erstes Dogenkastell der venezianischen Stadtregierung und 200 weitere Häuser fallen schon im Jahr 976 einer Revolte mit nachfolgendem Stadtbrand zum Opfer. 

Durch das Mittelalter hindurch ändert sich die Bebauung rund um den Markusplatz. Sein heutiges Aussehen erhält der Platz im 18. Jahrhundert, als das rote Ziegelpflaster, das den Markusplatz über Jahrhunderte zum einzigen befestigten Platz Venedigs macht, durch die heutige Pflasterung ersetzt wird. Der Begriff 'La Piazza' steht bis heute für die Jahrhunderte lange herausragende Bedeutung des Markusplatzes in Venedig. Alle in früheren Zeiten unbefestigten Freiflächen der Stadt werden hingegen bis zum heutigen Tag 'Feld', im Italienischen 'Campo' genannt.             

Der Platz im Mittelalter

Der Stadtbrand von 976 veranlasst den Dogen Pietro I. Orseolo zu einer Neuordnung des Gebietes rund um den heutigen Markusplatz, der 200 Jahre später zum repräsentativen Zentrum der Stadtrepublik Venedig ausgebaut wird. Ein neuer Regierungssitz, der Dogenpalast, entsteht Mitte des 14. Jahrhunderts. Nach einem Brand im Jahr 1577 wird der Palast originalgetreu wieder aufgebaut. Dem Dogenpalast gegenüber, an der zur Lagune hin offenen Piazetta befindet sich mit der Biblioteca Marciana eine der größten und wichtigsten Bibliotheken Italiens. Eine Kopie jedes Buches, das nach 1603 in der Republik Venedig gedruckt wird, findet sich hier.

Den Markusplatz selbst umranden an drei Seiten die ehemaligen Prokuratien – Verwaltungsgebäude, deren Beamte zunächst nur für die Instandhaltung der Dogenkapelle und ab dem 14. Jahrhundert für die gesamte Bauadministration der Stadtrepublik zuständig sind. Die Beamten sind zunächst in den alten Prokuratien an der Nordseite des Markusplatzes untergebracht, die nach einem Brand im Jahr 1540 mit Amtsräumen, Mietwohnungen und Geschäften wieder aufgebaut werden.

Die Renaissance

In der Renaissance beginnen die Bauarbeiten an den neuen Prokuratien an der Südseite des Markusplatzes. Im Jahr 1640 werden die neuen Amtsräume fertiggestellt, in denen 150 Jahre später der französische Kaiser Napoleon nach der Eroberung Venedigs seine Privaträume einrichten lässt. Der französische Eroberer beauftragt 1810 den heutigen Verbindungsbau zwischen alten und neuen Prokuratien an der Westseite des Markusplatzes.

Für den bei den Einwohnern Venedigs unbeliebten neuen Gebäudeflügel, die 'Ala Nepoleonica' mit ihrem pompösen Ballsaal muss die Renaissancekirche San Geminiano 250 Jahre nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1558 auf Anweisung Napoleons weichen. Zahlreiche Reliquien gehen beim Abriss der Kirche verloren, andere wiederum wie der Hochaltar und Teile der Außenfassade von San Geminiano finden sich heute in anderen venezianischen Kirchen. Heute beherbergt der Verbindungsbau zwischen alten und neuen Prokuratien das Museum Correr.

Pflasterung und Acqua alta

Bis ins 18. Jahrhundert war der Markusplatz in Venedig mit einer ziegelroten Pflasterung überzogen. Seither ziert hellgrauer Trachyt aus den Euganischen Hügeln nahe Padua den Grund und Boden, über den Millionen Besucher der Stadt sommers wie winters schlendern. Zu den  Eigenschaften des Gesteins zählt eine besondere Härte und Wasserdichte, was Venedig immer dann zu Gute kommt, wenn von September bis April mit dem Acqua alta das Winterhochwasser in regelmäßigen Abständen die Lagune flutet, in der Venedig angesiedelt ist.

Der Markusplatz als tiefstgelegener Punkt der Stadt wird hierbei stets überflutet, sobald der Wasserspiegel einen Meter über Normalhöhe steigt. Als 1966 das Wasser einen Rekordstand von fast zwei Metern über Normalhöhe erreicht, stehen nahezu alle Plätze und Gassen Venedigs unter Wasser. Doch auch der Winter des Jahres 2019 hat es in sich: Gleich an fünf Tagen steigt im November und Dezember des Jahres das Acqua alta höher als 1,40 Meter über normal. Am 12. November wird sogar die zweithöchste Marke seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1923 erfasst. An diesem Tag steigt das Wasser in Venedig auf 1,87 Meter über normal, sodass für das Stadtgebiet der Notstand erklärt werden muss.

Der Markusdom

Zu den schönsten Kirchenbauten Europas gehört der Markusdom, die 'goldene Basilika' Venedigs, die bis zum Ende der Stadtrepublik im Jahr 1797 deren Staatsheiligtum war. Der Dom aus dem 11. Jahrhundert ist dem Evangelisten Markus gewidmet, dessen Gebeine 828 aus Alexandria geraubt und nach Venedig gebracht worden waren. Architektonisch orientiert sich der Markusdom an der byzantinischen Architektur und hier an der im 14. Jahrhundert zerstörten Apostelkirche in Konstantinopel, deren Grundriss, ein von fünf Kuppeln gekröntes asymmetrisches Kreuz, die Architekten des Markusdoms übernahmen. Der größte Teil der Mosaiken im Innenraum des Doms, die mit mehr als 8000 Quadratmetern Fläche zu den größten zusammenhängenden Mosaikflächen der Welt gehören, stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Die Pferde von San Marco, die heute das Westportal des Doms zieren, sind Kopien der originalen Quadriga aus der Antike. die im Museum des Markusdoms bestaunt werden kann. Der Glockenturm, der auch als Markusturm bekannte Campanile, ist mit 99 Metern Höhe das höchste Gebäude Venedigs. Der Turm wurde am Markustag des Jahres 1912 wieder eröffnet, nachdem der im späten 10. Jahrhundert fertiggestellte Originalturm am 14. Juli 1902 bei dem Versuch, einen Aufzug einzubauen, eingestürzt war.

Informationen für den Besuch

Der Markusdom, der in Venedig zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten gehört, ist an Werktagen von 9:30 bis 16:00 Uhr und von Ostern bis Oktober bis 17:00 Uhr für Besucher geöffnet. An Sonntagen gilt eine begrenzte Einlasszeit von 14:00 bis 16:00 Uhr. Der Eintritt ist frei, Foto- und Filmaufnahmen sind ebenso verboten wie die Nutzung von Ohrhörern. Das Sankt-Markus-Museum (Eintritt 5,- Euro), der Hochaltar Pala d'Oro (Eintritt 2,- Euro) und die Schatzkammer des Doms (Eintritt 3,- Euro) sind gesondert zu besichtigen. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den Öffnungszeiten des Doms.

Der Dogenpalast ist täglich von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Eintrittstickets kosten 28,- Euro für Erwachsene und sollten um Warteschlangen zu vermeiden vorab online gekauft werden. Senioren, Schüler und Jugendliche zahlen 15,- Euro. Ersparnisse beim Eintritt in Museen und Kirchen der Stadt bieten City- und Museumspässe.

Sehenswürdigkeiten in Venedig

Es ist nicht nur die Lage Venedigs in einer Lagune, die Geschichte Stadt und die der Gebäude rund um den Markusplatz, die Venedig zu der faszinierenden Stadt machen, die sie heute ist. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Venedig gehören natürlich auch die Kanäle und Brücken der Stadt, die Sie am besten bei einer Gondelfahrt entdecken. Die Passage der Seufzerbrücke soll der Legende nach sogar zu ewiger Liebe und Glück führen, wenn sich die Liebenden bei der Brückendurchfahrt küssen. Etwas weniger romantisch, wenn auch nicht minder sehenswert ist die Rialtobrücke, die den Canal Grande überspannt und zu den beliebtesten Fotomotiven Venedigs gehört. Schöne Fotomotive bieten sich Venedig-Besuchern aber auch bei einer Fahrt durch den Giudecca-Kanal oder bei einem Ausflug auf die Glasbläserinsel Murano und weiter auf die Insel Burano mit ihren bunten Häusern und ihrer Stickereikunst. Für Freunde der Kunst empfiehlt sich indes der Besuch des Akademie-Museums, des Pallazzo Grassi oder des Peggy Guggenheim-Museums mit ihren jeweiligen Sammlungen.

Entdecken Sie das Mittelmeer:

Venedig spielt bei unseren Reisen mit Costa Kreuzfahrten eine große Rolle, und das nicht nur, weil in der Stadt einige unserer großen Weltreisen mit Costa Deliziosa und Costa Luminosa starten. Auch unsere sechs- bis elftägigen Kreuzfahrten im Mittelmeer machen regelmäßig in der Lagunenstadt Station. Oft dient Venedig bei unseren Reisen durch das westliche und östliche Mittelmeer auch zur Ein- oder Ausschiffung, was für Sie den großen Vorteil mit sich bringt, dass Sie die Sehenswürdigkeiten der imposanten Lagunenstadt im Vorfeld oder nach einer Seereise mit Costa Kreuzfahrten noch ein paar Tage länger in Augenschein nehmen können.