Die Geschichte Andalusiens ist eng verbunden mit der Geschichte der Mauren, die ihre im heutigen Südspanien eroberten Gebiete zunächst von 711 bis 756 als Kalifat und dann mit der Hauptstadt Cordóba bis 929 als Emirat und bis zu dessen Untergang 1031 wiederum als Kalifat führten. 

Den Höhepunkt ihrer Macht erreichten die Mauren auf ihrem 'al-Andaluz' genannten Territorium im 10. Jahrhundert. Die Geschichte des in Malaga befindlichen Castillo de Gibralfaro beginnt zu jener Zeit, die Geschichte der Festung Alcazaba hingegen beginnt erst nach dem Zusammenbruch des Kalifats. 

In diesem Text geben wir Ihnen einige Informationen zur römischen und maurischen Geschichte Malagas, die sich noch heute in den beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt widerspiegelt. Unser Text handelt von diesen Themen:

Die Geschichte der Festung Alcazaba

Nach dem Sturz des Kalifen Hischam II. im Jahr 1031 und dem folgenden Zusammenbruch des Kalifats von Cordoba, des islamischen Staates im Süden der heutigen iberischen Halbinsel, bilden sich auf dem Gebiet des einstigen Kalifats Taifa-Reiche, muslimische Kleinkönigreiche und -fürstentümer. 

Während die aus dem heutigen Algerien stammenden Ziriden unter anderem in Ronda und Granada herrschen, gehören zu jener Zeit Sevilla, Saragossa, Córdoba und Toledo zu den bedeutenden Herrschaften der Araber. 1056 erobert der Ziridenkönig Badis ibn Habus, der zu jener Zeit schon Granada beherrscht, Malaga. 

 

Er gibt den Auftrag zum Bau der Alcazaba, die in den Jahren 1057 bis 1063 fertiggestellt wird. Badis' Sohn Buluggin, der als Statthalter in Malaga installiert wird, fällt 1064 einer Vergiftung zum Opfer, sodass Badis seinen Enkel Tamim als neuen Statthalter installiert.

Mit der Annexion zahlreicher Taifa-Reiche durch die Almoraviden, einer weiteren, aus Westafrika stammenden Berberdynastie endet 1090 die Herrschaft der Ziriden in Granada und Malaga. Auf die Almoraviden folgen die Almohaden und schließlich die Nasriden als muslimische Herrscher Malagas, bis die Stadt und die Festung Alcazaba 1487 von den Truppen der katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon erobert werden.

Die Architektur

Das Besondere am heutigen Erscheinungsbild der Festung Alcazaba ist, dass sie zusammen mit dem römischen Theater und dem gegenüber der Festung gelegenen, im 18. Jahrhundert  fertiggestellten Palacio de la Aduana, einen geschichtlichen Dreiklang darstellt, der einen großen Teil der Stadt- und Kulturgeschichte Malagas abdeckt. 

Das römische Theater wurde in Malaga im 1. Jahrhundert zur Zeit von Kaiser Augustus errichtet und bis ins 3. Jahrhundert genutzt. Zum Bau der Festung Alcazaba verwendeten die ziridischen Herrscher im 11. Jahrhundert dann Bauteile des über die Jahrhunderte verfallenen römischen Theaters. 

Über einen Wehrgang, La Coracha, war die Festung Alcazaba schließlich mit dem Castillo de Gibralfaro, der eigentlichen Burg der muslimischen Herrscher Malagas auf dem 130vMeter hohen Gibralfaro oberhalb des Hafens Malagas verbunden. Der Palacio de la Aduana wiederum, der ab 1791 im Stil der italienischen Renaissance erbaut wurde, rundet die architektonische Zeitreise rund um die Festung Alcazaba und rund um die Herrschaft der Römer, der Araber und der spanischen Könige des 18. Jahrhunderts ab. 

Die Burg auf dem Gibralfaro

Auf dem 130 Meter hohen Gibralfaro, dem 'Felsen des Leuchtturms' über dem Hafen von Malaga befindet sich das Castillo de Gibralfaro, das im 10. Jahrhundert von Abderraman III. errichtet und zu Beginn des 14. Jahrhunderts von Nasridenherrscher Yusuf I. zum Schloss umgebaut wurde. Nach dem Sieg der katholischen Truppen unter Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragon im Jahr 1487 und der anschließenden Vertreibung der Mauren von der iberischen Halbinsel bezog Ferdinand II. das Castillo de Gibralfaro. 

Später wurde die Burg auf dem 'Felsen des Leuchtturms' als Artilleriedepot und mit dem Einzug der Truppen Napoleons zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Stadtgefängnis genutzt. Während die Festung Alcazaba beim Abzug der napoleonischen Truppen teilweise zerstört wurde, blieb die Burg weitestgehend erhalten, in den folgenden Jahrzehnten verfiel sie jedoch zusehends. Heute ist die Burg ein Nationaldenkmal Spaniens, im ehemaligem Pulverturm ist ein kleines Militärmuseum untergebracht, in dem Uniformen und Waffen aus den unterschiedlichen Epochen der Besetzungsgeschichte Malagas gezeigt werden.

Das römische Theater

Als das römische Theater aus der Kaiserzeit des Augustus im 1. Jahrhundert Mitte des 20. Jahrhunderts in Malaga bei Renovierungsarbeiten im damaligen Haus der Kultur wiederentdeckt wurde, war dies eine große Überraschung. Das Haus der Kultur musste weichen, um das römische Theater mit seinen drei Zuschauerrängen gebührend herrichten zu können. 

Mit 16 Metern Höhe und einem Durchmesser von 31 Metern gehört das Theater in Malaga zu den kleineren bekannten Theatern in der ehemaligen römischen Provinz Baetica. Das größte römische Theater dieser Zeit befand sich im heutigen Cordóba, der damaligen römischen Provinzhauptstadt und stand mit 124 Metern Durchmesser dem Marcellus-Theater in Rom nur wenig nach. Nach dem 3. Jahrhundert verfiel das Theater in Malaga zusehends, sodass die Ziriden als neue Herrscher in al-Andalus, dem ehemaligen Emirat und späteren Kalifat Cordóba, Teile des Theaters zum Bau der Festung Alcazaba nutzten. 

Heute finden auf der Bühne des Theaters wieder Aufführungen vor bis zu 200 Gästen statt. Ein Besucherzentrum informiert mit interaktiven Ausstellungen über das am besten erhaltene Römerzeugnis Malagas.  

Der arabische Einfluss in Málaga

Als zu Beginn des 8. Jahrhunderts die muslimische Armee den Niedergang der Westgoten auf der iberischen Halbinsel ausnutzt und Malaga und weitere Städte im Umland Malagas erobert, ändert sich das Leben der Stadtbewohner. 

Einige flüchten ins bergige Hinterland, die Mehrheit der Bevölkerung passt sich hingegen den Veränderungen an. Bis in die heutige Zeit sind in und rund um Malaga nicht nur architektonische Einflüsse aus der Maurenzeit geblieben. Auch kulinarische Einflüsse gibt es zuhauf. 

Eingeführte Früchte wie Granatäpfel, Melonen, Feigen und Aprikosen gab es vor der Maurenzeit auf der iberischen Halbinsel ebenso wenig wie heute für uns alltägliche Gewürze wie Safran, Kümmel und Basilikum. 

Nach der Reconquista, der Rückeroberung der maurischen Gebiete durch die katholischen Könige, passt sich die Bevölkerung Malagas ab dem Ende des 15. Jahrhunderts erneut den Veränderungen an, die mit den neuen Herrschern Einzug halten.

Malagas schönste Sehenswürdigkeiten

Dass Malaga eine außergewöhnliche Stadt und Andalusien eine außergewöhnliche Region ist, in der es viel zu sehen gibt, ist hinlänglich bekannt. 

Doch nicht nur einige Ziele im Umland Malagas wie Granada mit seinem maurischen Herrschersitz Alhambra, die ehemalige römische Provinzhauptstadt Cordóba, Gibraltar mit dem Affenfelsen sowie der vor einigen Jahren eröffnete Königsweg, der Carmelito del Rey, gehören zu den Sehenswürdigkeiten eines Malaga-Besuches, sondern auch die Attraktionen, die die Stadt selbst zu bieten hat. Neben den in diesem Text beschriebenen Zeugnissen von der Römerzeit bis zur Renaissance gehört das Picasso-Museum in der Nähe von Picassos Geburtshaus ganz sicher zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt der Costa del Sol. 

Die Sammlung des Museums umfasst zahlreiche Werke des 1881 in Malaga geborenen Künstlers, der seine Heimatstadt bereits mit zehn Jahren gemeinsam mit seiner Familie in Richtung Galizien verließ. Und da wäre noch die Tradition des Flamenco-Tanzes, die in Malaga – wie in ganz Andalusien – bis zum heutigen Tage ausgelebt und in vielen Penas und Flamencoschulen an zukünftige Generationen weitergegeben wird. Für Freunde der feurigen Tanzmusik empfiehlt sich in Malaga der Besuch des Kelipé Centro de Arte Flamenco, das von Donnerstag bis Sonntag jeweils um 20 Uhr für seine 90-minütigen Flamenco-Shows die Türen öffnet.   

Entdecken Sie das Mittelmeer mit Costa Kreuzfahrten

Zu einer klassischen Mittelmeer-Kreuzfahrt gehört ein Stopp in Malaga ganz einfach dazu. Mit Costa Kreuzfahrten ist dieser Stopp selbstverständlich. Costa Fascinosa, Costa Diadema und Costa Pacifica stehen noch im Herbst 2021 in der spannenden andalusischen Kultur- und Küstenstadt auf der Besucherliste. Auch Costa Deliziosa macht bei ihrer Passage um die Welt Anfang 2022 Halt in Malaga. 

Im Jahresverlauf 2022 laufen mit Costa Fortuna und Costa Favolosa dann zwei weitere Schiffe aus unserer Flotte Malaga an. Und auch im darauf folgenden Jahr 2023 haben wir Malaga und Südandalusien bereits in unseren Reiseplänen verortet. Dann wird mit Costa Toscana unser neues Flaggschiff in Malaga vorbeischauen. Seien Sie dabei und buchen Sie Ihre Mittelmeer-Kreuzfahrt noch heute.