Mehr als 400 Brücken verbinden die 118 Inseln, die zum Stadtgebiet Venedigs zählen, doch nur die wenigsten der Inseln sind heute auch bewohnt. 

Die zentrale Insel Venedigs und das historische Zentrum der Stadt ist die Altstadtinsel, das Cento Storico, in dem man Autos vergeblich sucht. Vielerorts ist hier selbst die Nutzung eines Fahrrades untersagt.

Um in der Altstadt Venedigs mobil zu sein, chartert man – besonders als Tourist – eine der heute noch rund 400 Gondeln, die von speziell ausgebildeten Gondoliere auf den insgesamt mehr als 40 Kilometer langen Kanälen der Stadt umher schippern. 

Einst belief sich die Zahl der Gondeln in Venedig gar auf mehrere Tausend. Doch während die Gondel im Mittelalter das Standardfortbewegungsmittel der Venezianer war, ist sie das für die verbliebenen Einheimischen heute nicht mehr. Die Zahl der Einheimischen in Venedig tendiert seit einigen Jahrzehnten rückläufig. 

Lebten um 1970 noch mehr als 350.000 Menschen im Centro Storico und in den zu Venedig zählenden umliegenden Gemeinden, so ist diese Zahl mittlerweile auf etwa 260.000 gesunken. Für die 60.000 verbliebenen Venezianer auf der 5,2 Quadratkilometer großen Altstadtinsel ist es dennoch sehr eng. Die Bevölkerungsdichte liegt in der Altstadt Venedigs bei mehr als 11.000 Menschen je Quadratkilometer. Dazu kommen noch rund 20 Millionen Touristen jährlich, die sich in den 3000 Straßen und Gassen des Centro Storico tummeln und den Sehenswürdigkeiten und den mehr als 100 Kirchen dort einen Besuch abstatten. 

Venedig ist eines der beliebtesten Reiseziele der Welt – die spektakulären Brücken, die über die Kanäle der Stadt führen, sind hierfür einer der Gründe: 

Die Rialtobrücke

Immer wieder beklagten die Venezianer im Mittelalter den Verlust von Holzbrücken an den Kanälen ihrer Stadt. Die Brücken verrotteten, brachen ein oder brannten bei einem der zahlreichen Brände in der mit Holzgebäuden gespickten Lagunenstadt ab. Etwas Neues musste her – eine Brücke aus Stein. So lautete der Beschluss aus dem Jahr 1507. 

Doch bis die Rialtobrücke, deren Name sich von 'rivo alto' – 'hohes Ufer' – ableitet, schließlich den Canal Grande überspannte, gingen noch mehr als 80 Jahre ins Land. Erst 1588 war Baubeginn an Venedigs größtem Kanal, der an dieser Stelle die Stadtteile San Marco und San Polo trennt. 

Drei Jahre später wurde die Rialtobrücke eröffnet – als erste und bis zum Bau der Ponte dell'Academia im Jahr 1854 einzige Brücke über den Canal Grande. Seither ist die 48 Meter lange und 22 Meter breite Brücke, auf der sich zwei Landezeilen mit edlen Geschäften befinden, die über drei die Brücke querende Fußwege erreicht werden können, der unbestrittene Star unter den Brücken Venedigs. 

Gehalten wird das Gewicht der aus Marmorstein errichteten Rialtobrücke und ihrer Besucher von 6000 beidseitig in den Lagunengrund Venedigs gerammten Eichenpfählen. Durch den mehr als 28 Meter hohen Brückenbogen passen selbst größere Schiffe – zumindest, wenn nicht gerade das in Venedig so gefürchtete 'acqua alta' im Begriff ist, die Lagunenstadt zu fluten und auch der Canal Grande dann Hochwasser führt.

Die Seufzerbrücke

Nur einige Jahre nach dem Bau der Rialtobrücke erhielt Venedig eine weitere Brücke, die heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört – die Seufzerbrücke, die allerdings nie öffentlich zugänglich war. 

Die Kalksteinbrücke über den acht Meter breiten Rio de Palazzo verbindet den Dogenpalast mit dem Prigioni nuove, dem (seinerzeit) neuen Gefängnis. 1603 wurde die Seufzerbrücke nach drei Jahren Bauzeit vollendet. Ihr Erbauer, Antonio Contin, hatte bereits am Bau der Rialtobrücke mitgewirkt. 

Ihren Namen erhielt die Brücke, weil viele im Dogenpalast verurteilte Gefangene durch die vergitterten Brückenfenster den letzten Blick auf die Lagune von Venedig und auf das Leben in Freiheit werfen konnten, bevor sie auf lange Zeit in den Kerkern des Prigioni nuove verschwanden oder gar hingerichtet wurden. 

Den schönsten Blick auf die Seufzerbrücke ergattern die Besucher Venedigs heute von der Ponte della Paglia und von der Ponte della Canonica. Besucher des Dogenpalastes begehen die Brücke bei ihrem Rundgang durch den Palast gleich zweimal. 

Einmal über den Übergang, den die Gefangenen vom Dogenpalast ins Gefängnis nahmen, und beim Weg zurück über den zweiten Übergang, der die Blicke der verurteilten Gefangenen von den Blicken derer trennte, die sich auf ihrem Weg in den Gerichtssaal befanden.

Die Scalzibrücke

In unmittelbarer Nähe zur Mitte des 18. Jahrhunderts fertiggestellten Kirche Santa Maria di Nazareth, der Scalzikirche, überspannt die Scalzibrücke den Canal Grande. 

Lange Zeit war die Brücke, die die beiden Stadtteile Santa Croce und Cannaregio verbindet, die schnellste Verbindung zur Innenstadt für Besucher, die am Bahnhof Santa Lucia nach Venedig einreisten. 

Die ursprüngliche Eisenkonstruktion der Brücke aus dem Jahr 1858 wurde in den 1930er-Jahren durch die heutige, mit Marmor aus Istrien verkleidete Stahlbrücke ersetzt. 

Jeden ersten Sonntag im September ist die Scalzibrücke ein Fixpunkt bei der Regata storica, die – bis 1899 noch nicht unter ihrem heutigen Namen – seit dem späten 13. Jahrhundert zunächst bis zum Untergang der Republik Venedig 1797 auf dem Canal Grande ausgetragen wurde. 

Seit dem Jahr 1841 finden die traditionsreichen Ruderwettkämpfe, denen ein historischer Schiffskorso vorausgeht, wieder statt. Die Scalzibrücke dient hierbei für die an der Regatta teilnehmenden Boote als Wendepunkt.

Ponte della Costitutione

Was der BER für Berlin, ist die Ponte della Costitutione für Venedig. Doch zugegeben, die finanziellen Dimensionen der venezianischen Skandalbrücke halten sich gegenüber dem Berliner Hauptstadtflughafen noch in sehr engen Grenzen. 

Geplant von dem spanischen Stararchitekten Santiago Calatrava sollte die 2008 fertig gestellte Brücke über den Canal Grande ursprünglich rund sieben Millionen Euro Kosten. Am Ende waren es mehr als 11,5 Millionen Euro. 

Soweit noch erträglich, wäre die 94 Meter lange Brücke dann auch tatsächlich verkehrssicher gewesen. Doch die Brücke entpuppte sich als eine wahre Montagskonstruktion, auf deren Glasstufen bei Nässe viele Venedig-Besucher ausrutschten. Schmerzensgeldforderungen an die und Entschädigungszahlungen von der Stadt waren die Folge. 

Bei Schneefall wurde die Brücke gleich ganz Schachmatt gesetzt – das verwendete Glas hätte sich mit Streusalz nicht vertragen. Und auch die 2013 an einer der Brückenseiten für 1,8 Millionen Euro nachgerüstete, ursprünglich nicht eingeplante Transportkapsel für Gehbehinderte und Kinderwagen entpuppte sich letztlich als Riesenflop. 

Die rund sieben Minuten lange Überfahrt in der einzigen Kabine ließ viele auf Hilfe bei der Überfahrt angewiesene Venedig-Besucher mit langen Wartezeiten zurück. 2019 verurteilte ein Gericht den spanischen Architekten wegen seiner Fehlplanungen schließlich zu einer fünfstelligen Geldstrafe. 

Calatrava wiederum rechtfertigte sein Montagswerk mit dem zugegebenermaßen wunderschönen Blick, den die Besucher Venedigs von der Brücke auf den Canal Grande erhaschen können.

Ponte dell'Academica

Mit dem Neubau der Scalzibrücke und der knapp vier Kilometer langen Ponte della Libertà, die seit 1933 die Innenstadt von Venedig mit ihren auf dem Festland gelegenen Stadtteilen verbindet, tragen zwei bedeutende Brücken in Venedig die Handschrift von Eugenio Miozzi, eines bedeutenden Stadtbaumeisters der Lagunenstadt. 

Auch der Neubau der ursprünglich 1854 eröffneten Ponte dell'Academica, die Venedigs Stadtteile San Marco und Dorsoduro verbindet, geht auf Eugenio Miozzi zurück. Er ließ zu Beginn der 1930er-Jahre anstelle der ehemaligen Stahlbrücke über den Canal Grande einen hölzernen Neubau errichten. 

Ursprünglich als Provisorium gedacht, überspannt die Holzbrücke den bedeutendsten Kanal Venedigs noch heute – wenn auch die Konstruktion seit 1980 durch ein Stahlgerüst verstärkt wird. Sehenswert ist auf der Brücke insbesondere der Blick zur Kirche Santa Maria della Salute im Stadtteil Dorsoduro, die der Doge Nicolò Contarini der Gottesmutter erbauen ließ mit der Bitte, die im Jahr 1630 in Venedig wütende Pest zu beenden.

Was es in Venedig zu sehen gibt

Auch neben dem Canal Grande mit seinen spannenden Brückenbauwerken bietet die Lagunenstadt Venedig viele bedeutende Sehenswürdigkeiten wie die Gegend rund um den weltberühmten Markusplatz mit dem Markusdom und dem höchsten Gebäude Venedigs, dem 99 Meter hohen, nach seinem Einsturz 1902 wieder aufgebauten Glockenturm. 

Der beeindruckende Dogenpalast, einst der Sitz der mächtigsten Vertreter der Republik Venedig, liegt hier gleich in der unmittelbaren Nachbarschaft. Doch auch die Kunst ist in Venedig seit Jahrhunderten zuhause. 

So im Akademiemuseum, in dem Ausstellungsstücke aus den letzten Jahrhunderten der 1797 untergegangenen Republik Venedig ausgestellt sind, im Correr Museum mit seiner von Theodore Correr an die Stadt Venedig gestifteten Kunstsammlung, sowie im Palazzo Grassi, dessen Sammlung zur zeitgenössischen und modernen Kunst Weltruf genießt.

Entdecken Sie das Mittelmeer mit Costa Kreuzfahrten

Venedig spielt bei unseren Reisen mit Costa Kreuzfahrten eine große Rolle, und das nicht nur, weil in der Stadt einige unserer großen Weltreisen mit Costa Deliziosa und Costa Luminosa starten. Auch unsere sechs- bis elftägigen Kreuzfahrten im Mittelmeer machen regelmäßig in der Lagunenstadt Station. 

Oft dient Venedig bei unseren Reisen durch das westliche und östliche Mittelmeer auch zur Ein- oder Ausschiffung, was für Sie den großen Vorteil mit sich bringt, dass Sie die Sehenswürdigkeiten der imposanten Lagunenstadt im Vorfeld oder nach einer Seereise mit Costa Kreuzfahrten noch ein paar Tage länger in Augenschein nehmen können.